DER JAGDPROFI
Jagdschule

Saline7 18334 Bad Sülze 038229 80997
                                                                                           oder 017670075546

Der Lauf

Herstellung: Bei neuen Verfahren wird entweder ein Hartmetallkopf durch den gebohrten Lauf gedrückt (Kopf-Zieh-Verfahren) oder einem gebohrten Rohling wird in einer Spezialmaschine durch Hämmer über einem entsprechenden Dorn das Laufprofil eingehämmert (Hämmerverfahren).

Gasdruckbelastungen: bei Büchsen bis ca. 4000 bar, bei Flinten bis ca. 700 (1200) bar.

Der innere Aufbau der Läufe

Die Aufgaben des Laufes

Die Aufgabe des Laufes besteht in der Aufnahme der Patrone und beim Schuss in der Aufnahme des Gasdruckes und Führung des Geschosses bzw. der Schrote. Der Lauf ist für die Schusspräzision und - neben dem Verschluss - für die Sicherheit des Schützen und seiner Umgebung mitverantwortlich. An die Läufe werden immer höhere Anforderungen gestellt. Sie dürfen sich z.B. nicht verformen, weder durch den beim Schuss entstehenden hohen Gasdruck noch durch die starke Reibungshitze. Deshalb werden Läufe aus Spezialstahl hergestellt.

Vom inneren Aufbau und vom Verwendungszweck her unterscheidet man
zwischen: glatten Flintenläufen oder gezogenen Büchsenläufen

Die wichtigsten Laufabschnitte und Begriffe:
• Laufanfang (Ladeseite) mit Patronenlager
• Übergangskonus
• Bohrung oder Laufseele
• Mündung

Die gedachte Mittellinie der Bohrung bezeichnet man als Seelenachse. Das Laufende bezeichnet man als Mündung. Die Lauflänge wird inklusive Patronenlager gemessen.

Flintenläufe haben eine Länge von 50-80 cm.
Büchsenläufe haben eine Länge von 45-70 cm.
Kombinierte Waffen haben eine Lauflänge von 60-65 cm.

Flintenläufe        

Aufgabe der Flintenläufe ist das Verschließen von Schrotpatronen, d.h. von Patronen mit vielen Einzelgeschossen, den sog. Schroten. Die „Gestalt“ der Schrotgarbe lässt sich durch eine Veränderung des Durchmessers der Laufbohrung an der Mündung beeinflussen. Gegenüber dem normalen Lauf kann die Bohrung an der Mündung verengt werden. Laufmündungsverengungen führen zu einer Verdichtung der Schrotgarbe. Man spricht von:

Bohrungsarten

Abhängig vom „Grad der Verengung“ (in mm) unterscheidet man zwischen verschiedenen Würgebohrungen.
Kennzeichnung bei MC
• Vollchoke (ca. 1,0 mm) *
• Dreiviertelchoke (ca. 0,75 mm) ** II
• Halbchoke (ca. 0,50 mm) *** III
• Viertelchoke (ca. 0,25 mm) **** IIII

Laufmündungserweiterungen führen zu einer Streuung der Schrotgarbe. Eine Möglichkeit der Erweiterung ist die Skeetbohrung (oder Trichterbohrung).
Flinten mit Skeetbohrung bezeichnet man als Skeetflinten. Sie finden beim jagdlichen Übungsschießen Verwendung, z.B. auf dem Skeetstand. Flinten ohne jegliche Laufverengung besitzen eine sog. Zylinderbohrung.

 

Poly-Choke und Multi-Choke

Für einläufige Flinten gibt es verstellbare, aufsetzbare Chokes, z.B. Poly-Chokes. Bei diesen Chokes erhält man verschiedene Würgebohrungen durch Verdrehen einer Mutter. Für ein- und mehrläufige Flinten gibt es Multi-Chokes, sog. Vari-Choke-Einsätze. Verschiedene Würgebohrungen erhält man durch Wechsel der Auf- oder Einsätze.

Das Patronenlager eines Flintenlaufes

Die Länge des Patronenlagers hat entscheidenden Einfluss auf die Hülsenlänge der verwendbaren Schrotpatronen. Es dürfen keine Patronen verschossen werden, deren abgeschossene Hülsen (aufgefaltet) länger sind als das Patronenlager (Ausnahme: 67,5 mm in 65 mm). Früher waren Patronenlager 65 mm lang. Heute sind normale Patronenlager meist 70 mm lang. Bei einigen Flinten findet man bereits Patronenlager mit einer Länge von 76 mm bzw. 89 mm für sog. Magnumpatronen.

Die Längenangabe auf der Patrone entspricht der Hülsenlänge nach dem Schuss.Das Verschießen von Patronen, deren aufgefaltete Hülsen kürzer sind als das Patronenlager der Waffe, ist gefahrlos. (Ausnahme:sog. Semi-Magnum-Patronen)

Büchsenlauf

Aufgabe der Büchsenläufe ist das Verschießen von Büchsenpatronen, d.h. von Patronen mit einem Einzelgeschoss. Alle Büchsenläufe haben innen mehrere, i.d.R. 4-6, spiralförmig angebrachte Vertiefungen, bezeichnet als Züge. Die neben den Zügen stehenden Erhebungen bezeichnet man als Felder. Züge und Felder zusammen ergeben das Zugprofil, den sog. Drall. Dieser Drall erzeugt eine Drehbewegung (Rotation) des Geschosses zur besseren Stabilisierung beim Flug. Die Felder schneiden sich in die Oberfläche des Geschosses ein und zwingen es so in die Rotation. Dadurch wird ein Überschlagen des Geschosses verhindert und ein Auftreffen mit der Geschossspitze ist gewährleistet. Dies garantiert die Treffgenauigkeit.

• Als Dralllänge (je nach Kaliber zwischen 20 und 30 cm) bezeichnet man die Strecke im Lauf, die das Geschoss für eine komplette Drehung um die Längsachse benötigt.
Jeder Büchsenlauf hat theoretisch zwei Kaliber, und zwar Zugkaliber und Feldkaliber.
Zwischen beiden Kalibern besteht eine Differenz von ca. 0,2 - 0,3 mm. Die Masse, nach denen die Hersteller ihre Zug- und Feldkaliber gestalten müssen, sind durch die Waffengesetzgebung festgelegt (genormt).

Polygonläufe                                                                        

Bei manchen Jagdwaffen findet man heute einen sog. Polygonlauf (Polygon = Vieleck). Das Geschoss erhält bei dieser Zugkonstruktion seine Drehbewegung nicht durch Züge und Felder wie beim herkömmlichen Lauf, sondern durch breite Führungsstreifen. Im Vergleich zum Zug-Feld-Profil hat ein Polygonprofil „weichere“ Konturen, d.h. keine scharfen Kanten. Hieraus ergeben sich Vorteile:

Bessere Abdichtung, - deshalb optimale Nutzung des Gasdruckes,
- weniger Ablagerungen von Tombak und Blei,
- geringere Lauferwärmung,
- längere Lebensdauer.

  

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