DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Ballistik

Unter Ballistik (von griech. ballein = werfen, schleudern) versteht man die Wissenschaft von der Bewegung geworfener oder geschossener Körper. Man spricht auch von der Lehre vom Schuss. Man unterscheidet in:

Innenballistik nimmt Bezug auf die Schussentwicklung im Lauf.
Mündungsballistik nimmt Bezug auf die Schussentwicklung an der Mündung.
Außenballistik nimmt Bezug auf die Flugbahn und ihre Beeinflussung.
Zielballistik nimmt Bezug auf die Wirkung des Geschosses im Ziel.

Innenballistik und Mündungsballistik

Die Innenballistik umfasst alle Vorgänge, die sich innerhalb der Waffe abspielen, also vom Auftreffen des Schlagbolzens auf das Zündhütchen bis zum Austreten des Geschosses (der Geschosse) aus der Laufmündung.
Verlässt das Geschoss die Mündung, beträgt der Gasdruck im Lauf noch ca. 450-500 bar. Diese hohe Verdichtung bewirkt die Entstehung von Druckwellen, hierdurch Mündungsknall. Durch die Überschallgeschwindigkeit des Geschosses entsteht der zusätzliche Geschossknall.


Durch den sehr kurzen Zeitabstand zwischen Mündungs- und Geschossknall kann der Schütze diese nicht voneinander unterscheiden. Zu progressives Pulver oder zu kurze Läufe bewirken meist einen stärkeren Mündungsknall bzw. ein Mündungsfeuer. Zum Rückstoß kommt es beim Schuss durch den auch rückwärts wirkenden Gasdruck. Der Rückstoß wirkt über den Stoßboden und den Verschluss bis auf die Schulter des Schützen.

Außenballistik

Die Geschossflugbahn wird beeinflusst durch:
• Geschwindigkeit des Geschosses
• Luftwiderstand und Luftdichte
• Schwerkraft
• Schusswinkel
• Seitenwind
• Geschossform  und Geschossgewicht       

Die Geschossflugbahn schneidet die Visierlinie im oben gezeigten Beispiel 2-mal.
Der erste Schnittpunkt liegt nach etwa 45-50 m, der zweite nach etwa 140 –200 m, je nach GEE (Günstigste Einschussentfernung). Die GEE ist also die Entfernung, nach der das Geschoss die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt;
wobei die Visierlinie um nicht mehr als 4 cm überflogen wurde. 

Alle Faktoren gemeinsam bestimmen den Verlauf der Flugbahn, die sog. Flugbahnkurve. Verläuft die Visierlinie parallel zur Seelenachse des Laufes, dann hat die Waffe von Anfang an Tiefschuss, der sich ständig vergrößert. Aus diesen Gründen muss man eine Waffe einschießen. Hierbei vergrößert man den Winkel zwischen Visierlinie und Seelenachse.

Aus der sog. Schusstafel lassen sich für jedes Geschoss alle ballistischen Daten ablesen. Die Schusstafel kann deshalb als ballistischer Steckbrief bezeichnet werden. Für eine Büchse im Kaliber 7 x 64 werden verschiedene Geschosstypen angeboten. H-Mantel-Geschoss mit Kupferhohlspitze und 11.2 g Geschossgewicht geeignet für alles heimische Schalenwild
Es werden angegeben max. Gasdruck und Länge des Laufes, mit dem die folgenden Daten ermittelt wurden:

Geschwindigkeit V (m/s) und Energie E, gestaffelt nach 0-300 m Entfernung.
Beispiel: (Werte nach 100 m) V = 765 m/s, E = 3277 Joule

Die Schusstafel

Kaliber

Fabrikat

Geschossart

Geschossgewicht

Geschwindigkeit V in m/s

Geschossenergie E in Joule

V 0

V 100

V 200

V 300

E 0

E 100

E 200

E 300

7 x 64

RWS

HMK

11,2 g

850

765

690

620

4046

3277

2666

2153

7 x 64

RWS

KS

10,5 g

880

795

720

650

4066

3318

2722

2218

7 x 64

RWS

TIG

11,5 g

850

770

700

635

4154

3409

2818

2319

7 x 64

RWS

TMR

11,2 g

800

700

615

535

3584

2744

2118

1603

Kaliber

Fabrikat

Geschossart

Geschossgewicht

Eingeschossen auf 100 m

Eingeschossen auf GEE

50

100

150

50

100

150

200

300

7 x 64

RWS

HMK

11,2 g

+1,0



-6,0

+1,5

+4,0

+1,5

-5,5

-33,0

7 x 64

RWS

KS

10,5 g

+1,0



-5,5

+1,5

+4,0

+2,5

-3,5

-30,0

7 x 64

RWS

TIG

11,5 g

+1,1



-6,0

+1,5

+4,0

+2,0

-4,5

-35,0

7 x 64

RWS

TMR

11,2 g

+1,5



-7,5

+2,0

+4,0



-9,5

-49,0

Die Treffpunktlage verändert sich bei Schüssen bergauf oder bergab. Ursache hierfür ist der Einfluss der Schwerkraft. Da die Waffe in der Regel horizontal eingeschossen wird, kommt es hierbei meist zu Hochschüssen. Als Faustregel sollte daher gelten: Berg rauf und Berg runter - halt immer drunter!

Zielballistik

Die Wirkung eines Büchsenschusses hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzliche Forderung ist eine hohe Tötungskraft. Sie tritt ein, wenn lebenswichtige Organe in kürzester Zeit endgültig außer Funktion gesetzt werden oder durch rapiden großen Blutverlust. Bei der Schadwirkung eines Geschosses im Wildkörper unterscheidet man

Primäre Schäden

Sie werden durch das eindringende und sich deformierende Geschoss verursacht. Die Schadensgröße ist weitgehend abhängig vom Sitz des Treffers und von der Zerlegung / Querschnittsvergrößerung des Geschosses.

Sekundäre Schäden   

Sie werden durch Druckveränderungen im Wildkörper verursacht. Durch die entstehende temporäre Wundhöhle werden viele Nerven gereizt, dies führt meist zu einem Schock (Schockreflex). Diese Schockreflexe können zum sofortigen Verenden des Wildes führen. Da dies jedoch nicht in allen Fällen eintritt, kann es auch bei gut angetragenen Schüssen zu mehr oder weniger langen Fluchtstrecken kommen. Die Größe der sekundären Schäden hängt primär ab von der im Ziel noch vorhandenen Auftreffgeschwindigkeit VZ und der Energieabgabe im Wildkörper.                                               

Patrone Höchstschussweite (Abgangswinkel 25 - 30°)

• Jagdbüchsenpatronen                                  Hochleistungspatronen                        5000 - 6000 m
                                                                                Standardpatronen                                  3000 - 4000 m 

• Revolver- u. Pistolenpatronen                           (starke)                                                             2000 m
                                                                                      (mittelstarke)                                                  1500 m
                                                                                      (schwache)                                                     1000 m

• Schonzeitpatronen                                          .22 Hornet                                                            2500 m
                                                                                 .22 Magnum                                                         2000 m
                                                                                 .22 lfB                                                                    1500 m

•Flintenlaufgeschosspatronen                                                                                                       1400 m 
                                                                                                                         
• Schrotpatronen                                                 Schrotstärke 4 mm                                             400 m
                                                                                  Schrotstärke 3,5 mm                                          350 m
                                                                                  Schrotstärke 3 mm                                             300 m
                                                                                  Schrotstärke 2,5 mm                                          250 m
 

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Der staatliche Beschuss

in der Bundesrepublik Deutschland

Beim „Staatl. Beschuss“ handelt es sich um eine Festigkeitsprüfung für Lang- und Faustfeuerwaffen. Die Prüfung wird durch ein staatliches Beschussamt durchgeführt. Geprüft wird hierbei die Haltbarkeit und Sicherheit von Läufen und Verschlüssen und die Maßhaltigkeit.
Werden an einer beschossenen Waffe wesentliche Veränderungen oder schwerwiegende (verändernde) Reparaturen an Lauf, Patronenlager oder Verschluss vorgenommen, dann wird ein neuer Beschuss (Instandsetzungsbeschuss) notwendig.
Unbeschossene Waffen oder Waffen mit nicht anerkannten Beschusszeichen dürfen nicht benutzt werden. Hierfür besteht kein Versicherungsschutz. Die Beschusspflicht gilt für alle in der BRD hergestellten Handfeuerwaffen und für alle importierten Waffen ohne anerkannte Beschusszeichen.
Anerkannt sind in der BRD die Beschusszeichen folgender Länder: Belgien, Chile, CSSR, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien.

Die Beschussprüfung 

Die staatliche Beschussprüfung besteht aus 3 Teilen. Bei der Vorprüfung werden der Bearbeitungszustand, die Beschussfähigkeit sowie die richtige Kennzeichnung von Kaliber und Hülsenlänge geprüft.
Der Beschuss wird mit 1-2 besonderen Beschusspatronen durchgeführt. Diese haben gegenüber handelsüblichen Patronen eine stärkere Ladung.

Bei Büchsenläufen gilt: mindestens 30% Überdruck.
Bei Flintenläufen gilt: ca. doppelter Druck.

Bei der Nachprüfung werden die Waffen auf Veränderungen nach dem Schuss, z.B. Risse oder Dehnungen geprüft.
Geprüft werden: Patronenlager, Lauf (Läufe), Verschluss.
Waffen mit Mängeln gehen an den Hersteller zurück. Einwandfreie Waffen erhalten das amtliche Beschusszeichen. Dieses wird auf der Waffe eingeschlagen.

Die Kennzeichnung erfolgt bei
• Langwaffen auf Lauf (Patronenlager) und Verschluss,                            
• Pistolen auf Lauf, Schlitten, Rahmen,
• Revolvern auf Lauf, Trommel, Rahmen.

Deutsche Beschusszeichen

Klar erkennbar muss der Hersteller einer Waffe sein. Die Kennzeichnung erfolgt durch Einstempeln des Namens oder Warenzeichens. Daneben enthalten alle wichtigen Waffenteile, wie Lauf (Patronenlager) und Verschluss die staatlich anerkannten Beschusszeichen. Jede Waffe erhält bereits vom Hersteller eine eigene Nummer. Diese steht auf allen wesentlichen Teilen der Waffe und dient zur eindeutigen Identifizierung. Die Waffennummer wird in die Waffenbesitzkarte eingetragen.
Die Beschussjahreszeichen geben an, in welchem Jahr und Monat die Beschussprüfung durchgeführt wurde. Das Jahreszeichen besteht aus den beiden letzten Ziffern des Jahres und der Monatszahl. z.B.: „373“ bedeutet beschossen im März 1973.

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