DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Der Schrotschuss  

ist im Gegensatz zum Büchsenschuss kein sorgfältig gezielter Schuss, sondern ein schnell hingeworfener Streuschuss auf relativ kurze Entfernung. Geschossen wird auf laufendes oder fliegendes Wild. Beim Schrotschuss wird nicht ein bestimmter Punkt getroffen, sondern es verteilen sich eine Vielzahl von Einschlägen über den gesamten Wildkörper. Auch beim Schrotschuss wird der schnelle und möglichst schmerzlose Tod angestrebt. Die tödliche Wirkung des Schrotschusses beruht auf der Erschütterung und/oder Verletzung des ca. 1 mm unter der Haut liegenden Nervensystems. Durch zahlreiche Treffer und die dadurch hervorgerufenen Hautreflexe kommt es zu einer schlagartigen Nervenlähmung und durch diese zum sog.

Schocktod

Die tödliche Schockwirkung der Schrotgarbe reicht je nach Schrotstärke bis zu einer Entfernung von 30-40 m. Ein wichtiger Faktor beim Schrotschuss ist die Dichte der Deckung. Mit zunehmender Entfernung kommt es zur größeren Streuung der Schrote und durch abnehmende Geschossgeschwindigkeit zu verringerter Durchschlagkraft. Die Folge: verminderte Tötungskraft. Bei zu kurzer Entfernung kommt es durch viele tief eindringende Schrote zu größerer Wildbretentwertung. Daher Nutzwild nicht auf Entfernungen unter 20 m beschießen. Die Wahl der Schrotstärke richtet sich nach der Wildart.

Bei gleicher Entfernung und zunehmender Schrotstärke nimmt die Dichte der Deckung ab, d.h. es kommt zu einer geringeren Zahl von Aufschlägen.

Das Zeichnen von Haarwild

Beim Schrotschuss beschränken sich die Schusszeichen weit gehend auf das so genannte Zeichnen. Nur beim Haarwild werden manchmal als Pirschzeichen Wolle und Schweiß gefunden. Hase und Kanin zeichnen bei Treffern aller Art durch heftiges Zusammenfahren. Insbesondere beim Schuss auf die vorderen Körperpartien reagieren sie aus dem Lauf durch sog. Rollieren und schlagartiges Verenden.

Schusswirkung bei Hase und Kanin

Vorderlaufschuss: Zeichnen durch kurzes Rollieren und Weiterflüchten. Der getroffene Lauf schlenkert dabei hin und her.

Hinterlaufschuss: Zeichnen durch Zusammenbrechen nach der verletzten Seite, im Fortkommen stark behindert.

Kopfschuss: Zeichnen durch mehrmaliges Hochschnellen vor dem Verenden.

Waidwundschuss:  Zeichnen durch Zusammenfahren, Fluchtgeschwindigkeit oft langsamer werdend, Verenden manchmal erst nach Tagen.

Herz oder Lunge: Bei einzelnen Treffern sind ohne sichtbares Zeichnen Fluchten über mehrere 100 m möglich, danach erfolgt schlagartiges Verenden.
Hasen klagen, wenn sie vom Hund oder Menschen gegriffen werden. Kaninchen pfeifen oftmals kurz vor dem Verenden. Viel Wolle am Anschuss bedeutet in der Regel Streifschuss.

Schusswirkung beim Fuchs bei Waidwund - / Knochenschuss: Zeichnen durch Beißen nach der verletzten Stelle sowie durch lautes Klagen.

Tödliche Verletzung: Zeichnen durch steiles, krampfhaftes Hochhalten der Lunte, und schneller Flucht.

Fehlschuss: Zeichnen durch Winken mit der Lunte verbunden mit schnellen Fluchten.

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Das Zeichnen von Federwild

tödlich getroffen: Fällt wie ein Stein bewegungslos zu Boden.

geflügelt: Fällt schwingenschlagend steil oder schräg herunter, auf dem Boden flüchtig, sog. Infanterist.

Kopf oder Lunge: Himmelnd, fliegt steil nach oben.

Rückgrat: Fliegt mit hängenden Ständern (Lähmung).

Gescheide: Gekrümmt mit hängenden Ständern und Stoss.

geständert: Verletzter Ständer herabhängend.

Für die Nachsuche von Niederwild gilt im Allgemeinen:

Immer nachsuchen, auch wenn Wild scheinbar gefehlt wurde. Die Nachsuche auf krankes Niederwild (außer Rehwild) erfolgt sofort mit Hilfe eines brauchbaren Hundes.
Bei Abbruch der Nachsuche wegen Dunkelheit erfolgt am nächsten Morgen die Wiederaufnahme.

Krankes Flugwild wird auch auf dem Boden oder im Wasser beschossen.

Von allem Niederwild ist der Fuchs am schusshärtesten. Kranke Füchse nehmen, sofern sie nicht tödlich getroffen wurden, vor dem Verenden meist einen Bau an. Auch durch scharfe Bauhunde lassen sich kranke Füchse oft nicht mehr sprengen. Dies sollte auch bei der Kaliberwahl zur Fuchsbejagung berücksichtigt werden. So verursachen z.B. Teilmantelgeschosse im Kaliber .22 Magnum bei Waidwundschüssen oft lange und auch erfolglose Nachsuchen und sollten deshalb nicht verwendet werden. Am erfolgversprechendsten ist die sofortige Hetze mit einem raubwildscharfen Hund.

Wird bei einem Kesseltreiben innerhalb des Kessels ein Hase krankgeschossen, darf nicht sofort nachgesucht werden. Im Normalfall kann der kranke Hase beim Verlassen des Kessels noch einmal beschossen werden. In keinem Fall schnallt man den Hund zur Hetze in den Kessel. Nur kranke Hasen, die den Kessel verlassen haben, können je nach Regelung durch den Jagdleiter, sofort nachgesucht werden.

Werden z. B. geflügelte Fasane und Rebhühner nicht sofort gefunden, verlässt man die Stelle, um nach einer Weile nochmals nachzusuchen. Dann hat das kranke Wild eine bessere Krankwitterung, und die Verleitungen durch gesundes Wild oder erregtes Wild, z. B. beim Schuss auf eine Kette Rebhühner, sind nicht mehr so stark. Geflügelte Fasane und Rebhühner laufen oft sehr weit, daher weiträumig suchen!

Geflügelte Enten 
müssen meist auf dem Wasser vor dem Hund erlegt werden. Bei der Nachsuche auf geflügelte Enten nach dem Abendstrich ist oft aufgrund der Dunkelheit ein Fangschuss nicht mehr möglich. Es ist daher in diesem Fall oft besser, erst am nächsten Morgen nachzusuchen. Geflügelte Enten, die am Abend in Ruhe gelassen wurden, verstecken sich in aller Regel entweder im Schilf oder ähnlicher Deckung oder im Uferbewuchs, wo sie bei Gefahr sofort das Wasser annehmen und möglichst auch abtauchen können. Enten mit Waidwundschüssen verenden in aller Regel nicht auf dem Wasser, sondern nehmen kurz vorher das Land an.

Schwierig ist die Nachsuche auf Enten in Fliessgewässern, da sich die kranken Enten entweder schwimmend oder tauchend mit dem fließenden Wasser sehr schnell entfernen können.

Ringeltauben, die geflügelt zu Boden fallen, laufen selten weite Strecken. Waidwund geschossene Tauben streichen oft noch Hunderte von Metern weiter und fallen auf einem Baum ein. Es ist in diesem Fall oft nicht ratsam, sich dem Ort des Einfallens zwecks Abgabe eines Fangschusses zu nähern. Meist entdeckt die kranke Taube den Jäger früher und streicht noch außerhalb der Schussentfernung ab. Nur in sicheren Fällen (schwerkranke Tauben) sollte der Fangschuss versucht werden. Besser ist es, nach einer Wartezeit den Ort des Einfalles mit dem Hund abzusuchen, wenn die Taube entweder schwerkrank oder verendet aus dem Geäst gefallen ist.

Das Töten von Niederwild (ausgenommen Rehwild)

Fluchtunfähiges Wild oder vom Hund lebend apportiertes Wild, wird endgültig durch Abschlagen oder Abnicken getötet. Der Fangschuss auf angeschweißtes Niederwild findet nur bei flüchtigem Wild oder wehrhaftem Raubwild und Raubzeug Anwendung. Der Fangschuss erfolgt in der Regel mit Schrot oder einer Kurzwaffe. Das Töten von Hase und Kanin erfolgt durch Abschlagen. Dabei wird das Wild an den Hinterläufen hochgehoben und durch einen kräftigen Schlag schräg von oben hinter die Löffel getötet.

Das Töten von Fuchs und Dachs erfolgt meist durch Fangschuss.

Das endgültige Töten von Flugwild kann auf verschiedene Art erfolgen, z. B. durch

Das Töten durch Abfedern galt früher als waidgerecht und erfordert viel Übung. Heute wird es aus Tierschutzgründen abgelehnt.

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