DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Geschosse  Geschosse  

Die Art des Geschosses kann für Erfolg oder Misserfolg des Schusses entscheidend sein. Die grundsätzlichen Anforderungen des Jägers an die Wirkungsweise einer Kugelpatrone:

• hohe Treffsicherheit und
• gute Tötungskraft bei möglichst
• geringer Wildbretzerstörung.

Im Hinblick auf die verschiedenen Wildarten kann kein Geschoss all diese Anforderungen erfüllen! Deshalb kam es zur Entwicklung unterschiedlicher Geschosskonstruktionen. Man unterscheidet bei den Geschossen zwischen

Voll- oder Massivgeschossen und Mantelgeschossen.

Die wichtigsten Geschossformen:

• Kugel (z.B. beim Schrotkorn)
• Rundkopf
• Flachkopf
• Spitz
• Kegelspitz
• Torpedo

Voll- oder Massivgeschosse, Bleigeschosse

Abgesehen vom Schrot (siehe Schrotpatronen) verwendet man Bleigeschosse heute fast nur für Kleinkaliber- und Kurzwaffen. Nachteile der Bleigeschosse: starke Verbleiung der Züge, meist geringe Geschossgeschwindigkeit.
Voll- oder Massivgeschosse bestehen heute aus Kupfer oder Messing (Legierungen) und finden Verwendung bei Großwildjagd und Nachsuche. Vorteil: hohe Durchschlagskraft, keine Splitterwirkung. Nachteil: geringe Energieabgabe im Wildkörper.

Mantelgeschosse bestehen aus einem Bleikern und einem äußeren Mantel. Dieser ist immer härter als der Bleikern und besteht aus Flussstahl oder Tombak (Tombak = Kupferlegierung mit Zink (15-30%) und eventuell Zinn (3%), härter als Kupfer und damit geeignet für hohe Anfangsgeschwindigkeiten). Der Mantel ermöglicht eine höhere Geschossgeschwindigkeit. Hierdurch erzielt man ein besseres Durchschlagvermögen und eine größere Tiefenwirkung. Mantelmaterial und Mantelkonstruktion regulieren die Geschossdeformation und die Splitterwirkung des Geschosses. Je nach Ausbildung des Mantels unterscheidet man zwischen

Vollmantelgeschossen und Teilmantelgeschossen.

Vollmantelgeschosse

Bei Vollmantelgeschossen umschließt der Mantel den Bleikern vorne vollständig (am Boden gebördelt). Eingesetzt werden Vollmantelgeschosse für schwaches Wild, z.B. Birkhahn oder Fuchs, wenn geringe Wildbretzerstörung gewünscht wird. Vollmantelgeschosse werden auch für schweres und hartes Wild, z.B. Büffel oder Elefant eingesetzt, wenn eine stärkere Tiefenwirkung erreicht werden soll. Vollmantelgeschosse haben in den kleinen Kalibern spitze, in den größeren oft runde Kopfform.


Die Teilmantelgeschosse unterteilt man in

Expansionsgeschosse

H-Mantel Kupferhohlspitz (HMK)
TorpedoIdealGeschoss (TIG)

Deformationsgeschosse

Teilmantel-Rundkopf (TMR) 
Teilmantel-Flachkopf (TMF)
Teilmantel-Spitz (TMS)
Torpedo Universal Geschoss (TUG)
Kegelspitz (KS)

Anmerkung:
Die verschiedenen Hersteller bieten eine große Auswahl von Spezialgeschossen an. Nachfolgend beschränken wir uns auf die Darstellung der gebräuchlichsten Geschosstypen von RWS.

Expansionsgeschosse (Zerlegungsgeschosse)

Brenneke-Torpedo-Ideal-Geschoss (TIG):
Bleikern, geteilt mit unterschiedlicher Härte, weicheres Vorderteil ragt in härteres Hinterteil hinein; Scharfrand, hierdurch Schnitthaare am Anschuss.

Wirkungsweise: Im Wildkörper durch zunehmenden Wandstärkenverlauf kontrolliertes Aufpilzen des Geschossvorderteils bis auf doppelte Kalibergröße, abhängig vom Widerstand im Wildkörper.

Durch die hohe Festigkeit des hinteren Kerns ergibt der Geschossrestkörper meist Ausschuss. Auch bei weniger gut angetragenen Schüssen hohe Tötungskraft.

H-Mantel-Geschosse, z.B. mit offener Hohlspitze (HMO) oder Kupfer-Hohlspitze (HMK) deutlich sichtbare Einschnürung des Mantels, sog. H-Rille.Sie dient für Bleikern und Mantel als Sollbruchstelle. Der Bleikern ist geteilt, mit unterschiedlichen Härten.Wirkungsweise: Geschossvorderteil (Zerlegung bis zur H-Rille) Geschosshinterteil gibt fast immer Ausschuss

Deformationsgeschosse

Teilmantel-Rundkopf (TMR)

Teilmantel-Flachkopf (TMF)

Teilmantel-Spitz (TMS)

Brenneke-Torpedo-Universal-Geschoss (TUG)
Geschossform torpedoförmig, Bleikern geteilt, härteres Hinterteil ragt in weicheres Vorderteil hinein. Wirkungsweise: besonders geringe Deformation des Restkörpers mit hoher Durchschlagskraft.

Kegelspitz-Geschoss (KS)
Bleikern einteilig, Mantel mit verschiedenen Wandstärken.
Wirkungsweise: gleichmäßiges Aufpilzen mit Deformation, meist auch Ausschuss.

Büchsenpatronen für die Jagd

Es gibt keine Universalpatrone für alle Wildarten. Aber es gibt gesetzliche Vorschriften für Mindestanforderungen. In Deutschland gilt:
Für Rehwild und Seehunde Mindestenergie 1000 Joule auf 100 m, anders ausgedrückt: E100 = 1000 Joule (100 kpm).
Für alles andere Schalenwild Mindestenergie 2000 Joule auf 100 m und Mindestkaliber 6,5 mm, anders ausgedrückt E100 = 2000 Joule (200 kpm).

Eine Übersicht über die Büchsenpatronen, ihre Verwendbarkeit und wichtige ballistische Daten enthalten die Schusstafeln der Hersteller.

Demnächst hier: eine Auflistung bleifreier Geschosse

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