DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Allgemeine Grundsätze im praktischen Jagdbetrieb

Voraussetzung vor jeder Verwendung einer Schusswaffe ist die Überprüfung der Funktionsfähigkeit und der Treffpunktlage durch Abgabe eines Probeschusses (im Revier möglich). Das waidgerechte Töten von Wild soll möglichst rasch und schmerzlos erfolgen. Auch moderne Büchsenpatronen werden dieser Forderung nur bei gut angetragenen Schüssen gerecht. Vor dem jagdlichen Erfolg steht die Sicherheit.

Vorder- und Hintergelände frei,
natürlicher Kugelfang ist gegeben.

Wild soll nur auf waidgerechte Entfernungen beschossen werden. Die Zielsicherheit des einzelnen Jägers entscheidet über die waidgerechte Schussentfernung (100m-200m). Bei der Schussabgabe ist der Standort des Wildes zu merken, damit später der Abschuss gefunden werden kann. Zu beachten sind während und nach dem Schuss die Schusszeichen. Die Schussbereitschaft muss sofort wieder hergestellt werden, ggf. die Waffe sofort nachladen .

Bei angeschweißtem Wild, das flüchtet, möglichst zweiten Schuss antragen. Auch wenn Wild im Feuer liegt, erst nach einigen Minuten herantreten (Zigarettenpause), jedoch immer mit schussbereiter Waffe. Bei Wild, das nicht im Feuer bzw. Sichtweite liegt, wird der Anschuss markiert, man spricht von Verbrechen.
Das Untersuchen des Abschusses und das Verbrechen soll unterbleiben, wenn aufgrund von Geräuschen (z. B. Klagen, Knacken und Brechen von Ästen usw.) zu vermuten ist, dass das Wild noch in der Nähe und noch nicht verendet ist.

 Kammerschuss

Grundsätzlich wird der sogenannte Blatt- oder Kammerschuss angestrebt. Bei diesem Schuss liegen Ein- und Ausschuss

In diesem Bereich ist ein Schuss fast immer tödlich.

Haltepunkt

Als Haltepunkt bezeichnet man den Zielpunkt, auf dem die Visierlinie beim Schuss gerichtet sein soll. Bei der Schussabgabe ist auf die Lage des Haltepunktes zu achten. Beim klassischen Kammerschuss liegt er ca. eine Handbreite hinter dem Schultergelenk in der unteren Körperhälfte.
Gesundes Schalenwild wird grundsätzlich breitstehend beschossen mit möglichst erhobenem Haupt. Beim Schuss mit gesenktem Haupt kann sich bei der Flucht die Decke über den Ein- bzw. Ausschuss schieben. Die Folge davon ist wenig oder kein Schweiß. Dies wirkt sich bei schlechteren Schüssen erschwerend auf die Nachsuche aus.

Wild, das zieht, kann durch

zum kurzen Verhoffen gebracht werden.

Krankes Schalenwild wird in jeder Stellung beschossen.
Grundsatz:
Jeder Schuss, der das Stück noch kränker macht, ist waidgerecht!

Besonderheiten beim Schuss im Hochgebirge

Aufgrund der dünneren Luft und des damit verbundenen geringeren Luftwiderstandes ergibt sich bei Waffen, die im Flachland eingeschossen wurden, ein Hochschuss. Beim Schuss steil nach oben oder steil nach unten wirkt die Erdanziehungskraft schlechter als bei horizontalen Schüssen, wo die Erdanziehungskraft nahezu senkrecht zur Abgangsrichtung des Geschosses wirkt. Die Folge ist ebenfalls ein Hochschuss. Die Verschiebung der Treffpunktlage in Richtung Hochschuss steigt, je steiler der Schusswinkel wird und je langsamer das Geschoss fliegt, mit der Schussentfernung.

Schusszeichen

Unter dem Begriff "Schusszeichen" versteht man alle Merkmale im Augenblick der Schussabgabe, die anzeigen, ob - wie - wo das Wild getroffen wurde.

Zu den Schusszeichen zählen

Der Kugelschlag

Der Kugelschlag ist das manchmal hörbare Geräusch, das beim Auftreffen des Geschosses auf den Wildkörper entsteht. Kugelschlag kann nicht bei ungünstigen Wind- und Echoverhältnissen und beim Schuss auf kurze Entfernung vernommen werden, da hierbei Kugelschlag und Mündungsknall zusammenfallen.

Der Kugelriss

Darunter versteht man die Stelle, an der das Geschoss im Erdreich eingeschlagen ist. Je nach Schusswinkel und Beschaffenheit der Bodenoberfläche entsteht durch das auftreffende Geschoss ein mehr oder weniger langer Riss. Wenn genau bekannt ist, wo das beschossene Stück gestanden hat, lässt sich mit Hilfe des Kugelrisses oft genau feststellen, ob das Stück über- oder unterschossen wurde, oder ob es vermutlich getroffen wurde. Der Standort des Schützen bei Schussabgabe muss natürlich ebenfalls bekannt sein. Ein Kugelriss ist kein Beweis dafür, dass das Stück gefehlt wurde. Bei vielen modernen Büchsengeschossen verlässt ein großer Teil des Geschosses den Wildkörper und verursacht so ebenfalls einen Kugelriss mit dem Restgeschoss.

Erst wenn mit einem brauchbaren Hund eine Kontrollsuche durchgeführt wurde, kann von einem Fehlschuss ausgegangen werden!!!

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Zeichnen

Unter dem Begriff "Zeichnen" versteht man das Verhalten des Wildes im Schuss, d.h. beim Auftreffen des Projektils und die typische Bewegung unmittelbar nach dem Schuss. Insbesondere die Beobachtung der ersten Reaktion erfolgt beim sogenannten Blick durch das Feuer. Nach der Art des Zeichnens kann der vermutliche Sitz der Kugel vorausgesagt werden

Die hohe Tötungskraft moderner Geschosse lässt Wild häufig im Knall verenden. Das Zeichnen beschränkt sich dann auf die weniger gut angetragenen Schüsse. Das Zeichnen ist bei stärkeren und wirkungsvolleren Patronen besser als bei schwachen. Vertrautes Wild zeichnet häufig besser als solches, das eine Gefahr erkannt hat (Adrenalin- Ausschüttung )
Beim Schalenwild zeichnet das Rehwild besonders deutlich . Nur wenig oder überhaupt nicht zeichnet Schwarzwild und Muffelwild, welches oft auch untypisch zeichnet. Männliches Schalenwild ist in der Brunftzeit (Adrenalin- Ausschüttung) besonders widerstandsfähig. Es reagiert auf Schüsse durch geringeres Zeichnen und längere Fluchten. Aber auch Fehlschüsse können Zeichnen verursachen, z.B. durch Naheinschläge, ggf. splitternde Geschosse und durch umherfliegende Erdklumpen oder Holzteile.

Pirschzeichen

Zu den Pirschzeichen zählt all das, was das beschossene Wild nach dem Schuss auf der Wundfährte und im Wundbett hinterlässt, z. B.

Anhand dieser Hinweise muss der Jäger
-
sich ein Bild über die Schussverletzung machen können
- wissen, wie das Wild reagiert und
- ob die Verletzung tödlich ist und wenn ja

wie ist die Nachsuche zu organisieren.
- Zeitpunkt der Nachsuche
- Wahl des dafür geeigneten Jagdhundes
- ob ggf. andere Jäger zum Umstellen benötigt werden
- ob ggf. Jagdnachbarn verständigt werden müssen

Schnitthaare

Unter der Bezeichnung "Schnitthaare" versteht man Haare, die durch die Stanzwirkung beim Geschosseinschlag abgeschnitten wurden. Farbe und Länge der Haare sind von Körperstelle zu Körperstelle verschieden. Daher geben Schnitthaare grob Auskunft über den Sitz des Treffers.

Viele unverletzte Haare am Anschuss deuten auf einen Streifschuss hin. Vorteilhaft ist das Anlegen eines sogenannten Schnitthaarbuches mit vergleichbaren typischen Haarmustern der verschiedenen Körperstellen.

Eingriffe und Ausrisse

Eingriffe sind sichtbar am Anschuss und entstehen durch den Abdruck der Schalen im weichen Boden. Der Geschossaufschlag auf den Wildkörper bewirkt ruckartiges Erschrecken. Hierbei werden die Schalen tiefer in den Boden eingedrückt.

Ausrisse entstehen auf hartem Boden, wenn die Schalen keinen Halt finden und wegrutschen. Hierbei wird der Bodenüberzug aufgerissen, Erde, Gras und Laub werden fortgeschleudert .

Eingriffe und Ausrisse können am vermutlichen Anschuss auch vorhanden sein, ohne dass Wild getroffen wurde, z.B. durch Erschrecken bei Naheinschlag.

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