Bruchzeichen

Als Bruch bezeichnet man einen abgebrochenen, grünen Zweig. Als Bruchzeichen verwendet man bestimmte Baumarten wie z. B.

Fichte, Kiefer, Tanne, Eiche, Erle, manchmal die Eibe.

Der Hauptbruch                                           

Bedeutung: Achtung!
Aussehen: Länge ca. armlang, befegt.
Er zeigt dem Jäger an, dass an dieser Stelle eine weitere wichtige Information zu finden ist,
z. B. Trittsiegel oder auch ein weiteres Bruchzeichen. Er liegt immer gut sichtbar meist am Boden,
wird manchmal aber auch gut sichtbar aufgehängt.

Die Kenntnisse über die Bruchzeichen gehören zum jagdlichen Brauchtum. Hauptsächlich dienen die Bruchzeichen zur gegenseitigen Verständigung. Sie können aber auch symbolischen oder ästhetischen Charakter haben. Die Sitte, Brüche als Schmuck und Ehrenzeichen zu verwenden, ist uralt. So schmückt man auch heute noch das gestreckte Wild, den erfolgreichen Jäger oder den Hund, der die Nachsuche erfolgreich gemeistert hat.

Der Warnbruch

Bedeutung: Warnschild der Jäger.
Aussehen: Länge ca. 1 - 1,5 m.
Bis zur gewachsenen Spitze mit dem Waidmesser befegen von Zweigen und Rinde befreien. Anschließend den blanken Bruch kreisförmig biegen und gut sichtbar aufhängen.

Der Standplatzbruch

Bedeutung: Kennzeichnung des Schützenstandes.
Die gewachsene Spitze des Hauptbruches zeigt in Richtung der späteren Folge.

 

 

 

                                              Der Leit- oder Folgebruch

 

Bedeutung: Aufforderung zum Folgen. Aussehen: Länge halbarmlang, befegt.

 

 

Der Anschußbruch

Bedeutung: Markierung vom Anschuss.
Aussehen: Länge ca. halbarmlang.

                                              Der Fährtenbruch

Bedeutung: Markierung der Fluchtrichtung des angeschweißten Stückes.
Aussehen: Länge ca. halbarmlang unbefugt, mit Querbruch geäftert.
Doppelt geäftert = Fluchtrichtung unbekannt! Beim männlichen Wild zeigt das gebrochene Ende in Richtung Fluchtfährte, beim weiblichen Wild das gewachsene Ende.
Verwendung: Im Anschluss an den Anschußbruch.
Während auf einer Wiese oder einem Weg der Anschußbruch oft schon von weitem sichtbar ist, kann es im Wald bei dieser Methode der Kennzeichnung oft zu Schwierigkeiten mit dem Auffinden kommen. Aus praktischen Gründen sollte der Anschuss deshalb zusätzlich so gekennzeichnet sein, dass man ihn jederzeit problemlos findet, z. B. Taschentuch auf Stock gebunden oder Forstmarkierungsband (bei Gesellschaftsjagden häufig üblich).

Der Wartebruch

Bedeutung: Das Warten wurde am vereinbarten Platz aufgegeben. Der Ankommende soll warten.
Aussehen: Halbarmlang, unbefegt und liegend gekreuzt am Boden.

Warten aufgegeben
Bedeutung: Warten aufgegeben.
Aussehen: An beiden Brüchen bis zur Spitze die Zweige entfernen und Brüche wieder am Boden gekreuzt ablegen.

                                                                  Der Sammelplatzbruch

Bedeutung: Hier sammeln! Aussehen: Drei nebeneinander liegende Wartebrüche.

 

 

 

Der Inbesitznahmebruch

Bedeutung: Wild wurde in Besitz genommen.
Verwendung bei allem Schalenwild.
Aussehen: Länge ca. 30 cm.

Der "Letzte Bissen"

Bedeutung: Letzter Gruß des Jägers und letzter Schmuck des Wildes.
Aussehen: Ein kleinerer, unbefegter Bruch.
Verwendung: Ursprünglich nur bei männlichem Schalenwild, mittlerweile auch bei weiblichen Stücken sowie bei Auerhahn, Birkhahn, Haselhahn und Murmeltier.

                                      Schützenbruch oder Erlegerbruch

Bedeutung: Als Anerkennung für den erfolgreichen Jäger.Verwendung: Bei allem Schalenwild, sowie Birkhahn, bei Murmeltieren und bei Kugelfüchsen.
Aussehen: Länge ca. 15 - 20 cm, Bruch bleibt unbefegt und wird benetzt mit Schweiß vom erlegten Stück. Den Bruch überreicht der Jagdleiter auf der blanken Klinge oder auf dem Jagdhut mit dem Wort Waidmannsheil und einem Händedruck. Der Erleger übernimmt den Bruch mit dem Wort Waidmannsdank. Anschließend steckt er den Bruch an die rechte Hutseite.

Bruch für Jagdhund
Bedeutung: Anerkennung und Dank.
Aussehen: Teil vom Schützenbruch.

 

 

 

Das Strecke legen

Das fachgerechte Legen der Strecke (Jagdbeute) entspricht altem, deutschem, jagdlichem Brauchtum. Das erlegte Wild wird in einer bestimmten Formation gelegt (gestreckt). In dieser Formation wird die Jagdbeute anschließend besichtigt und verblasen. Das Legen der Strecke erfolgt bei Gesellschaftsjagden vor dem Schüsseltreiben. Grundsätzlich wird das Wild auf die rechte Seite gelegt, mit dem Kopf in eine Richtung. Erlegte Stücke einer Wildart liegen immer in einer Reihe, das stärkste Stück liegt hierbei am rechten Flügel. Man unterscheidet zwischen Hochwildstrecke und Niederwildstrecke.
Bei gemischten Strecken wird das Hochwild generell vor dem Niederwild gestreckt (gelegt).

Die Hochwildstrecke

 

 

 

  1. Reihe: Rotwild  2. Reihe: Damwild 3. Reihe: Schwarzwild 4. Reihe: Muffelwild

Alle Stücke werden mit einem Inbesitznahmebruch verbrochen. Männliche Stücke erhalten zusätzlich den sog. letzten Bissen. Am Schluss liegen Füchse und anderes Raubwild.

Die Niederwildstrecke

Auch das Niederwild wird auf die rechte Körperseite gelegt (gestreckt). Jedes 10te Stück in einer Reihe wird um ½ Wildlänge vorgezogen. Beim Raubwild werden Lunten und Ruten nach oben gebogen.

  1. Reihe  Rehwild
  2. Reihe: Raubwild
  3. Reihe: Hasen
  4. Reihe: Kaninchen
  5. Reihe: Fasane dann: Hühner, Schnepfen, Enten und Tauben.

Der Jagdherr bzw. der Jagdleiter steht vor der Strecke. Die Jäger (Schützen) mit Ausrüstung stehen hinter dem Jagdherrn. Die Bläser nehmen Aufstellung hinter der Strecke am rechten Flügel. Die Treiber nehmen Aufstellung hinter den Bläsern. Die Hundeführer stehen am linken Treiberflügel. Diese Art der Aufstellung der Jagdteilnehmer gilt ebenso für die Niederwildstrecke wie auch für gemischte Strecken.
Nach dem Antreten aller Jagdteilnehmer gibt der Jagdleiter die Anzahl der Strecke bekannt und überreicht die Schützenbrüche. Er bedankt sich für den geleisteten Einsatz bei Treibern, Hundeführern, Bläsern und Jägern. Anschließend gibt der Jagdleiter das Zeichen zum Verblasen der Strecke. Die einzelnen Totsignale erklingen in der Reihenfolge der Strecke.

Das Treten über die Strecke oder das Setzen auf erlegtes Wild ist ein Verstoß gegen das Brauchtum.