DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Die optische Visierung

Beim Zielen mit Hilfe der offenen Visierung ist es dem menschlichen Auge nicht möglich, Kimme, Korn und Ziel gleichzeitig scharf zu sehen. Entweder sieht man das Ziel scharf oder die Visiereinrichtung. Beim Zielvorgang tastet das Auge diese unterschiedlich entfernten Punkte nacheinander ab, um sich darauf scharf einzustellen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Akkommodationsfähigkeit des menschlichen Auges ab. Das Zielen mit Hilfe der offenen Visierung wird deshalb immer problematischer. Abhilfe schafft ein Zielfernrohr. Zielfernrohre bringen

Absehen und Ziel auf eine Ebene. Auf diese Ebene kann sich das menschliche Auge problemlos scharf einstellen. Zielfernrohre bieten weitere Vorteile:

Optische Systeme dienen zum Beobachten ferner Objekte. Bei der Jagd finden Verwendung: Ferngläser (Feldstecher), Fernrohre (Spektive) und Zielfernrohre.

Optische Systeme für beide Augen bezeichnet man als binokular (von lat. bini = beide). Systeme für ein Auge bezeichnet man als monokular (von griech. monos = eins). Unter Ferngläsern versteht man binokulare Systeme mit Prismen-Umkehrsystem. Diese finden beim Beobachten und Ansprechen Verwendung. Unter Fernrohren versteht man meist monokular Fernrohre mit ausziehbarem Tubus oder Spiegelreflektor. Fernrohre (Spektive) gibt es mit fixer oder variabler Vergrößerung zum Beobachten und Ansprechen auf weite Entfernung, z.B. im Gebirge. Unter Zielfernrohren versteht man spezielle monokular Systeme zur Montage auf der Waffe.

Die optischen Werte (Kenndaten)

Zur Beurteilung optischer Hilfsmittel ist die Kenntnis einiger optischer Grundbegriffe für den Jäger unerlässlich. Wichtige Kenndaten werden durch Zahlen mitgeteilt. Es bedeuten: 7 x 42

7 = Vergrößerung, in Worten 7-fach,
42 = Objektivdurchmesser, in Worten 42 mm.

Alle weiteren Werte lassen sich mit Hilfe dieser Zahlen errechnen.

Vergrößerung und Auflösung

Wie groß ein Gegenstand auf der Netzhaut des Auges erscheint, hängt von seiner Größe und Entfernung ab. Wie „detailgetreu“ er erscheint, d.h. wie gut er erkennbar ist, bezeichnet man als Auflösung. Optische Systeme können einen Gegenstand vergrößern, z.B. 6-, 7-, 8- oder 10-fach und damit scheinbar dem Auge näher bringen. Das Auge kann ihn hierdurch besser (detaillierter) auflösen.
Beispiel: Bei einer Fernglasvergrößerung von 7-fach erscheint ein 100 m entferntes Reh auf 100 : 7 = ca. 14,3 m herangerückt.
Die Auflösungsfähigkeit des Auges wird bei 7-facher Vergrößerung um das 7-fache gesteigert.

Die Vergrößerung beeinflusst aber auch das Verwackeln des Bildes. Je stärker die Vergrößerung, umso unruhiger das Bild. Diese „Unruhe“ entsteht, weil sich jede Körperbewegung mit der Vergrößerung multipliziert. Für eine „freihändige“ Beobachtung sind Ferngläser mit einer Vergrößerung über 10fach ungeeignet.

Vergrößerung und Sehfeld

Als Sehfeld (früher: Gesichtsfeld) bezeichnet man den überschaubaren Raum auf eine bestimmte Entfernung. Bei Ferngläsern und Fernrohren (Spektive) wird das Sehfeld angegeben: bei Zielfernrohren auf eine Entfernung von 100 m, bei Ferngläsern auf eine Entfernung von 1000 m. Die Größe des Sehfeldes hängt von der Vergrößerung ab. Mit steigender Vergrößerung wird das Sehfeld immer kleiner und die Orientierung schwieriger

Der Objektivdurchmesser

Die vorderen Linsen bezeichnet man als Objektive. Sie sind dem „Objekt“ zugekehrt und erzeugen das Bild. Hierbei wirken sie als Lichttrichter. Je größer der Objektivdurchmesser, umso mehr Licht kann eindringen, umso heller wird das Bild. Bei guten Lichtverhältnissen genügt bereits ein  Objektivdurchmesser von 20-30 mm. Erst bei Dämmerung bieten größere Objektivdurchmesser Vorteile.

Die Austrittspupille

Die dem „Auge“ zugewandten Linsen bezeichnet man als Okulare. Hält man ein Fernglas mit einem Abstand von 25-30 cm gegen das Licht, erscheint am Okular eine helle Kreisfläche, die sog. Austrittspupille. Bei qualitativ schlechten Gläsern erscheint sie quadratisch. Rechnerische Ermittlung der Austrittspupille:

Austrittspupille = Objektiv  : Vergrößerung

  Beispiel: Bei einem Glas 7 x 42 beträgt die Austrittspupille 42 : 7 = 6 mm

Unser Auge passt sich unter anderem, durch Öffnen oder Schließen der Pupille dem vorhandenen Licht an. Man spricht von der Adaptionsfähigkeit. Bei jungen Menschen öffnet und schließt sich die Pupille zwischen 2 und 8 mm. Mit zunehmendem Alter lässt die Adaptionsfähigkeit nach, die Pupillenanpassung verringert sich auf 2 bis 4 mm. Diese Erkenntnis ist wichtig für die Auswahl optischer Hilfsmittel. Der Durchmesser der Austrittspupille optischer Systeme soll nicht größer als 8 mm sein und nicht kleiner als 2 mm.

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Austrittspupille  und Auge

Fernglas und Auge sind nur dann genau aufeinander abgestimmt, wenn die Austrittspupille  des Glases und die Augenpupille in Durchmesser und Lage übereinstimmen. Praktisch befinden sich Auge und Fernglas ständig in Bewegung. Daher gilt für die Wahl der Austrittspupille: gleich oder grösser als Augenpupille.

Hierdurch ist die bestmögliche Lichtausbeute, vor allem in der Dämmerung, gewährleistet, aber auch am Tage „komfortables“ Sehen.

Die Lichtstärke

Dieser theoretische Wert dient zur Beurteilung der Bildhelligkeit.

Rechnerische Ermittlung:             (Austrittspupille) ²

Bei einem Glas 7 x 42 beträgt die Austrittspupille 42 : 7 = 6 mm und
die Lichtstärke 6² = 6 x 6 = 36.

Die Lichtstärke zeigt nicht die wirkliche Leistung eines Glases. Zur Beurteilung ist die Vergrößerung hinzuzuziehen. Hierbei gilt: Bei gleicher Lichtstärke gibt eine stärkere Vergrößerung eine bessere Auflösung. Aber: Ein Qualitätsvergleich unterschiedlicher Fabrikate ist mit der Lichtstärke nicht möglich.

Die Dämmerungszahl 

Die Fähigkeit eines Glases, auch in der Dämmerung noch Details erkennen zu lassen, bezeichnet man als Dämmerungszahl.

Rechnerische Ermittlung:  Beispiel: Bei einem Glas 7 x 42 beträgt die Dämmerungszahl  17,15

Je grösser die Dämmerungszahl, desto besser die Eignung des Fernglases in der Dämmerung. Aber: ein Qualitätsvergleich unterschiedlicher Fabrikate ist mit der Dämmerungszahl nicht möglich.

Lichtstärke und Dämmerungszahl (Vergleiche)

Lichtstärke und Dämmerungszahl sind ein Versuch, rechnerisch ermittelte optische Werte durch Zahlen zu charakterisieren.

Die Vergütung

Glas ist nicht nur durchsichtig, sondern es spiegelt auch. An seiner Oberfläche werden mindestens 4 % des auftreffenden Lichtes reflektiert. Optische Systeme haben deshalb infolge ihrer vielen Linsen und Prismen Lichtverluste von ca. 50%.
Abhilfe schafft man durch die sog. „Vergütung“ der Linsen und Prismen.
Hierbei werden hauchdünne Metallschichten auf die Glasflächen aufgedampft. Diese „Schichten“ lenken das Reflexlicht so weit um, dass es nicht mehr stört und die Bildqualität verbessert. Diese Beschichtung muss auf jeder lichtbrechenden Glasfläche aufgedampft sein, das sind bei der Jagdoptik mindestens 10 Flächen.

 

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