DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Die Lockjagd

auf Enten und Gänse

Die Lockjagd wird meist in Kombination mit dem Anstand (Ansitz) ausgeübt. Oft wird auch noch zusätzlich angekirrt. Bei der Entenjagd verwendet man als schwimmende Attrappen künstliche Lockenten aus Gummi oder Kunststoff. Früher verwendete man auch aus Holz geschnitzte Attrappen. Die Fixierung im Wasser erfolgt mit einer Schnur und Senkblei. Zur Verstärkung der Lockwirkung der künstlichen Attrappe verwendet man manchmal zusätzlich Lockinstrumente (Entenlocker) aus Holz oder Gummi (sinnvoll nur bei Stockenten). Imitiert wird das laute Rufen der weiblichen Stockente. Der Ruf des Erpels ist aufgrund seiner geringeren Lautstärke nicht so gut geeignet.

Zum Anlocken von Wildgänsen

verwendet man ebenfalls künstliche Nachbildungen, diese werden jedoch auf den Äsungsflächen (Felder, Weiden) ausgelegt. Bei kühler Witterung (Wildbrethygiene) können auch kurzzeitig bereits erlegte Gänseverwendet werden. Dabei wird ihr Hals mit Hilfe einer dünnen Astgabel hochgehalten. Oft ist es sinnvoll, nicht sofort auf einzeln anstreichende Enten und Gänse zu schiessen, es handelt sich hierbei i.d.R. um vorausfliegende "Kundschafter". Meist folgt nach kurzer Zeit ein Schoof oder ein Flug.

Die Lockjagd auf den Birkhahn

Sie erfolgt während der Balz im Frühjahr in der Nähe des Balzplatzes. Imitiert wird vom Hahn das sog. Blasen oder Zischen und von der Henne das Gocken. Der erfahrene Jäger imitiert die Laute mit dem Mund bei zugehaltener Nase.

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Die Hüttenjagd 

Bei der Hüttenjagd macht sich der Jäger das Verhalten der Rabenvögel zunutze, auf Eulenvögel zu hassen. Die früher übliche Hüttenjagd mit dem lebenden Uhu ist heute nach den artenschutzrechtlichen Bestimmungen nicht mehr möglich. Am günstigsten sind die Monate Oktober bis Mai. Als Unterstand dient dem Jäger eine Erdhütte. Diese wird im Erdboden eingelassen und besitzt eine oder mehrere Schiessluken mit Hauptschussrichtung nach Norden. Das Dach wird zweckmäßig mit Erde, Zweigen, Gras verblendet. Die Aufstellung der Jule mit dem Uhu erfolgt in ca. 20 m Entfernung. Zum Aufbaumen der Rabenvögel soll ein geeigneter, möglichst dürrer Baum, man spricht vom Fallbaum, vorhanden sein. Die Entfernung zur Hütte beträgt ca. 30 m. Anstelle des lebenden Uhus verwendet man heute künstliche Attrappen aus Gummi oder Kunststoff sowie Haar- und Federbälgen. Vorteilhaft sind bewegliche Schwingen. Beim künstlichen Uhu werden die Bewegungen durch Ziehen an einer Leine erzeugt. Die Lockwirkung des künstlichen Uhus ist allerdings nicht so gut wie beim früher verwendeten lebenden Exemplar. Die Attrappe wird oft schon als solche beim ersten Anflug erkannt, und der Schuss muss daher auf die streichenden Rabenkrähen schnell erfolgen. So gewarnte Rabenvögel blocken selten auf und geben daher keine Gelegenheit für einen leichten Schuss. Der Jäger bezieht die Erdhütte bereits vor dem Morgengrauen. Beim Anfliegen der Rabenvögel spricht man vom Zustehen, stoßen sie auf den künstlichen Uhu herab, bezeichnet man das als "Hassen". Aufgebäumte Rabenvögel werden mit Schrot erlegt.

Die Bau- oder Erdjagd      

Die Bau oder Erdjagd, speziell auf den Fuchs, hatte früher eine große Bedeutung. Durch die Tollwut kam es zu einer Abnahme dieser Jagdart. Die neuerliche Zunahme nach den meist überall durchgeführten Tollwutimpfungen wurde wieder durch die Problematik des Fuchsbandwurmes eingeschränkt. Bei der Bau- oder Erdjagd wird das Wild im Bau bejagt, d.h. unter der Erde. Aus dem Bau flüchtendes Wild wird geschossen oder gefangen, im Bau festliegendes Wild wird durch Einschlag ausgegraben. Zum Einsatz bei der Bau- und Erdjagd kommen: Erdhunde und Frettchen Bejagt werden: Fuchs, Dachs Wildkaninchen Man spricht vom Fuchssprengen  und Frettieren bzw. vom Dachssprengen

Das Fuchssprengen

Die Baujagd wird vorzugsweise während der Ranz im Winter ausgeübt. Gerade in der Ranzzeit können mehrere Füchse in einem Bau stecken. Die übrige Zeit steckt der Fuchs nur selten im Bau, ausgenommen zur Aufzuchtzeit der Jungen und in Revieren mit wenig Deckung und wenig Ruhe. Möglich ist auch die Baujagd auf Jungfüchse, dabei muss aber meist gegraben werden. Zur Ausrüstung des Baujägers gehören i.d.R. Werkzeug zum Graben und für den Bauhund Verbandszeug und Wunddesinfektionsmittel. Neben den natürlichen Fuchsbauen kann auch an trockenen Rohrdurchlässen oder verrohrten Entwässerungsgräben gejagt werden, ferner in extra dafür angelegten und angenommenen Kunstbauen. Möglich ist auch eine "Baujagd" in einem großen Strohhaufen oder einer Feldscheune mit entsprechendem Inhalt. Gerade hier kann auch der Marder stecken und so mitbejagt werden. Gemieden werden sollten wegen der Gefährdung des Hundes Felsbaue und Dachsbaue. Ungünstig sind ferner einzelne Endrohre, da hier das Raubwild schlecht springt. Gejagt wird meist am Vormittag. Vorteilhaft sind trübe, nasse und windige Tage. "Sauwetter ist Bauwetter!" Für die Zahl der Jäger gilt: So wenig wie möglich - so viel wie nötig! Das Anstellen erfolgt um den befahrenen Bau geräuschlos mit gutem Wind und in ausreichender Deckung bei sofortiger Schussbereitschaft. Das Ansetzen der Hunde erfolgt ohne lautes Kommando. Verwendet werden Erdhunde mit ausreichender Schärfe. Vor dem Einschliefen unbedingt die Halsung abnehmen. Wenn der Fuchs nicht springt, den Hund an einer anderen Röhre erneut ansetzen. Die Jäger haben i.d.R. in die Röhren keine direkte Sicht. Deshalb, wenn der Fuchs in der Röhreneinfahrt erscheint, nicht sofort schießen. Außerdem könnte der getroffene Fuchs in die Röhre zurückrutschen. Der Fuchs kann oft schon nach wenigen Minuten springen, es kann auch Stunden dauern. Wenn der Fuchs nicht springen will, entfernt sich der Hundeführer nach dem Erscheinen des Hundes mit diesem hörbar vom Baubereich. Ein Schütze bleibt bei gutem Wind auf dem Anstand zurück. Meist erscheint der Fuchs nach kurzer Zeit, um sich zu verdrücken. Bei schwer bejagbaren (einsehbaren) Bauen kann man einzelne Röhren mit einem Sprengnetz abdecken. Das sind relativ dünne Netze mit seitlichen Metallgewichten. Springt der Fuchs ins Garn, verstrickt er sich und kann erlegt werden. Stellt man fest, dass ein Fuchs z.B. in einem Rohrdurchlass eingeschlieft ist, kann man durch Verwittern der Öffnung, z.B. mit einem Kleidungsstück (Gespenst), verhindern, dass der Fuchs die Röhre wieder verlässt. Dann kann man ggf. einen Bauhund oder weiteren Schützen holen.

Kann ein Hund den Bau aus eigener Kraft nicht mehr verlassen, muss man ihn ausgraben (Einschlag). Die Richtung des Einschlages wird nach dem Standlaut des Hundes bestimmt. Immer öfter kommen Sender zum Einsatz.

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Das Dachssprengen

Die Durchführung der Baujagd auf den Dachs erfolgt wie beim Fuchs. Da der Dachs meist nicht springt, wird der ausgegrabene Dachs mit Hilfe einer Zange oder Dachsgabel zu Boden gedrückt. Getötet wird er durch einen Fangschuss mit der Faustfeuerwaffe. Der Dachs ist sehr wehrhaft und die Verletzungsgefahr ist für Hunde besonders groß. Neben den Verletzungen besteht außerdem die Gefahr des Verklüftens. Dabei schiebt der Dachs zwischen sich und dem Hund die Röhre mit Steinen und Sand zu, der Hund kann auf diese Weise eingeschlossen werden. Aufgrund der Gefahren für den Hund, verbunden mit der Zerstörung der Baue durch das Graben, wird die Baujagd auf den Dachs sehr selten ausgeübt. Da der Dachs außerhalb des Baues leichter zu bejagen ist (siehe Ansitz), besteht für das Dachssprengen i.d.R. keine Notwendigkeit.                                                                       

Das Frettieren   

"Frettieren" ist die Bezeichnung für die Baujagd auf Kaninchen unter Verwendung eines Frettchens. Der Transport des Frettchens erfolgt in einer Frittchenkiste. Frettiert wird in der Zeit von November bis Februar, da in dieser Zeit keine Jungkaninchen im Bau sind. Um zu verhindern, dass das Frettchen im Bau ein Kaninchen reißt, wird ihm ein Maulkorb angelegt. Zum Beunruhigen der Kaninchen und als Standortanzeige dient ein Halsband mit Glöckchen. Die vom Frettchen gesprengten Kaninchen werden mit Schrot erlegt (2,5 - 2,7 mm). Sinnvoll ist die Verwendung von Streupatronen (z.B. 2,7 mm). Möglich ist auch der Fang mit Netzen, z.B. in unübersichtlichem Gelände oder in Wohngebieten. Auch Beizjäger mit dem Habicht bedienen sich dieser Jagdart. Um das oft plötzlich wieder auftauchende Frettchen nicht zu gefährden, darf im engeren Baubereich auf die Kaninchen nicht geschossen werden. Krankgeschossene und zu Bau gefahrene Kaninchen lassen sich i.d.R. vom Frettchen nicht mehr sprengen. Bisweilen wird in Kaninchenbauten auch ein wilder Iltis angetroffen, der durch das Geläut des Glöckchens manchmal sogar springt. Auch wenn Frettchen handzahm werden können, jagen sie doch nur aus Eigennutz, ähnlich wie die Greifvögel bei der Beizjagd. Ein hundeähnliches Verhältnis zum Frettchen kann nicht aufgebaut werden.

Das Ausneuen    

Das "Ausneuen" wird ausschließlich durchgeführt am Morgen nach Neuschnee (daher "Ausneuen"). Bejagt werden Baum- und Steinmarder in Wald und Feld. Beim Ausneuen folgt der Jäger der Marderspur bis zum Tagesversteck, oder er versucht, den Marder durch Kreisen in den oft bekannten Tagesverstecken zu bestätigen (meist beim Steinmarder). Vor dem Aufsuchen des Versteckes setzen beide Marderarten häufig Losung und Urin ab. Erlegt werden beide Marderarten mit Schrot (2,7 - 3 mm). Wegen der oft nur kurzen Schussentfernung ist die Verwendung von Streupatronen ratsam.

Die Jagd auf den Baummarder

Diese Jagdart erfordert viel Revierkenntnis, Erfahrung und Ausdauer. Oft endet das Ausgehen der Marderspur an der Reviergrenze. Häufigste Verstecke des Baummarders sind Eichhörnchenkobel, verlassene Greifvogelhorste, hohle Bäume. Das Austreiben aus dem Versteck erfolgt durch Ausklopfen, bei hohlen Bäumen genügt oft schon ein Kratzen an der Rinde. Der Baummarder springt entweder auf den Boden oder er holzt sofort weiter. Nach dem Aufbaumen springt der Baurnmarder oft von Baum zu Baum, man sagt er holzt. Die Verfolgung ist dann schwierig und allenfalls zu erahnen an herabfallenden Ästen, Rindenstückchen, Schneeklumpen. Hauptsächlich erfolgt aber beim Baummarder die Fortbewegung auf dem Boden. Von Vorteil ist die Mitnahme eines raubwildscharfen Hundes. Die Jagd auf den Steinmarder Häufige Verstecke des Steinmarders sind Scheunen, Holzstösse und Reisighaufen, Steinhaufen und Durchlässe. Im Unterschied zum Baummarder holzt der Steinmarder nicht. Aus dem Versteck wird er durch viel Lärm getrieben. Man spricht vom Austrommeln. Hierzu verwendet man z.B. Blechbüchsen, Töpfe und Deckel, Glocken und Schellen. Oft ist der Marder nur durch das Umschichten von Heu, Brettern usw. zu sprengen. Sinnvoll ist auch die Verwendung eines Hundes - vorzugsweise eines Bauhundes.

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Die Beizjagd   

Der Ursprung der Falknerei und Beizjagd liegt in den Steppen Asiens. Nach Europa gelangte diese Jagdart bereits mit den Hunnen. Ihren Höhepunkt erlebte die Beizjagd im Mittelalter. Bekanntester Falkner war der Hohenstaufenkaiser Friedrich II.. Heute sind die Falkner organisiert im Deutschen Falkenorden und Orden deutscher Falkoniere. Bei der Beizjagd wird das Wild mit Hilfe eines "gezähmten" Greifvogels erbeutet. Der Falkner (Jäger) und sein Hund suchen das Wild. Nach dem Herausstoßen wird es vom Greifvogel verfolgt, gebunden und geschlagen. Getötet wird es entweder durch den Greifvogel oder vom Falkner durch Abfangen mit der kalten (blanken) Waffe. Bei der Beizjagd werden Schusswaffen nicht verwendet! Zur Ausübung der Beizjagd ist der Falknerjagdschein erforderlich. Voraussetzungen hierfür sind die bestandene Jägerprüfung und die Falknerprüfung. Das Zähmen des Greifvogels bezeichnet man als Abtragen. Zum Abtragen eignen sich Nestlinge, Ästlinge und früher auch Wildfänge. Fachgerechtes Abtragen erfordert vom Falkner viel Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen. 

Bejagt werden:                                    Geeignete Greifvögel:  

Hase, Fuchs, (Rehwild)                                      Steinadler   

Hase, Kaninchen,                                                 Habicht

Fasan, Rebhuhn, (Krähen)                                 Habicht, Wanderfalke

Verwendet werden außerdem auch Saker -, Lanner - und Luggerfalken.

Der abgetragene Beizvogel muß vor dem Jagdeinsatz vom Falkner erst in Beutebereitschaft gebracht werden, man spricht auch von Kondition. Die Kondition wird vom Falkner gesteuert durch richtige Atzung mit hohem und niedrigem Nährwert und täglicher Gewichtskontrolle. Das Anjagen erfolgt durch den Beizvogel als Flug von der Faust des Falkners, Flug aus der sog. freien Folge, Flug aus dem sog. Anwarten.

Die Ausrüstung des Beizvogels und Falkners

Falkenhaube (verhindert die Augen-Ferneinstellung)
Bellen und Adresstafel (Wiederfinden des Beizvogels)
Geschüh (zur Befestigung an den Fängen)
Drahle und Langfessel (zum Fixieren an Jule, Reck, Sprenkel)

 

Weitere Utensilien: Falknerhandschuh, Falknertasche, Falknermesser, Federspiel.  

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