DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Der Büchsenschuss auf Schalenwild

Zeichnen - Wirkung - Nachsuche

Der Hochblattschuss

Das Wild zeichnet mit schneller Flucht nach oben und bricht meist schlagartig zusammen.  

Pirschzeichen:

Lungenschweiß, hellrot und schaumig (blasig) mit Luftbläschen, bisweilen mit kleinen zerrissenen Lungenteilchen vermengt. Je nach Geschoss und Stärke des Wildes relativ viel Schweiss

Wirkung auf das Wild:

Das Stück bricht meist schlagartig zusammen und verendet sofort oder nach einer kurzen Flucht. Nach einer kurzen Wartepause kann zum Stück gegangen werden. Eine Nachsuche ist i.d.R. nicht erforderlich wenn ja, dann nach 0,5 Std. und meist sehr kurz.

Tiefblattschuss

Das Wild zeichnet mit tiefer, schneller Flucht, manchmal auch mit sofortigem Zusammenbrechen, ansonsten Hochflucht und Fortstürmen, oft vorne tief. Bei der Flucht werden oft Hindernisse angeflohen

Pirschzeichen:

Entweder Lungenschweiß und/oder Herzschweiß (dunkel, mit großen Blasen, aber nicht schaumig). Meist sehr viel Schweiss, je nach Geschoss und Wildart, oft wie aus einer Gießkanne verschüttet.

Wirkung auf das Wild:

tödlich - nach einer mehr oder weniger langen Flucht. Sofern das Stück nicht in Sichtweite verendet ist, kann mit der Nachsuche nach 0,5 - Std. begonnen werden. Diese einfache Nachsuche sollte jeder ausgebildete Jagdgebrauchshund bewältigen können.

Leber- und Milzschuss

Das Wild zeichnet oftmals wie beim Waidwundschuss mit leicht gekrümmtem Rücken. Bei allen Schüssen hinter dem Zwerchfell, Schüssen durch das kleine oder große Gescheide, Leberschüssen und Milzschüssen zeichnet das Wild ähnlich. Eine genaue Unterscheidung ist in der Praxis meist nicht möglich.

Der Wildkörper ruckt meist zusammen, besonders bei Schüssen im kleinen Gescheide schlägt das Wild mit den Hinterläufen aus. Es zieht dann häufig mit einem krummen Rücken und unbeholfen weg.

Pirschzeichen:

Leberschweiß (dunkelrot bis rotbraun, körnig, griesig, schmeckt bitter), oft bereits am Anschuss in großen Tropfen.

Wirkung auf das Wild:

Tödlich nach einigen Minuten, aber auch erst nach Stunden. Das Stück tut sich bald nach dem Schuss nieder. Es darf auf keinen Fall aufgemüdet werden z.B. indem man der sichtbaren Schweißfährte ein Stück folgt. Nachsuche erst nach einer Wartezeit von 3-4 Stunden.

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Der Waidwundschuss

Das Wild zeichnet ähnlich wie beim Leberschuss oft durch Ausschlagen mit den Hinterläufen und mit krummem Rücken.
Pirschzeichen:  Je nach Sitz der Kugel ist der blassrote und wässrige Waidwundschweiß mit Darminhalt und/oder Pansen- bzw. Waidsackinhalt vermengt. Häufig ist der Waidwundschweiß auch mit Leberschweiß vermengt, wenn die Leber getroffen wurde. Oft auch nur sehr wenig Schweiß.
Nachsuche erst nach einer Wartezeit von 3-4 Stunden.

Der Nierenschuss

Das Wild zeichnet durch leicht gekrümmten Rücken und tiefer Hinterhand mit unbeholfener Flucht, oder das Stück bricht im Feuer zusammen und klagt häufig lang und anhaltend (insbesondere Schwarzwild). Falls diese Stücke wieder auf die Läufe kommen, schleppen sie sich mit gelähmter Hinterhand weg. Diese Stücke verenden aber meist nach kurzer Zeit durch hohen Blutverlust. Beim Wegflüchten wird häufig der Wedel oder Pürzel weggestreckt. Meist tödlich innerhalb kurzer Zeit. Um dem Wild Schmerzen zu ersparen, einen Fangschuss antragen, sofern sich das Stück in Sichtweite befindet. Nachsuche meist nur kurz. Beginn nach einer halben Stunde.

Der Krellschuss

Das Stück bricht in der Regel wie vom Blitz getroffen zusammen und liegt regungslos, schlegelt dann mehr oder weniger intensiv und wird oft blitzartig wieder hoch und flüchtet wie gesund weg.

Pirschzeichen:
Oft viel Wildbretschweiß, Knochensplitter aus den Dornfortsätzen, manchmal, je nach Sitz der Kugel, auch Decken- bzw. Schwartenfetzen. Bei Sauen oft lange Borsten vom Rücken (Saubart), auch Wildbretfetzen. Oft nur sehr viel Schweiß am Anschuss, dann im Verlauf der Fährte meist stark nachlassend. Schweiß oft hoch am Bewuchs abgestreift. Je nach Schwere der Verletzung können solche Schüsse ausheilen. Im Sommer zusätzliche Gefahr durch Fliegenmadenbefall (Blutvergiftung). Wenn möglich, sofort Fangschuss auf das noch liegende oder wegflüchtende Stück antragen. In aller Regel ist eine schwierige Nachsuche anzunehmen. Schweißhundeführer und Schützen zum Umstellen anfordern. Entgegen der früher üblichen Lehrmeinung sollten Krellschüsse nicht sofort - womöglich mit jedem erreichbaren Hund - gehetzt werden. Sicherer ist es, das Stück krank werden zu lassen und dann mit einem Hund aus der Dickung zu lancieren, damit es durch die vorgestellten Schützen erlegt werden kann. Nach einer meist langen Riemenarbeit ist für die Hetze ein wildscharfer, hochläufiger und ausdauernd hetzender Hund nötig. Wehrhaftes Wild stellt sich dem hetzenden Hund leichter. Nachdem die Stücke oft schon nach kurzer Zeit ins Wundbett gehen, muss auf jeden Fall das Aufmüden vermieden werden. Nachsuche erst nach einer Wartezeit von 3-4 Stunden.

Der Rückgratschuss

Blitzartiges Zusammenbrechen, das Stück ist nach dem Durchschuss des Rückenmarkes gelähmt. Es versucht häufig mit den Vorderläufen wieder hochzukommen oder hebt das Haupt.

Pirschzeichen:
Ähnlich wie beim Krellschuss: je nach Art der Verletzung verendet das Stück nach einer gewissen Zeit oder aber sofort.

Der Äserschuss

Die Stücke brechen meist blitzartig zusammen. Beim anschließenden Wegflüchten ist ein Schütteln des Hauptes zu beobachten. Oft hängt der Unterkiefer herab.

Pirschzeichen:

Blasiger, schleimiger Schweiß, oft durch Speichel verdünnt, Deckenfetzen, kurzes Schnitthaar, Zahnteile, Kieferknochen.

Für das Wild immer tödlich (verhungern), allerdings erst nach langem, qualvollem Leiden. – Missglückte Trägerschüsse können sehr leicht so enden. Ebenso Schüsse aus unwaidmännischen Entfernungen! Auf jeden Fall versuchen, einen weiteren Schuss anzutragen, egal wohin!

Auch durch eine Hetze sind solche Stücke oft nicht zur Strecke zu bringen. Besser ist es, mit einem Schweißhundegespann das kranke Stück aus der Dickung zu lancieren, die von Schützen umstellt ist.

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Der Vorderlaufschuss

Das Zeichnen kann unterschiedlich sein. Die Stücke können entweder einknicken oder auch wie bei einem Blattschuss zeichnen. Beim Flüchten kann man das Schlenkern des durchschossenen Laufes oft gut erkennen.

Pirschzeichen:
Wildbretschweiß, je nach Wildart typisches Schnitthaar (meist kurz), Röhrenknochensplitter oder Splitter vom Gelenk, Knochenmark, oft Wildbretfetzen. Anfangs meist viel Schweiß, aber dann rasch nachlassend, hört schließlich ganz auf. Je nach Schwere der Verletzung heilt das Wild diese Schüsse aus. Je tiefer der Schuss sitzt, umso besser ist die Chance des Ausheilens. Es muss unter allen Umständen vermieden werden, dass das Wild z. B. beim Untersuchen des Anschußes aufgemüdet wird. Kranke Stücke gehen, wenn sie vom Menschen nichts ahnen, oft bald ins Wundbett. Entgegen früheren Lehrmeinungen sollte auch beim Laufschuss das Wild erst krank werden. Mit der Nachsuche sollte man erst nach 3-4 Stunden, besser noch nach 5-6 Stunden beginnen. Der Hund muss über entsprechende Erfahrung verfügen und wildscharf sein. Wehrhaftes Wild mit Vorderlaufschüssen stellt sich in aller Regel, Stücke mit Laufschüssen bleiben oft auf den Wechseln und ziehen nicht so gerne Berg abwärts.

Der Hinterlaufschuss

Oft knickt das Stück ein, wenn der Laufknochen durchschossen wurde, oder es geht kurz zu Boden. Beim Wegflüchten ist das Schonen der Hinterhand erkennbar. Wenn nur Muskeln getroffen wurden (hoher Hinterlaufschuss), ist fast kein Zeichnen zu beobachten.

Pirschzeichen:
Wildbretschweiß, Knochensplitter (Röhrenknochen oder Gelenkknochen). Hinterlaufschüsse schweißen meist besser als Vorderlaufschüsse, oft hört aber auch hier der Schweiß nach kurzer Zeit auf. Je nach Schwere der Verletzung können diese Schüsse ausheilen. Nachsuchen auf Laufschüsse sind besonders schwierig, wenn das Stück nach dem Schuss aufgemüdet wurde und sich an den Gebrauch der verbliebenen drei Läufe gewöhnt hat. Stücke mit Hinterlaufschüssen gehen ungern bergauf (Schub!), sondern lieber quer zum Hang oder leicht bergab.

Wildbret- und Streifschüsse

Das Zeichnen ist sehr verschieden.

Pirschzeichen: Meist nur Wildbretschweiß, der bald aufhört, Deckenfetzen. Bei Streifschüssen oft viel Schnitthaar. Schweiß anfangs oft sehr viel, dann stark nachlassend, hört meist nach kurzer Zeit ganz auf. Je nach Schwere der Verletzung (Fliegenmaden in der warmen Jahreszeit) heilen diese Schüsse i.d.R. aus. Auch hier, wenn möglich, zweiten Schuss antragen!

Nachsuche meist erfolglos und sehr schwierig. Auch Stücke mit leichten Verletzungen können zur Strecke gebracht werden, wenn das Stück nach entsprechender Riemenarbeit in einem Einstand bestätigt und dieser von Schützen umstellt wird. Dann versucht der Hundeführer mit dem Hund am langen Riemen, das kranke Stück aus der Dickung zu lancieren.

Der Drossel- bzw. Schlundschuss

Pirschzeichen:
Heller blasiger Schweiß, durch den Atem oft weit von der Fährte "weggeblasen", oft an Zweigen und Blättern in entsprechender Höhe. Meist tödlich, aber oft erst nach einigen Stunden bis Tagen. (Abhängig von der Schwere der Verletzung der Drossel und dadurch einsetzender Atemnot). Siehe Äserschuss!

Nachsuche erst nach einer Wartezeit von 3-4 Stunden beginnen.

Der Trägerschuss

Zeichnet durch blitzartiges Zusammenbrechen, oft schlegeln bis zum Verenden.

Pirschzeichen: I.d.R. viel Schweiß, wenn die Halsschlagader getroffen ist. Sofort tödlicher Schuss, wenn der Halswirbel durchschossen wird. Kann jedoch schnell zum Äser - oder Drosselschuss verunglücken.

Deshalb: Nur bei sicherer Schussabgabe!
Dieser Schuss sollte nur angetragen werden, wenn das Blatt nicht frei ist (nur in Ausnahmesituationen). Der Kopfschuss gilt - außer im Notfall als Fangschuss - als nicht waidgerecht. Zu groß ist die Gefahr eines Äserschusses, schon beim kleinsten Zielfehler oder einer Bewegung des Kopfes.

Der Schuss hinter den Teller beim Schwarzwild ist abzulehnen. Beim breitstehenden Stück wird beim Schuss hinter den Teller nur Wildbret (Nacken) verletzt. Die Halswirbelsäule liegt beim Schwarzwild vergleichsweise tief. Nur beim schräg von hinten angetragenen Schuss hinter den Teller wird das Gehirn getroffen. Um dem Wild unnötige Qualen zu ersparen, darf der Tellerschuss nur bei gutem Licht und auf kurze Entfernung im Fall eines Fangschusses angewandt werden. Der Versuch eines Tellerschusses birgt immer die Gefahr eines:

Gebrechschusses
Drosselschusses
Krellschusses
Wildbretschusses mit starker Wundwirkung

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Das Töten von krankem Schalenwild

In der Regel erfolgt das Töten von krankem Schalenwild mit der Langwaffe. Als Geschosse verwendet man hierbei:

Büchsenlaufgeschosse
Flintenlaufgeschosse

Das Töten kann aber auch mit Hilfe einer Faustfeuerwaffe erfolgen. Voraussetzung ist eine Mündungsenergie (E0) von mindestens 200 J (Joule).

Töten durch Fangschuss

Aus kurzer Distanz durch Schuss auf den Träger oder Schuss auf das Blatt.
Ist der Einsatz von Schusswaffen nicht möglich, z.B. bei Gefährdung der Jagdhunde, dann verwendet man verschiedene kalte Waffen. Als kalte Waffen finden Verwendung:

Waidmesser, Waidblatt oder Saufeder.

Der früher gebräuchliche Hirschfänger wird in der jagdlichen Praxis fast nicht mehr verwandt. Nach der Art der Tötung unterscheidet man zwischen:

Blattfang    Kälberfang    Abnicken    Abfangen

Töten durch Blattfang

Klinge wird von der Seite durch die Rippen ins Herz gestoßen.

Töten durch Kälberfang

Klinge wird von vorn durch die Halsgrube (Stich) ins Herz gestoßen.

Töten durch Abnicken

Klinge wird von oben, auf Höhe des Hinterhauptes, durch den ersten Halswirbel ins Rückenmark gestoßen. Das Abnicken erfordert sehr viel Erfahrung und Übung und sollte nur bei sicherem Beherrschen angewandt werden, wobei die Übungen nur am toten Stück vorgenommen werden können.

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