DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Sicherungen

Eine geladene und gespannte Waffe ist immer gefährlich. Absolute Sicherheit gewährleistet nur eine ungeladene Waffe.Sicherer sind alle Waffen, deren Schloss erst unmittelbar vor dem Schuss gespannt wird. Solche Waffen haben eine separate Schlossspannung (Handspanner) und brauchen daher keine Sicherung. Alle anderen Waffen brauchen dagegen Sicherungssysteme. Es gibt verschiedene Arten. Aufgabe dieser Sicherungen ist, zu verhindern, dass ein Schuss ungewollt ausgelöst wird.

Sicherungen für Kipplaufwaffen

Grundsätzliches Konstruktionsmerkmal ist die Sicherung der am Auslösen des Schlosses beteiligten Schlossteile

Das sind in der Regel:

• Abzug
• Abzugsstange
• Schlagfeder
• Schlagstück

Abhängig davon, welches Schlossteil festgehalten - gesichert – wird, sprechen wir von:

• Abzugssicherung
• Stangensicherung
• Schlagfedersicherung
• Schlagstücksicherung
• Schlagbolzensicherung

Nach der Art der Betätigung sprechen wir von Schiebe- oder Druckknopfsicherung.

Schiebesicherungen: befinden sich an der Waffe auf dem Kolbenhals oder seitlich.

Druckknopfsicherungen: befinden sich an der Waffe z.B. am Abzugsbügel.

Der entsicherte Zustand der Waffe wird durch eine rote Markierung angezeigt, der gesicherte Zustand wird durch ein weiße Markierung oder durch den Buchstaben „S“ angezeigt.

Abzugssicherung

Diese Konstruktion verriegelt (sichert) nur die Abzüge. Abzugssicherungen sind deshalb nur so gut wie die schwächste Stelle im Schlosssystem, die Schlagstück haltende Rast. Hieraus folgt: Die Qualität einer Abzugssicherung hängt vom Zustand der Rast ab. Steht sie „zu leicht“ oder ist sie „verschlissen“, dann trennen sich schon bei geringster Erschütterung in der Rast Abzugsstange und Schlagstück d.h. der Schuss bricht, ohne dass der Abzug berührt wurde. Abzugssicherungen verhindern zwar ein Betätigen der Abzüge, aber eine effektive Schlosssicherung erfüllen sie nicht.

Stangensicherung und Fangstangen

Diese Konstruktion verriegelt (sichert) die Abzugsstange und damit indirekt über die Rast das Schlagstück. Gleichzeitig wird der Abzug blockiert. Die Sicherheit lässt sich noch durch sog. Fangstangen erhöhen. Hierbei handelt es sich um eine zweite Abzugsstange, die das Schlagstück festhält, wenn die eigentliche Abzugsstange aus der Rast springt oder bricht. Stangensicherungen bieten zusätzliche Sicherheit bei relativ einfacher Konstruktion.

Schlagfedersicherung

Diese Konstruktion blockiert die Schlagfeder und verhindert deren Einwirkung auf das Schlagstück. Moderne Schlosse haben anstelle der Schenkelfedern Schraubenfedern. Sie ermöglichen neue Konstruktionen, bekannt als Sicherheitssysteme.

 

                                                                                                                                             Schlagstücksicherung

Diese Konstruktion verriegelt (sichert) das Schlagstück. Theoretisch bietet die Schlagstücksicherung die größte Sicherheit. Trotzdem wird sie heute nur noch selten angewandt. Die Konstruktion ist kompliziert und damit störanfällig.

Sicherungen für Waffen mit Kammerverschluss (Repetierer)

Bei diesen Waffen finden wir bevorzugt zwei unterschiedliche Arten von Sicherungen:
Schlagbolzensicherungen und Abzugssicherungen
Schlagbolzensicherung -   Beispiel: Mauser System 98

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Der Schlagbolzen wird mit Hilfe des Sicherungsflügels blockiert.

Hierbei gilt:
• Stellung nach links: Schloss entsichert
• Stellung nach oben (senkrecht = Montagestellung): Schloss gesichert, Kammer kann geöffnet werden.
• Stellung nach rechts: Schloss gesichert und Kammerverschluss blockiert.

Das Betätigen des Sicherungsflügels bereitet bei niedrig montiertem Zielfernrohr Probleme.

Schlagbolzensicherung mit Sicherungssperre

Die Schlagbolzensicherung wird über eine Sicherungsachse betätigt. Beim Umklappen des Drehflügels nach rechts dreht sich die Sicherungsachse und sperrt über die Schlagbolzenmutter den Schlagbolzen. Gleichzeitig wird der Abzugsstollen durch das Druckstück unterstellt. Beim Linksdrehen des Drehflügels gibt die Sicherungsachse die Schlagbolzenmutter frei. Durch Betätigen des Abzuges wird der Abzugsstollen durch die Schlagbolzenmutter nach unten gedrückt und der Schlagbolzen freigegeben.

Unterscheiden müssen wir bei den Sicherungen noch zwischen Waffen mit:

Doppler-Sicherungen

Doppler-Sicherungen verhindern bei mehrläufigen Gewehren ein ungewolltes Auslösen des 2. Schlosses. Den hierdurch ausgelösten Schuss beim Abfeuern des 1. Schusses bezeichnet man als Doppeln.

Selbsttätige Sicherungen

Selbsttätige Sicherungen bezeichnet man auch als Griffstücksicherungen. Solche Waffen werden beim Umfassen des Griffstückes und Betätigen eines Spanngriffes ent- bzw. gesichert. Beispiel: Selbstladepistole H & K P7

Automatische Sicherungen

Von einer „automatischen Sicherung“ spricht man, wenn eine Waffe sich selbsttätig beim Betätigen des Verschlusses sichert.

Sicherheitsautomatik

Wird die Schlagfeder eines Schlosses bei Stoss, Fall oder beim Öffnen automatisch entspannt, dann spricht man von einer Sicherheitsautomatik. Beispiel: Sicherheitsautomatik System Blaser. Auf der rechten Schlossseite ist ein sog. Schwinggewicht untergebracht. Dieses Schwinggewicht reagiert auf alle stärkeren Erschütterungen, die durch Fall, Schlag oder Stoss erzeugt werden und löst in einem solchen Fall automatisch die Arretierung des Spannschiebers. Beim Zurückgleiten des Spannschiebers wird die Schlagfeder entspannt.

Sicherheitsgewehre

Ein ungespanntes Schloss ist immer ein sicheres Schloss (Ausnahme K 98). Aufgrund dieser Erkenntnis entwickelte man zuerst bei Kipplaufwaffen Gewehre, die beim Abkippen der Läufe die Schlagfedern nicht selbstständig spannen. Solche Gewehre bezeichnet man als Sicherheitsgewehre. Die Schlosse der Sicherheitsgewehre werden erst unmittelbar vor dem Schuss gespannt. Deshalb brauchen diese Waffen keine Sicherung. Sicherheitsgewehre gibt es als Doppelbüchsen, Bockbüchsen, Bockbüchsflinten, Bergstutzen, Drillinge, Repetierer.

Zu den „Sicherheitsgewehren“ zählen auch Drillinge, bei denen sich beim Abkippen der Läufe nur die Schrotschloße spannen. Bei diesen Waffen muss das Kugelschloss separat gespannt werden. Man spricht vom Drilling mit separater Kugelspannung. Spannen des Kugelschlosses: durch nach vorne schieben des Spannschiebers.

Der Bockdrilling in der Kombination Schrot - kleine Kugel - große Kugel gilt heute als universelle Ansitzwaffe.

Zuordnung der Abzüge:

Vorderer Abzug = große Kugel, nach Umschaltung kleine Kugel
Hinterer Abzug = immer Schrot

Heute gibt es auch „Sicherheitsdrillinge“, bei denen alle Schlosse von Hand gespannt werden. Hierbei handelt es sich um einen Zweischloss-Handspanner-Drilling. Spannen beider Schlosse: durch nach vorne drücken des Kickspanners. Zuordnung der Abzüge:
Vorderer Abzug ausgestattet mit Rückstecher in Stellung „S“ = rechter Schrotlauf oder nach Umschaltung in Stellung „K“ = Kugellauf. Hinterer Abzug = immer linker Schrotlauf.

Repetierer Beispiel:
     Blaser R 93 – Geradezugverschluss.
Bei dieser Waffe erfolgt das Spannen des Schlosses durch nach vorne drücken des Spannschiebers. Zum Entspannen den Spannschieber nach unten drücken und zurücknehmen. Eine zusätzliche Kammergriffsperre, in Kombination mit der Funktion des Spannschiebers, verhindert unbeabsichtigtes Öffnen des Verschlusses.

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