DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Jagdschaden

Die Jagdgenossenschaft (oder im Pachtvertrag auf den Jagdpächter übertragen) ist verpflichtet an Grundstücken, fest damit verbundenen Einrichtungen oder Bepflanzung entstandenen Schaden, der durch missbräuchliche Ausübung der Jagd entstanden ist, zu ersetzen.
(So ist z.B. die Durchführung einer Treibjagd auf Feldern mit reifender Halm- oder Samenfrucht unzulässig; dabei entstehender Schaden ist als Jagdschaden zu ersetzen.)

Im Rahmen der Nachsuche auf krank geschossenes Wild, der Bergung von erlegtem Wild und der Rettung von gefährdetem Wild (z.B. Absuchen von Wiesen, um Kitze vor dem Tod durch Mähmaschinen zu retten) dürfen Wiesen und Felder jedoch betreten werden. Dabei entstehender Schaden ist bereits durch die Jagdpachtzahlung abgegolten.

Jagdschaden ist  von einem Haftpflichtschaden zu unterscheiden. Nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs über unerlaubte Handlungen wird für einen Schadensersatzanspruch regelmäßig ein Verschulden (vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln) des Schädigers vorausgesetzt.

Jäger Jupp ist bei Jagdpächter Franz auf der Treibjagd eingeladen. Sein Schrotschuss trifft nicht, wie geplant, einen vorbeiziehenden Fuchs, sondern mit dem ersten Schuss das im Hintergelände grasende Pferd eines Bauern mit dem zweiten Schuss die fest installierte Wassertränke. Als Jagdschaden ersatzpflichtig sind nur Schäden an Grundstücken, fest damit verbundenen Einrichtungen sowie an Bewuchs.

Da das Pferd eine bewegliche Sache ist besteht gegen Jagdpächter Jupp kein Anspruch. Der Pferdebesitzer kann seinen Schadensersatzanspruch als allgemeinen Haftpflichtschaden gem. § 823 BGB (Verletzung des Eigentums) gegen Franz geltend machen. Er muss dabei Franz schuldhaftes Verhalten, also zumindest fahrlässige Verursachung des Schadens nachweisen.

Der Wasserbehälter ist in diesem Fall eine fest mit Grund und Boden verbundene Sache. Die Beschädigung des Wasserbehälters ist missbräuchliche Jagdausübung. Jagdpächter Jupp ist damit grundsätzlich verpflichtet, den Schaden als Jagdschaden zu ersetzen. Dabei kommt es auf ein Verschulden an der Entstehung des Schadens nicht an. Jupp kann jedoch bei Franz Regress nehmen, wenn er diesem fahrlässiges Verhalten nachweisen kann.

Wildschaden

ist nur der Schaden, den das Wild an Grundstücken, fest damit verbundenen Einrichtungen (z.B. Zäunen) und an Bewuchs (Feldfrüchten und Bäumen) verursacht. Schadensersatzpflichtig ist grundsätzlich die Jagdgenossenschaft. Der Jagdpächter nur dann, wenn er eine entsprechende Verpflichtung im Jagdpachtvertrag anerkannt hat. Schadensersatzpflicht bezieht sich nur auf Schalenwild, Kaninchen und Fasan.
Ersetzt werden auch Schäden an vom Grund getrennten, aber noch nicht eingebrachten Erzeugnissen.

Wildschadensverhütung:

Es ist zulässig von Jäger und Landwirt, Wild von den Grundstücken abzuhalten oder zu verscheuchen. Nicht jedoch seitens des Landwirts wenn der Jäger die Jagd ausübt (Ansitz).
 

Es besteht keine Schadensersatzpflicht auf Flächen, auf denen die Jagd ruht oder dauernd nicht ausgeübt werden darf (befriedete Bezirke). Es besteht keine Schadensersatzpflicht auf besonders gefährdeten Flächen wie Sonderkulturen, wenn dort übliche Schutzvorrichtungen unterblieben sind.

Der Umfang der Ersatzpflicht mindert sich, ggfs. bis auf Null, wenn den Geschädigten ein Mitverschulden trifft. (Verzögerte Ernte)

Verfahren bei der Geltendmachung von Wild - und Jagdschäden

  1. Anmeldung bei Schäden  binnen einer Woche nach Kenntnisnahme bei der für das Grundstück zuständigen Gemeindebehörde; bei forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken jeweils zum 1. Mai und 1. Oktober.

  2. Schadensermittlung in einem Ortstermin, an dem ein Vertreter der Gemeinde sowie der Jagdpächter und der Geschädigte teilnehmen. Bei Einigung: Fertigung einer Niederschrift über einen Vergleich oder ein Anerkenntnis mit Regelung, wie und wann der Schaden zu ersetzen ist und wer die Kosten trägt.

                     Keine Einigung:

   3. Hinzuziehung des von der Jagdbehörde auf die Dauer von
       4 Jahren bestellten Wildschadenschätzers. Dieser erstellt
       ein Gutachten über Art, Umfang und Höhe des
       Schadens. Erteilung eines Vorbescheids durch die  
       Gemeinde aufgrund des Gutachtens.

Möglich: Klage vor dem Amtsgericht binnen 2 Wochen nach Zustellung des Vorbescheids ansonsten ist der Vorbescheid gültig.

Wildschadensausgleichskasse

Als einziges Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern Wildschadensausgleichskassen bei den unteren Jagdbehörden eingerichtet. Die Wildschadensausgleichskasse ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der gewählte Vorstand besteht aus drei Mitgliedern und bestimmt einen Geschäftsführer.

Die Wildschadensausgleichskassen sind zuständig für die Regulierung der durch

                                    Schwarz-, Rot- und Damwild

verursachten Wildschäden bis zur Höhe von 90% der Schadenssumme. Dies jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die Wildschadensausgleichkasse der Einigung des Zahlungsverpflichteten und des Geschädigten zugestimmt hat.

Mitglieder der Wildschadensausgleichkasse

sind:

· Jagdgenossenschaften
· Eigenjagdbesitzer
· Pächter eines Jagdbezirkes
· Landwirte mit einer Nutzungsfläche von mindestens 75ha
  Landwirte unter 75 ha Nutzungsfläche können freiwillig beitreten.

Beitragspflichtig zur Ausgleichskasse sind alle Mitglieder außer Eigenjagdbesitzer mit im Eigentum stehenden Grundflächen sowie die Landwirte. Davon abweichend kann die Kasse im Einvernehmen mit der Jagdbehörde von einem Eigenjagdbesitzer Beiträge erheben, wenn Wildschaden auf unzulänglichem Abschuss von Rot -, Dam – oder Schwarzwild im Eigenjagdbezirk zurückzuführen ist.

Die Beitragssatzung bestimmt die Höhe der Beitragszahlung und Art und Umfang von Sachbeiträgen, die die Landwirte erbringen sollen. Sofern ein Landwirt diese Sachbeiträge (Verhinderung von Schäden) nicht geleistet hat, kann ein Mitverschulden zur Minderung der Ersatzzahlung führen.

Die Satzung ( Haupt/ Beitragssatzung) wird mit Zweidrittelmehrheit in den ersten 6 Monaten in einer Hauptversammlung beschlossen und muss durch die untere Jagdbehörde genehmigt werden. Eine Mustersatzung, durch die oberste Jagdbehörde vorgeschrieben, entbindet von der Genehmigung (Anzeige statt Genehmigung). Sofern die Wildschadensausgleichskasse keine Satzung in den ersten 6 Monaten erlässt, wird auf ihre Kosten durch die Jagdbehörde eine Satzung erlassen.

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