DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Die Wasserjagd Wasserjagd

Unter den Begriff "Wasserjagd" fallen alle Jagdarten, die am und auf dem Wasser ausgeübt werden. Bejagt werden vorwiegend Wildenten, Wildgänse, aber auch Blässhühner und Möwen.

Alles Wasserwild äugt sehr gut. Nicht waidmännisch ist auf Wasserwild zu jagen, wenn bei starkem Frost nur noch wenige offene Wasserflächen vorhanden sind.

Besondere Vorsicht ist geboten

Bei der Jagd an Fließgewässern ist es vorteilhaft, wenn das Wasserwild über Land beschossen werden kann. Bei allen Arten der Wasserjagd sind brauchbare Hunde mitzuführen und zu verwenden. Geflügelte Enten, die infolge von Dunkelheit nicht mehr gefunden wurden, werden am nächsten Tag nachgesucht. Nachsuchen an Fließgewässern sind oft schwierig und erfordern den Einsatz besonders firmer Hunde.

Die Methoden der Jagd am oder auf dem Wasser sind sehr vielfältig. Oft werden verschiedene Jagdarten miteinander kombiniert. Hauptsächlich unterscheidet man bei der Wasserjagd die Jagdarten

Anstand     Treibjagd     Entensuche (Stöberjagd)     Pirsch.

Anstand

Der Anstand kann als Einzel- und Gesellschaftsjagd ausgeübt werden. Wichtig bei der Wahl des Standortes ist eine gute Deckung, z.B. im Schilf oder Uferbewuchs. Notfalls verwendet man einen Schirm. Zu vermeiden sind möglichst alle Geräusche und besonders hastige Bewegungen, z.B. zu frühes In-den-Anschlag-gehen.

Die günstigsten Zeiten für den Anstand sind morgens und abends. Der Anstand wird meist ausgeübt, wenn die Enten am Morgen zu den Tagesrastplätzen streichen, bzw. am Abend, wenn sie am Nahrungsgewässer oder auch auf Getreidefeldern einfallen. Bei der Einzel-Ansitzjagd sollte sich der Schütze mit dem Rücken im Wind aufstellen. Der Hintergrund sollte frei von Baumbewuchs sein, damit sich die abstreichenden Enten klar gegen den hellen Himmel abheben. Bei Sturm, Regen und Nebel streichen Enten und Gänse i.d.R. tiefer als bei klarem Wetter.

Beim Abendstrich auf Enten empfiehlt es sich, wenn möglich, nach Westen zu blicken, da dort der Himmel länger hell ist und sich die streichenden Enten besser abheben.

Erfolgversprechend kann auch der Ansitz an Fliessgewässern sein, wo die Enten entlangstreichen. Oft wird auch vorher angekirrt. Das Lockfutter wird auf Futterflößen ausgebracht.

Gänse werden meist auf dem Strich zwischen dem Gewässer, wo sie die Nacht verbracht haben, und den Nahrungsplätzen (Felder, Weiden) bejagt, bzw. in unmittelbarer Nähe dieser Plätze. Sowohl bei Gänsen als auch bei Enten können zusätzlich künstliche Lockvögel verwendet werden, um das Wasserwild zum Einfallen anzuregen.

Bei der Wasserwildjagd an der Küste erfolgt der Ansitz im freien Watt an Buhnenköpfen, an der Schilfkante, manchmal in Tonnen als Deckung.

Hierbei werden die Jäger um das Gewässer angestellt und flache, bewachsene Uferzonen von Treibern durchwatet. Schilf und Rohrzonen werden mit einem Boot durchfahren. Zur Unterstützung der Treiber stöbern ggf. schwimmende Hunde.

Bei Beachtung der Windrichtung streichen die Enten direkt auf die Schützen zu. Bei dieser Methode ist die Gefahr des zu weiten Schusses geringer. Vor dem ersten Schuss muss die Schützenkette vollständig angestellt sein. Der Abstand zwischen den Schützen sollte 30 m nicht überschreiten. Vom Ufer - gedeckt durch einen Schirm - stehen sie 50 bis 100 m entfernt.

Hierbei wird entweder das Gewässer wie bei der Treibjagd von Schützen umstellt und ein brauchbarer Hund zum Stöbern ins Schilf geschickt, oder der Jäger jagt auf diese Art und Weise alleine mit dem Hund. Diese Jagdart kann ganztägig durchgeführt werden.

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Pirsch

Ein oder mehrere Jäger versuchen gleichzeitig, unter Ausnutzung der Deckung, sich den am Ufer liegenden Enten bis auf Schrotschussentfernung zu nähern. Das gemeinsame Anpirschen empfiehlt sich besonders an Fliessgewässern, wenn der genaue Aufenthaltsort der Enten nicht ausgemacht werden kann. Die Enten liegen bei Fliessgewässern meist in den ruhig fließenden Gewässerteilen.

Die LockjagdLockjagd

Als Lockjagd bezeichnet man alle Jagdarten, bei denen der Jäger das Wild auf unterschiedliche Art anlockt. Die Lockjagd erfolgt fast immer in Verbindung mit dem Ansitz oder Anstand, manchmal auch in Verbindung mit der Pirsch.

Das Wild wird angelockt durch

Lautäußerungen, welche die Laute von Beutetieren vortäuschen, von Nebenbuhlern (Fortpflanzungszeit) oder von paarungsbereiten weiblichen Stücken.

künstliche Attrappen, die das Wild mit dem Geselligkeitssinn anlocken, bzw. durch die Anwesenheit eine Äsungsmöglichkeit signalisieren, oder das "Hassen" auf natürliche Feinde provozieren.

Lockfutter, z.B. an Kirrungen, Luderplatz ist bei fast allen Wildarten möglich.

Fuchs

Die Lockjagd auf Füchse erfolgt meist vom Erd- oder Hochsitz aus oder in Kombination mit der Pirsch. Sie kann ganzjährig erfolgen in Wald und Feld und in der Nähe von Gewässern. Meist wird in mondhellen Nächten auf den Fuchs gereizt, wenn es geschneit hat. In ruhigen Revieren steht der Fuchs aber auch tagsüber zu, besonders im Spätwinter, wenn er tagsüber in sonnigen Dickungen liegt.

Bei der Lockjagd werden die Lautäußerungen von Mäusen (Pfeifen), Hase und Kaninchen (Klagen) imitiert. Gebräuchliche Instrumente sind

das Mauspfeifchen, hergestellt aus Holz, Knochen, Kunststoff. Man verwendet es ganzjährig auf wirksame Entfernungen bis 100 m.

Kaninchen- oder Hasenklage, hergestellt aus Kunststoff oder Holz. Man verwendet sie nur im Winter auf eine Entfernung bis zu 500 m.

Als natürliches Hilfsmittel zum Nachahmen der Mauslaute dient auch das Ansaugen der Luft bei geschlossenen Lippen. Füchse, die außerhalb der Schrotschussentfernung aber unter 100 m vorbeischnüren nur mit dem Mauspfiff anlocken. Die Hasenklage soll nach Beziehen des Standes erstmals nach ca. 15 Minuten eingesetzt werden, die Wiederholung erfolgt nach ca. 15 Minuten Pause.

Außer dem Fuchs stehen manchmal auf die Hasenklage auch streunende Katzen, wildernde Hunde sowie Marder und Rabenvögel zu. Mit Ausnahme der wildernden Hunde gilt das auch für das Mäuseln (Mauspfeifchen). Außerdem steht besonders im Sommer der Fuchs auf das Kitz-Angstgeschrei zu.

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 Luderplatz

Die Jagd am Luderplatz gilt in erster Linie dem Winterfuchs. Der Platz sollte auch bei tiefer Schneelage noch gut erreichbar sein, z.B. im freien Feld oder im Wald auf Waldwiesen und Lichtungen. In schneearmen Gegenden kann auch ein Luderplatz in Sandgruben ohne Bewuchs angelegt werden, wenn der Untergrund hell genug ist.

Der Luderplatz wird regelmäßig mit kleinen Mengen von Aufbruch, Fallwild oder Zerwirkabfällen von Wild beschickt. Bei der Verwendung von pflanzlichen Lockstoffen in kleinen Mengen spricht der Jäger von Kirrung.

Besonders bewährt hat sich auf Marder, aber auch auf den Fuchs, die Kirrung mit Rosinen, Backpflaumen, Dörrobst oder Honig. Gerne genommen werden auch Eier und Räucherfisch. Um Mäuse als natürliche Beutetiere an den Luderplatz zu locken, kann man eine Mäuseburg bauen.

Manchmal wird am Luderplatz ein Betonrohr schräg eingegraben und dann mit Luder beschickt - man spricht vom Luderschacht. Der Fuchs soll durch den Geruch angelockt werden, aber nur wenig vom Luder um den Schacht herum aufnehmen können. Daher: Regelmäßiges Beschicken in kleinen Mengen. Außer dem Fuchs suchen auch andere Raubwildarten den Luderplatz auf, z.B. Marder, Dachs, Waschbär.

Deshalb gilt: Wegen der Schweinepestgefahr Vorsicht mit Zerwirkabfällen vom Schwarzwild.

Verboten ist das Ausbringen von Schlachtabfällen von Haustieren und Totgeburten von Haustieren sowie die Anlage von Luderplätzen in Wasserschutzgebieten!

Außerdem sollte nicht in der Nähe von Wanderwegen, Loipen etc. gekirrt werden, da hierbei Spaziergänger Anstoß nehmen könnten.

Die Lockwirkung vor einem geplanten Ansitz kann auch durch sternförmige Schleppen z.B. mit überfahrenem Wild gesteigert werden. Der Ansitz am Luderplatz erfolgte früher in sog. Luderhütten, die teilweise in die Erde oder einem Hang eingegraben waren. Heute verwendet man oft transportable Luderhütten, oder man sitzt an in geschlossenen Kanzeln. Vorteilhaft ist die Luderplatzanlage an einem Bach, wenn dieser Ansitzplatz und Luderplatz trennt. Das Raubwild kommt so nicht auf die Spur des Jägers und Bäche sind natürliche Pässe des Raubwildes. Außerdem überdeckt das Wasser manche Geräusche des ansitzenden Jägers und es ist eher vorhersehbar, woher das Raubwild kommt.

Zu beachten ist ferner, dass der Platz ausreichend vom Mond beschienen werden kann. Büsche und Bäume sind wegen des Mondschattens ungünstig. Ein Ansitz am Luderplatz ist dann wenig erfolgreich, wenn das natürliche Beuteangebot groß ist und wenn es frisch und tief geschneit hat. Der regelmäßige Besuch des Fuchses am Luderplatz bleibt oft während der Ranzzeit aus. Sinnvoll ist beim Ansitz die Verwendung einer kombinierten Waffe, insbesondere wenn auch mit dem Marder zu rechnen ist. Beschossen werden soll der Fuchs möglichst breit stehend oder schräg von vorne aufs Blatt.

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Die Jagd an der Kirrung

Die Jagd an der Kirrung wird meist mit der Ansitzjagd verbunden. Unter Umständen wäre auch eine Pirsch zur Kirrung möglich. Normalerweise sollte an einer Kirrung nur eine geringe Menge Lockfutter verdeckt oder vergraben ausgebracht werden.

Seit jeher wird besonders auf Schwarzwild gekirrt. Meist wird dafür Körnermais verwendet. Es können aber auch andere Futtermittel wie Kartoffeln, Äpfel, Getreide etc. verwendet werden. Bei der Lage des Kirrplatzes ist darauf zu achten, dass diese Fläche möglichst vom Mond beschienen wird und möglichst über einen hellen Untergrund verfügt (z.B. Stoppelfeld).

Rufjagd

Sie erfolgt nur während der Brunft (Ende Sept. / Anfang Okt.), meist in Verbindung mit Ansitz und/oder Pirsch in der Nähe der Einstände und Brunftplätze. Nachgeahmt wird der Ruf eines Hirsches, um damit den Platzhirsch zu reizen. Wichtig ist hierbei, dass der Platzhirsch nicht eingeschüchtert wird, sondern aufgrund der Tonart noch das Gefühl der Überlegenheit hat. Außerdem wird nachgeahmt der

Gebräuchliche Instrumente für den Hirschruf sind:

Hirschruf    Tritonmuschel    Ochsenhorn

Herakleumrohr (getrockneter Stängel des Riesenbärenklaus)

Um einen Hirsch zum Verhoffen oder Zustehen zu bringen, kann auch das Mahnen eines Alttieres nachgeahmt werden. Diesen Laut erzeugt man durch einen Kehllaut mit zugehaltener Nase.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rufjagd sind genaue Kenntnisse der Lautäußerungen des Rotwildes und viel Erfahrung. Der Platzhirsch steht erst dann zu, wenn er sein Kahlwild direkt durch den Rivalen gefährdet sieht, d.h. bei Unterschreitung einer gewissen Distanz. Ist die Distanz zwischen Hirsch und Jäger zu groß, wird der Hirsch angegangen unter ständigem Rufen. Zu achten ist dabei auf den Wind. Das Knacken von Ästen und Zweigen kann hierbei sinnvoll sein. Manchmal wird auch mit einem Stock das Schlagen des Geweihes an Bäume und Büsche imitiert. Zu achten ist auf Beihirsche und auf das stets wachsame Kahlwild.

 Blattjagd

Die Blattjagd auf den brunftigen Rehbock (Ende Juli / Anf. Aug.) wird sowohl vom niedrigen Hochsitz als auch vom Erdsitz aus ausgeübt. Zweckmäßig ist die Anlage von einfachen Schirmen, die über einen Pirschsteig geräuschlos erreicht werden können. Beim sog. Blatten werden die Lautäußerungen von Geiß, Schmalreh und Kitz imitiert.

Man unterscheidet zwischen

Geblattet wird in der Nähe der Einstände. Zum Nachahmen der Brunftlaute eignen sich die Blätter von Buche, Flieder und auch Grashalme. Außerdem gibt es im Handel eine Vielzahl von verschiedenen künstlichen Lockinstrumenten, sog. Rehblatter, hergestellt aus Gummi, Holz und Kunststoff.

Bei der klassischen Blattjagd pirscht der Jäger zum Blattstand und wartet zunächst ungefähr 10 Minuten. Dann wird mit einer Serie von Fieptönen begonnen. Falls kein Bock zusteht, wird nach einer Pause wieder mit dem Fiepen begonnen, das dann zum Sprengfiep und ggf. Angstgeschrei gesteigert wird. Nach der 2. Serie von Locktönen muss der Jäger noch mind. 10 Minuten warten. Dann kann er zum nächsten Blattstand weiterpirschen. Zu Beginn der Blattzeit springen oft nur junge Böcke. Die älteren Böcke springen oft erst zum Ende der Blattzeit. Bezüglich der besten Tageszeit oder Witterung gibt es bei der Blattjagd keine Regel.

Empfehlenswert ist eine Waffe entweder ohne Zielfernrohr oder mit einem Glas mit geringer Vergrößerung, da meist schnell und auf kurze Distanz geschossen werden muss. Das Kaliber sollte auch für einen Schuss durch Zweige geeignet sein.

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Die Lockjagd auf Ringeltauben

Mit dem Lockruf wird hauptsächlich der Ringeltauber während der Balz im Frühjahr in der Nähe des Rufbaumes bejagt. Zu achten ist auf gute Deckung. Imitiert werden vom Tauber das Rucksen, Rufen und Heulen. Als gebräuchliches Lockinstrument dient der Taubenlocker, als natürliche Hilfsmittel verwendet der Jäger hohle Hände und Mund.

Mit der Locktaube werden beide Geschlechter der Ringeltaube auf überflogenen, freien Flächen bejagt. Der Jäger muss auf gute Deckung bedacht sein. Als Lockmittel verwendet man möglichst mehrere wippende Attrappen aus Gummi, Holz oder Kunststoff. Auch erlegte Tauben können bei entsprechender Witterung (Wildbrethygiene) als Locktauben aufgestellt werden. Diese Jagd mit Locktauben wird hauptsächlich beim Taubeneinfall im Spätsommer im Lagergetreide angewendet. Der Schuss auf Ringeltauben erfolgt mit Schrot (2,5 - 3 mm), mit Kleinkaliber besteht meist erhöhte Gefahr für das Hintergelände. Antwortet ein Tauber zwar auf den Lockruf, steht er aber nicht zu, kann man sich auch anpirschen. Der Jäger darf sich dabei nur bewegen, wenn der Tauber ruft. Beim Verschweigen des Taubers muss er sofort still stehen bleiben (Auerhahn des kleinen Mannes!).

Während der Balzstrophe vernimmt und äugt der Tauber nicht weniger gut, nur ist seine Aufmerksamkeit mehr auf die umgebenden Wipfel und anstreichende Rivalen gerichtet als auf den Waldboden.

Der Schuss erfolgt nur auf den breit sitzenden Tauber oder von vorne. Schüsse von hinten verursachen Waidwundschüsse. Möglich ist auch die Lockjagd auf Ringeltauben durch Ankirren. Gerne genommen werden z.B. Erbsen und Wicken, Mais und Weizen. Auch Salzlecken locken die Tauben immer wieder an, wenn sie erst einmal bekannt sind. In wasserarmen Revieren erfolgt auch der Ansitz an der Tränke.

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