DER JAGDPROFI
Jagdschule

Saline7 18334 Bad Sülze 038229 80997
                                                                                           oder 017670075546

Gesellschaftsjagden

Vorsteh- oder Standtreiben

Besonders für unübersichtliches Gelände sind Vorsteh- oder Standtreiben geeignet. Diese Art des Treibens wird daher hauptsächlich im Wald, manchmal aber auch im Feld durchgeführt.

Bejagt werden: Hase, Kaninchen , Fasan , Waldschnepfe (Fuchs).

Von den Schützen wird eine Fläche mit Deckung umstellt, z.B. Maisfeld, Schilffläche, Brachfläche, Dickung.

Hierbei werden die Jäger "verteilt", entweder um das gesamte Treiben, um drei Seiten oder nur an der Frontseite. Diese Verteilung nennt man Anstellen.

Das Anstellen

erfolgt möglichst lautlos. Beim Anstellen haben die Gruppenführer auf Schussfeld, Deckung und Abstand zu achten. Die Treiber bilden eine Linie, die sogenannte Treiberwehr. Schützen, die mit der Treiberwehr gehen, nennt man Treiberschützen. Abhängig von Bestand und Sicht werden die Jäger angestellt mit dem

Getrieben wird mit dem Wind, mit wenig Lärm und möglichst vielen Treibern. Hunde werden nur auf Weisung des Jagdleiters geschnallt.

Die Jäger bleiben an ihrem Stand und lassen sich das Wild zutreiben, daher Standtreiben. Der Schuss erfolgt nur nach außen und nicht ins Treiben. Ausnahmen werden nur durch den Jagdleiter erlaubt.

Besonderheiten beim Vorsteh- oder Standtreiben

Beim Hasen gilt: Der Abstand von Schütze zu Schütze beträgt max. 60 m. Geringere Abstände haben den Vorteil, dass jeder Hase von zwei Schützen beschossen werden kann. Dies verringert erfahrungsgemäß die Anzahl der Nachsuchen.

Bei speziellen Fasanentreiben stehen die Schützen in einer Entfernung von ungefähr 20 m vom Treiben entfernt mit Blick zum Treiben. So können anstreichende Fasane nach Hahn und Henne unterschieden werden. Die Fasane werden von vorne beschossen. Fasane lassen sich nicht über größere Entfernungen treiben. Spezielle Fasanentreiben sollten daher nicht länger als 300 m sein. Bei dichter Deckung ist es von Vorteil, wenn die Treiber durch Hunde unterstützt werden.

Wichtig ist, besonders im letzten Abschnitt des Treibens, ein sorgfältiges Abklopfen der Deckung.

Kaninchen lassen sich ebenfalls nicht über eine längere Strecke treiben. Die Abstände von Treiber zu Treiber dürfen nur ungefähr fünf Meter betragen, da diese Wildart oft sehr fest liegt. Schlagen mit Stöcken auf den Boden und die Deckung ist besser als lautes Rufen und Schreien. Die Schützen stehen dicht an der Deckung und schießen bei hohem Besatz nur in eine Richtung. Rechtsschützen schießen oft besser auf Wild, das von rechts nach links flüchtet. Die Abstände zwischen den Schützen betragen nur max. 25 m. Es kann auch sinnvoll sein, dass sich zwei Schützen Rücken an Rücken aufstellen.

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Das Hobeln und Scherentreiben

Besonders fest liegendes Wild erfordert spezielle Maßnahmen. Hierzu zählen: Hobeln und Scherentreiben.Beim sogenannten Hobeln durchläuft eine Treiberwehr das Treiben zweimal. Beim sogenannten Scherentreiben durchlaufen zwei Treiberwehren das Treiben gegeneinander.

Scherentreiben: Treiber gegenläufig                  Hobeln: Treiber gehen hin und zurück

Das Kesseltreiben

Das Kesseltreiben eignet sich nur für übersichtliches Gelände. Voraussetzung: grosse Feldreviere mit ausreichendem Hasenbesatz. Fasane werden ggf. mitbejagt. Mindestdurchmesser eines Kessels: ca. 600 m.

Planung:
Der Jagdleiter legt die Größe des Kessels bzw. den Durchmesser fest. Daraus ergibt sich die Anzahl der Schützen und der Treiber. Die Kesselmitte wird markiert (z. B. Stange mit Strohbüschel oder markanter Punkt, wie ein einzeln stehender Baum). Es sollten etwa doppelt so viele Treiber wie Schützen eingesetzt werden. Die Treiber und Schützen werden in zwei gleich große Gruppen eingeteilt. Sie nehmen Aufstellung beim Jagdleiter.

Dann werden, je nach dem festgelegten Abstand, zwischen Treiber und Schützen zunächst die Punkter ausgesandt, die dann, an den bereits festgelegten Abständen zur Jagdgesellschaft, stehen bleiben. Sie bleiben solange stehen, bis die gesamte Jagdgesellschaft ausgelaufen ist. Beim Kesseltreiben sind die Jagdsignale besonders wichtig!

In der Ausgangsstellung bilden Jäger und Treiber einen Kreis. Die Ausgangsstellung wird erreicht durch das so genannte Auslaufen. Nach jeder Seite läuft zunächst ein geländekundiger Flügelmann aus. Diese Flügelmänner bestimmen die Ausformung des Kessels. Mindestens ein Flügelmann sollte Bläser sein. Dann folgen in gleichen Abständen 2 bis 4 Treiber und dann wieder ein Schütze usw..

Der Treiber bzw. Schütze marschiert immer dann los, wenn der Vordermann den Punkter erreicht hat, bzw. wird vom Jagdleiter losgeschickt. Abstände beim Auslaufen: 40 – 80 m zwischen den einzelnen Personen.

Beim Auslaufen darf nur mit Erlaubnis des Jagdleiters geschossen werden.

Beim Zusammentreffen der Flügelmänner ertönt das Signal:  "Das Ganze halt!" Jäger und Treiber bleiben stehen. Es folgt das Signal:

"Richtung!"   Für die Jäger bedeutet es: Ausgleichen der Abstände. Der seitliche Abstand von Jäger zu Jäger soll ca. 150-200 m betragen. Es folgt das Signal:

"Langsam treiben!" Erst jetzt wird geladen. Es bewegen sich alle Teilnehmer in Richtung Kesselmitte, Hunde werden nicht geschnallt.

Beträgt der Kesseldurchmesser nur noch ca. 350 m, ertönt das Signal:

"Treiber rein!" Die Jäger drehen sich um 180°. Die Schussrichtung ist jetzt nur noch nach außen! Die Treiber treiben weiter in Richtung Kesselmitte. Haben die Treiber die Kesselmitte erreicht, ertönt das Signal:

"Hahn in Ruh!" Für die Jäger bedeutet es: Schiessen einstellen und Waffe entladen.

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Die Streife   oder Streifjagd

Die Streife oder Streifjagd eignet sich besonders für übersichtliches Gelände, Feldflächen, Wiesen, Brachlandflächen usw. Bejagt werden: Hase, Kaninchen, Fasan, Rebhuhn. Bei der Streifjagd durchstreifen Jäger und Treiber das Gelände zusammen in einer bestimmten Formation. Diese Formation wird auch in der Bewegung beibehalten.

Die Flügelspitzen werden mit geländekundigen Treibern besetzt. Der Abstand zwischen den Jägern soll ca. 70 m betragen. Hochgemachtes Wild wird aus der Bewegung beschossen. Hunde werden in der Regel vor dem Schuss nicht freilaufend verwendet.

Die Einfache Streife

Sie wird im Feld ausgeübt, aber auch im lichten Wald. Die Formation ist eine Linie. Es werden Jäger und Treiber eingesetzt. Bei der Einfachen Streife ist auch eine Durchführung ohne Treiber möglich. Die Treiber machen bei dieser Jagdart keinen Lärm. Nur mit dem Treiberstecken wird auf dichte Bodendeckung geklopft. Durch zuviel Lärm würde das Wild schon außerhalb der Schrotschussentfernung aufstehen und wegflüchten.

Erlegtes Wild wird von den Treibern aufgenommen. Der Abstand zwischen den Schützen und Treibern richtet sich nach den Bewuchsverhältnissen und den zu bejagenden Wildarten. Der geringste Abstand - nur wenige Meter - ist bei der Streife auf Kaninchen notwendig, da sich diese Wildart im dichten Bewuchs sehr lange drückt.

Ob Hunde freisuchend eingesetzt werden, entscheidet der Jagdleiter. Voraussetzung für die Hunde ist sehr guter Gehorsam d.h. kein Nachprellen bei hochgemachtem Wild. Im Verlauf der Streife wird es immer wieder notwendig sein, die Linie auszurichten. Sobald Wild hochgemacht und beschossen wird, bleibt die ganze Jagdgesellschaft stehen, um zu warten, bis das erlegte Wild aufgenommen wird bzw. um zu sehen, wohin das Wild flüchtet oder streicht.

Die Böhmische Streife

Sie wird nur im Feld ausgeübt. Die Formation ist U-förmig. Es beteiligen sich Jäger und Treiber. Die Mehrzahl der Treiber wird an den Flügeln eingesetzt. Böhmen mit seinen großen Feldflächen gab dieser Jagdart den Namen. Bejagt wird vor allem der Hase. Bei dieser Jagdart macht man sich die Eigenart des Hasen zunutze, selten mehr als zwei Kilometer nach vorne zu flüchten, um dann im Bogen wieder in seine angestammte Umgebung zurückzulaufen.

Die Mindestlänge der Front muss etwa 1,5 km betragen. Die Mindestlänge der Strecke, die bei der Böhmischen Streife zurückgelegt werden sollte, ist etwa 5 km.

Charakteristisch für diese Jagdart ist das "Wenden" der Hasen. Hasen, die beim Hochmachen nicht erlegt wurden, kommen nach einiger Zeit zurück und versuchen die Schützenfront nach hinten oder an den Flügeln zu durchbrechen.

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Drückjagden auf Schalenwild

Die Drückjagd wird hauptsächlich im Wald durchgeführt. In Süddeutschland und im Gebirge spricht man bei der Drückjagd vom Riegeln. Mit Hilfe der Drückjagd werden hauptsächlich Schalenwild und Fuchs bejagt. Drückjagden werden meist als Gesellschaftsjagd durchgeführt, möglich ist aber auch die Drückjagd als Einzeljagd.

Bei der Drückjagd soll das Wild auf dem gewohnten Wechsel oder Pass möglichst vertraut und schussgerecht am Jäger vorbeiziehen. Bekannt sein müssen

Wichtige Faktoren bei jeder Drückjagd sind Witterung und Tageszeit. Die günstigste Tageszeit liegt zwischen 9.00 Uhr und 15.00 Uhr. Geringe Erfolgsaussichten hat man bei Regen und starkem Wind. Besonders günstig ist Neuschnee. Dann kann man sich vor der Drückjagd vergewissern, ob Wild im Treiben steckt. Hierzu wird das Treiben in ausreichender Entfernung umlaufen, man spricht vom

Kreisen

Dabei werden die Fährten des einwechselnden und auswechselnden Wildes gezählt und gegeneinander aufgerechnet, soweit dies möglich ist. Während man sicher sein kann, dass Wild im Treiben steckt - wenn die Zahl der einwechselnden Fährten größer ist als die der auswechselnden Fährten - so ist dies in anderen Fällen oft schwierig. Zu berücksichtigen ist auf jeden Fall der Zeitpunkt des letzten Schneefalles.

Die Schützen postieren sich dabei in der Nähe der Tageseinstände des Wildes, die mit Hilfe von Treibern beunruhigt werden, und erwarten das Wild dort auf den Wechseln. Die Stände müssen den Jägern Deckung und Schussfeld bieten. Die Stände dürfen sich nicht zu nahe am Treiben befinden. Im Gegensatz zur Treibjagd, wo oft mit einer großen Zahl von Treibern und viel Lärm gejagt wird, soll bei der Drückjagd das Wild nicht hochflüchtig vor die Schützen gebracht werden, sondern es wird mit wenigen Treibern und geringem Lärm wie z.B.

Beim Drücken mit dem Wind soll erreicht werden, dass das Wild nicht von den Treibern überrascht wird und panikartig flüchtet. Es ist aber nicht zu vermeiden, dass das Wild auch gegen den Wind auswechselt. Schützen, die im halben Wind stehen, haben meist bessere Chancen.

Flüchtiges Wild ist schwieriger anzusprechen. Die Folge sind dann oft schlechte Schüsse und manchmal Fehlabschüsse. Wie bei der Einzeljagd gilt auch hier die Regel:

Muttertiere dürfen nicht erlegt werden, bevor nicht der Nachwuchs erlegt wurde!

Im Normalfall zieht immer das erfahrene Stück zuerst. Bei mehreren Stücken Rotwild z. B. nie auf das erste Stück schiessen. Auch Leitbachen sind zu schonen.

Ungünstig sind deshalb schmale Schneisen als Schussfeld, da man nie weiß, ob noch Wild nachfolgt. Wie bei den Vorstehtreiben auf Niederwild darf während der Drückjagd der Stand nicht verlassen werden. Anschüsse sind zu merken und ggf. nach Ende der Jagd zu verbrechen und dem Ansteller oder Jagdleiter zu melden.

Jagdhörner werden bei der Drückjagd höchstens zum An- und Abblasen verwendet. Üblich ist es, Beginn und Ende nach der Uhrzeit festzulegen.

Dabei wird meist ein bekannter Tageseinstand des Wildes mit Schützen umstellt, wobei möglichst die Wechsel besetzt werden. Die Schützen stehen meist auf dem Boden. Hochsitze, soweit sie nach ihrem Standort geeignet sind, werden ggf. ebenfalls mit besetzt.

Soweit es sich nicht um kurzfristig angesetzte Jagden handelt, z. B. wenn nach Neuschnee gekreist wurde, werden oft auch einfache Stände als Sichtschutz oder als Gewehrauflage verwendet. Wie bei allen Gesellschaftsjagden ist auch bei der Drückjagd eine genaue Einweisung der Schützen notwendig, in welche Richtungen geschossen werden darf.

Gerade vom Boden aus sind Kugelschüsse sehr gefährlich. Auf sicheren Kugelfang ist daher zu achten. In das Treiben darf nur nach Genehmigung des Jagdleiters geschossen werden. Bei der Drückjagd besteht durch die Verwendung von Büchsen- und Flintenlaufgeschossen erhöhte Gefahr.

Deshalb sind oft besondere Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Hierzu zählen

Schussrichtungsbegrenzungen, z.B. mit Hilfe von Stangen und Schussrichtungsanzeiger mit speziellen Farbmarkierungen für die erlaubte Schussrichtung und der Nummer des Standes.

Schussrichtungsanzeiger sollen gut sichtbar vor dem Jäger (Schützen) stehen. Bei genauer Einweisung geht es aber auch ohne Schussrichtungsbegrenzung.

Hunde werden bei der klassischen Form der Drückjagd frei jagend nicht eingesetzt. Die Verwendung ist aber erlaubt und bei Sauen i.d.R. unverzichtbar. Oft werden die Hunde auch nur am Riemen bis ans Wild mitgeführt. Erst wenn das Wild die Deckung nicht verlassen will, werden die Hunde geschnallt. Die verwendeten Hunde sollten möglichst kurzläufig, spurlaut und bogenrein sein. Bei geringem Bodenbewuchs ist z.B. der Teckel ideal, bei schwierigem Gelände oder Schnee z.B. Dachsbracken, Terrier und der Deutsche Wachtelhund.

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Die Ansitzdrückjagd Ansitzdrückjagd oder Ansitzbewegungsjagd

Im Gegensatz zur normalen Drückjagd wird die Ansitzdrückjagd meist auf einer größeren Fläche, ja sogar oft revierübergreifend ausgeführt. Es wird auch nicht nur ein Tageseinstand durchgedrückt, sondern alle Einstände des zu bejagenden Gebietes werden gleichzeitig von einzelnen Treibern und unter Mithilfe von frei jagenden Hunden durchgedrückt.

Die Dauer der Jagd kann oft mehrere Stunden betragen. Es muss nicht nur wie bei der Drückjagd im klassischen Sinne damit gerechnet werden, dass Wild aus der Dickung wechselt, sondern es kann auch Wild aus allen Richtungen kommen und in eine Dickung einwechseln wollen. Wegen der oft langen Ansitzzeiten sind spezielle Drückjagdstände, d.h. niedrige Hochsitze, sinnvoll. Geschlossene Kanzeln mit engen Fenstern und geringem Sichtfeld sind ungeeignet. Ansonsten ist die Mitnahme eines Ansitzstuhles sinnvoll. Die Standorte der Ansitzeinrichtungen liegen oft nicht dort, wo das Wild normalerweise mit der Ansitzjagd bejagt wird. So zieht beunruhigtes Wild i.d.R. nicht über Äsungsflächen, oder deckungslose Kulturflächen. Auch Wege mit geringem Schussfeld sind ungeeignet. Besser sind Althölzer mit teilweise niedrigem Unterstand geeignet. Der Kenntnis der Wechsel kommt auch hier große Bedeutung zu. Zwangswechsel sind von Vorteil.

Die schon früher im Hochgebirge durchgeführten und inzwischen in Bayern wieder erlaubten "Gamsriegler" können so als Ansitzdrückjagden bezeichnet werden.

Häufig dienen die Ansitzdrückjagden dazu, einen nennenswerten Teil des Gesamtabschusses auf diese Art und Weise an einem Tag zu erfüllen. Zu regeln ist daher von der Jagdleitung der Abtransport, ggf. auch das Aufbrechen des Wildes. Außerdem müssen neben den frei suchenden Hunden vor dem Schuss Nachsuchengespanne in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

Nachsuchen bei Ansitzdrückjagden sind oft sehr schwierig, da das Wild oft durch Treiber oder frei jagende Hunde wieder aufgemüdet wird, oder es ändert häufig seine Richtung. Nachsuchen dieses Schwierigkeitsgrades sind i.d.R. nur von Spezialisten (Nachsuchengespanne) zu meistern. Damit noch am gleichen Tag möglichst ein Teil oder alle Nachsuchen durchgeführt werden können, sollten Ansitzdrückjagden um spätestens 14.00 Uhr enden.

Die Drückjagd als Einzeljagd

Bejagt wird hauptsächlich der Fuchs. Durchgedrückt werden z. B. Schilfflächen, Dickungen, aber auch lückige Kulturflächen, wo der Fuchs gerne den Tag verbringt. Beim Anstellen muss, so leise wie möglich vorgegangen werden. Meistens genügt hier ein Treiber. Die Treiber müssen ortskundig sein. Frei laufende Hunde sind meist unnötig. Bei genauer Kenntnis der Fuchspässe ist oft nur ein Schütze notwendig.

Schwer bejagbare Fuchspässe, z. B. zwischen zwei Dickungen, kann man mit einem Kleidungsstück verwittern. Läuft der Fuchs diesen Pass an und kommt auf das Kleidungsstück, wird er i.d.R. zurücklaufen und einen anderen Pass annehmen, wo ihn dann der Jäger erwartet. Von Vorteil bei diesen kleinen Drückjagden sind natürliche Zwangspässe, z. B. Wasserläufe, Kulturzäune etc. Selbstverständlich kann mit dieser Jagdart auch Schalenwild, wie z. B. Rehwild, bejagt werden. Auch mancher Waldhase verlässt das Treiben, auch wenn nur gedrückt wurde.

Das Lancieren

Das Lancieren ist eine besondere Form der Drückjagd und zählt zu den Einzeljagden. Diese Jagdart wird heute so gut wie nicht mehr angewandt. Sie erfordert ein hohes Maß an Kenntnis über die Gewohnheiten des Rotwildes im Revier.

Dazu wird am Morgen festgestellt, wo ein bestimmter Hirsch in seinen Tageseinstand gezogen ist. Dann stellen sich meist ein oder zwei Jäger in die Nähe des oder der Wechsel an. Der Hundeführer arbeitet dann mit dem Leithund die zunächst kalte und dann, nach dem Hochwerden des Hirsches, die warme Fährte aus. Der Hund wird dabei nicht geschnallt, sondern das Gespann folgt langsam  der Fährte. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass der Hirsch flüchtig wird. Vertraut wird er dann auf seinem gewohnten Wechsel die Dickung verlassen. Wechsel, die z. B. aufgrund des Bewuchses nicht eingesehen werden können, können wie beim Drücken auf den Fuchs, mit einem sog. "Toten Schützen", d.h. mit einem Mantel auf einen Stock gehängt, o.ä., verwittert werden. Falls der Hirsch diesen Wechsel annimmt, wird er an diesem Gegenstand zurückwechseln und dann den mit dem Schützen besetzten Wechsel annehmen.

Die Lappjagd

Die Lappjagd ist eine Sonderform der Drückjagd. Hier wird durch Lappen, die an einer Schnur in Abständen angebunden sind, verhindert, dass das Wild dort auswechselt, wo keine Schützen abgestellt sind. So kann man z. B. bei einer Fuchsjagd unübersichtliche Pässe verlappen, damit der Fuchs an einen bestimmten Pass kommt. Bei den höfischen Jagden in früherer Zeit auf Rotwild spielt die Lappjagd eine große Rolle. Wegen des i.d.R. hohen Aufwandes wird die Lappjagd heute so gut wie nicht mehr ausgeübt. Außerdem sind die jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten. Nach dem Bundesjagdgesetz ist die Lappjagd innerhalb einer Zone von 300 m zur Jagdbezirksgrenze verboten. Lappjagd wirkt sehr beunruhigend auf Rotwild und veranlasst dieses zum Verlassen des Reviers.

Die Pirsch

Bei der Pirsch schleicht der Jäger das Wild an. Diese Jagdart stellt hohe Anforderungen an das Können des Jägers. Man bezeichnet deshalb die Pirsch auch als Krone der Jagd.

Zu häufiges Pirschen schadet dem Wildbestand. Es werden mehr Reviere leergelaufen (leergepirscht) als leergeschossen.

Bejagt werden hauptsächlich Schalenwild, aber auch andere Wildarten. Beim Gamswild gilt die Pirsch als die am meisten angewandte Jagdart. Rotwild ist wegen seiner feinen Sinne auf der Pirsch schwieriger zu bejagen als beispielsweise Rehwild. Gepirscht wird auch auf Schwarzwild, z. B. in masttragenden Waldbeständen oder auch in der Feldflur.
Beim Niederwild ist z. B. die Pirsch auf Enten am Fliessgewässer entlang möglich. Oder auf Ringeltauben in Verbindung mit der Lockjagd in der Balzzeit.
Die Pirsch wird vom einzelnen Jäger durchgeführt, nur in fremden Revieren (z. B. die Gamsjagd im Hochgebirge) zusammen mit einem Pirschführer. Voraussetzung zur Durchführung der Pirsch sind gute Revierkenntnisse, insbesondere genaue Kenntnisse über die Lage der Äsungsplätze, Einstände, Wechsel, Suhlen und Tränken, sowie alle Lebensgewohnheiten der zu bejagenden Wildarten.

Die Einstände werden bei der Pirsch nicht betreten!!!!

Alle Bewegungen sollen langsam und vorsichtig erfolgen. Der Jäger soll oft stehen bleiben und beobachten. Zu vermeiden sind alle Geräusche und Bodenerschütterungen. Günstig sind leichter Regen und schwacher Bodennebel. Aber auch die Zeit nach Gewitterregen ist günstig. Im Hochgebirge dagegen ist klare Sicht von Vorteil.

Ungünstig wirken sich dagegen aus:

starker Wind,   große Trockenheit,  starker Nebel und Frost

Die Windrichtung entscheidet über die Richtung der Pirsch. Gepirscht wird grundsätzlich gegen den Wind. Im Wald kann sich aufgrund der Bestandsform häufig die Windrichtung ändern.

Die Windrichtung muss ständig geprüft werden.

Die Pirsch wird meistens in den Morgenstunden ausgeübt. Das Wild hält sich dann oft gerne an sonnigen Stellen in der Nähe der Einstände auf. Grundsätzlich ist die Tageszeit auch davon abhängig, wie häufig das Wild von Erholungssuchenden gestört wird. In ruhigen Revieren kann bis in den späten Vormittag gepirscht werden. Ungeeignet ist der Nachmittag. Die Pirsch am Abend ist auch möglich. Ungünstig ist dabei das meist zu schnell schwindende Büchsenlicht. Die Zeitspanne, in der das Wild die Deckung verlässt, ist außerdem sehr kurz. Störungen des Wildes wirken aber dabei besonders nachhaltig.

Die Bekleidung darf nicht flattern oder rascheln und muss farblich der Umgebung angepasst sein (bei Schnee, z. B. Schneehemd). Patronen oder Schlüsselbund dürfen in der Tasche keine metallischen Geräusche hervorrufen. Da nicht immer sofort eine Möglichkeit zum Anstreichen der Waffe vorhanden ist, empfiehlt sich die Mitnahme eines Pirschstocks. Im Bergrevier dient der Pirschstock (Bergstock) auch als Gehhilfe und zum Abstützen. Material: Haselnuss

Voraussetzung für den Jagdhund ist eiserner Gehorsam.

ideal ist die Führung frei bei Fuß. Andernfalls darf die Leine bzw. Halsung keine störenden Geräusche verursachen. Beim Anblick von Wild oder beim Pirschen auf Schussentfernung wird der Hund abgelegt.

Als Hilfsmittel zum geräuschlosen Pirschen dienen sog. Pirschsteige.

Die Pirschfahrt wurde früher mit der Pferdekutsche durchgeführt. Durch die Verwendung in der Landwirtschaft war das Wild an die Pferdefuhrwerke gewöhnt. Beim Anblick von Wild stieg der Schütze vom langsam fahrenden Gespann ab und versuchte in Schussposition zu kommen, während das Wild dem weiterfahrenden Gespann nachäugte.

Die Balzjagd

Sämtliche Rauhfußhühner sind aufgrund der stark rückgängigen Bestände ganzjährig geschont. Die Bejagung des Auerhahns erfolgte früher auf der Pirsch in der Balzzeit. Der Hahn wurde abends durch einen Ansitz in der Nähe des Balzplatzes bestätigt und dann am frühen Morgen, oft noch in der Dunkelheit, angepirscht.

Das Balzlied des Auerhahns beginnt mit dem sog. Knappen, dann folgt der Triller und schließlich der Hauptschlag.

In der anschließenden Phase des Schleifens oder Wetzens ist der Auerhahn fast taub, jedoch nicht blind. Diese Phase benutzt der Jäger, um sich vorsichtig auf Schussentfernung anzupirschen. Der Schuss erfolgt meist mit Schrot.

Der Ansitz oder Anstand

Die heute am häufigsten ausgeübte Jagdart ist der Ansitz oder Anstand. Bei dieser Jagdart erwartet der Jäger das Wild sitzend oder stehend in guter Deckung unter Beachtung der Windrichtung. Insbesondere bei der Ansitzjagd, aber auch bei verschiedenen anderen Jagdarten, benutzt der Jäger Hoch- und Erdsitze. Hoch- und Erdsitze sind i.d.R. Reviereinrichtungen für mehrere Jahre.

In Abhängigkeit von der Tageszeit unterscheidet man zwischen

Tagesansitz    -   Nachtansitz

Günstige Ansitzzeiten: morgens, mittags, abends nach Einbruch der Dämmerung sowie nach Regen, Gewitter sowie bei Vollmond und bei Schnee

Bejagt werden: Schalenwild, Schwarzwild, Fuchs, Marder, Hase, Kanin, Fuchs, etc.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen erhöhtem Ansitz, niedrigem Ansitz, z.B. auf verschiedenen z. B. auf verschiedenen Leitersitzen, Hochsitzen, Erdsitzen, Jagdständen, Sitzstock, Kanzeln oder in ausreichender Deckung

Die gebräuchlichsten Hochsitze

In der Praxis haben sich verschiedene Hochsitzkonstruktionen bewährt:

Besseren Schutz und auch mehr Sicherheit bieten dem Jäger verschiedene Kanzeln.
Kanzeln werden gebaut als  offene Kanzel, überdachte Kanzel, geschlossene Kanzel.

Kanzeln können z. B. durch größere Dachüberstände geschützt werden. Die geschlossene Kanzel bietet optimalen Witterungsschutz. Überhöhter Ansitz bietet dem Jäger bessere Sicht und weniger Windabhängigkeit. Durch Neigungswinkel der Geschossflugbahn größere Sicherheit. Durch genaues Ansprechen sicherer Wahlabschuss. Wild wird wenig gestört. Man sieht viel, ohne selbst gesehen zu werden. Zum Auf- und Abbaumen Waffe entladen! Vor dem Gewitter abbaumen.

Für den Hochsitzbau ist "eng gewachsenes" Holz, z. B. von Fichte, Lärche, Kiefer, Douglasie am besten geeignet. Möglich ist auch die Verwendung von Eiche (wenn ausreichend verkernt) oder Robinie (Nachteil: schwer zu bearbeiten).

Ungeeignet sind z. B. Buche, Birke, Erle, Weymouthskiefer.

Stangen zum Hochsitzbau fällt man am besten im Winter. Wenn sie saftarm sind, trocknen sie schneller. Zur besseren Haltbarkeit wird das Holz vorher entrindet. Mit Holzschutzmitteln imprägniertes Holz ergibt später Sondermüll, daher möglichst auf chemischen Holzschutz verzichten.

Für die Höhe der Hochsitze gibt es keine festgelegten Masse. Sie richtet sich nach dem jeweiligen Gelände und den vorherrschenden Sichtverhältnissen. Aus Sicherheitsgründen beträgt die Bodenhöhe bei Sitzflächen und Kanzeln i.d.R. nicht mehr als 4 Meter.

Die Aufstellung der Hochsitze erfolgt der Umwelt angepasst. Zu beachten ist die am Aufstellplatz herrschende Hauptwindrichtung. Die Aufstellung erfolgt i.d.R. in ausreichender Deckung. Hochsitze und Bodensitze sollte man nicht an lebenden Bäumen festnageln.

Die eingewachsenen Nägel führen zur Holzentwertung.

Bei Hochsitzen schwankt der Sitz bei Wind durch die Bewegung der Baumkrone, dadurch unsichere Schussabgabe.

Knarrgeräusche und Quietschen, Nägel werden aus dem Holz gezogen.

Zum besseren Stand kann man die Pfosten der Hochsitze auch auf Eisenplatten stellen und mit "Eisenheringen" sichern.

Beim Hochsitzbau und - aufstellen sind die Unfallverhütungsvorschriften zu beachten.

Erdsitze

Neben Hochsitzen finden auch verschiedene Erdsitze Verwendung. Sie zählen wie die Hochsitze zu den Reviereinrichtungen. In der Praxis haben sich verschiedene Formen der Jagdstände bewährt:

Jagdbetriebsleiter mit einfachem Sitz

Leitersitz mit doppeltem Sitz - zum Witterungsschutz dient eine eventuelle Überdachung

Besseren Schutz und auch mehr Sicherheit bieten dem Jäger verschiedene Kanzeln

Ferner  finden Verwendung: Jagdschirme, Ansitzhütte

Für den Bau der Erdsitze gelten dieselben Grundsätze wie bei den Hochsitzen. Als tragbaren Erdsitz bietet der Handel verschiedene zusammenklappbare Sitzstöcke an.

Pirschsteige

Um Hoch- und Erdsitze möglichst geräuschlos erreichen zu können, legt man entsprechende Pirschsteige an. Sie dienen dem Jäger zum geräuschlosen Pirschen beim Beziehen und Wechseln der Sitze. Um zu vermeiden, dass diese "Schleichwege" von Spaziergängern benutzt werden, hält man Beginn und Ende der Pirschsteige möglichst verborgen. So werden z. B. am Dickungsrand die ersten Äste nicht entfernt, wenn dahinter ein Steig beginnt. Pirschsteige sind regelmäßig von Ästen, Laub, Steinen und Bodenbewuchs zu säubern.

 

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