DER JAGDPROFI
Jagdschule

Saline7 18334 Bad Sülze 038229 80997
                                                                                           oder 017670075546

Signaleinrichtungen bei Waffen       


Bei Gewehren mit außen liegenden Hähnen ist sofort erkennbar, ob das Schloss gespannt oder entspannt ist. Nicht so bei Selbstspannergewehren mit innen liegenden Hähnen. Abhilfe schaffen hier sog. Signalstifte. Sie sitzen entweder auf dem Kolbenhals oder seitlich.

Die Aufgabe der Signalstifte besteht in der Anzeige, ob das Schloss (die Schlosse) gespannt oder entspannt ist. Die Signalstifte sind in der Dunkelheit fühlbar. Eine Ausnahme hiervon stellt der Signalstift der Walther PP(K) dar. Er zeigt lediglich den Ladezustand (Patrone im Patronenlager) an.
 

Langwaffen lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterteilen.
Hauptsächlich erfolgt die Unterscheidung nach:

                                                                                                                         zurück zu den Stichpunkten

Ladeweise

• Vorder- oder Hinterlader (Auf der Jagd werden heute ausschließlich Hinterlader eingesetzt).

Art, Anzahl und Anordnung der Läufe
• nach der Laufart: Büchsen oder Flinten
• nach der Anzahl der Läufe: ein- oder mehrläufige und kombinierte Waffen

Spannvorgang und Schlosskonstruktion

• nach der Funktion: Handspanner oder Selbstspanner
• nach der Konstruktion: Ein- oder Mehrschlosssystem
Zylinder- oder Kammerschlosse Blockschlosse Selbstladeschlosse Laden und Entladen
• nach der Ladeeinrichtung: Einzellader – Mehrlader - Selbstlader
• nach den Entladeeinrichtungen: Auszieher - Ausstoßer - Auswerfer

Abzugssystem und Sicherheitseinrichtungen

• Ein- oder Zwei-Abzugssystem mit automatischer oder manueller Umschaltung
• direkt oder indirekt wirkende Abzüge
• Sicherungen
• Sicherheitsautomatik
• Sicherheitsgewehre

Büchsen  Büchsen

Als Büchsen bezeichnen wir Jagdgewehre mit gezogenen Läufen. Büchsen werden bei der Jagd auf Schalenwild eingesetzt. Die wirksame Schussentfernung reicht bis ca. 200 m, in Ausnahmefällen bis ca. 300 m. Nach der Laufanordnung unterscheiden wir

                                                                                    

 einläufige Büchse   Doppelbüchsen          Bockbüchsen         Eine Bockbüchse mit großer
                                                                                                                   und kleiner Kugel
                                                                                                                   bezeichnet man als Bergstutzen.

Einläufige Büchsen gibt es als Einzellader. Nach Art des Verschlusses unterscheiden wir Kipplaufbüchsen und Blockverschlussbüchsen. Einzellader werden bevorzugt bei Pirsch und Ansitz eingesetzt.

Bei Mehrladern unterscheiden wir nach Art des Verschlusses Repetierer und Selbstlader. Bei den Repetierern unterscheiden wir

• Selbstspanner,
• Handspanner,
• Sicherheitsrepetierer.

Repetierer gibt es mit Halb- oder Vollschaft. Mit Vollschaft bezeichnet man sie als Stutzen. Ein Stutzen ist im Vergleich zum Halbschaft ca. 10-15 cm kürzer (gestutzt) und hierdurch handlicher.

Zweiläufige Büchsen gibt es nur als Einzellader und immer mit abkippbaren Läufen. Nach der Anordnung der Läufe unterscheiden wir zwischen Doppelbüchsen und Bockbüchsen (Bockdoppelbüchsen). Merkmal: Läufe übereinander. Häufigste Verschlussarten: Laufhakenverschluss, Doppelgreenverschluss, Doppelpurdey-Verschluss, Flankenverschluss, Kippblockverschluss.

Veränderung der Treffpunktlage bei verlöteten Läufen             
                                                                               

Zweiläufige Büchsen werden für den schnellen Doppelschuss, z.B. bei Drückjagden, konstruiert. Grundsätzliche Forderung: Beide Läufe sollen zusammen schießen. Diese Forderung ist aber aus physikalischen Gründen bei fest miteinander verlöteten Läufen nur bedingt erfüllbar. Das Problem dieser Laufverbindung besteht in einer Veränderung der Treffpunktlage infolge der Wärmeausdehnung des zuerst abgefeuerten Laufes. Hierbei gilt: Die Treffpunktlage wandert immer in Richtung kälterer Lauf. Beim Zielen mit Hilfe einer optischen Visierung (Zielfernrohr) ist die Abweichung der Treffpunktlage größer als beim Zielen über die offene Visierung. Begründung: Kimme und Korn machen die Biegung des Laufbündels mit. Hierdurch wird die Treffpunktabweichung zum Teil kompensiert. Seit langem suchen die Büchsenmacher nach einer Lösung dieses Problems. Zwei Möglichkeiten bieten sich an:

1. Abgabe des zweiten Schusses mit zeitlicher Verzögerung, d.h. erst nach 5-8 Sekunden.
2. Die beiden Läufe sind nicht über die ganze Länge fest miteinander verbunden.

Bockbüchsen mit verstellbarem Lauf

Bei dieser Waffe liegt der obere Lauf teilweise frei in einem Trägerrohr. Darunter liegt der untere Lauf. Bei Munitionswechsel ist der obere Lauf zur Treffpunktlage des unteren Laufes mit Hilfe entsprechender Einstellschrauben leicht einstellbar.
Verwendung: Verstellbare Kugelläufe werden in Bergstutzen, Großkaliber-Bergstutzen aber auch in Bockdrillinge eingebaut.

                                                                                                                       zurück zu den Stichpunkten

Flinten  Flinten

Als Flinten bezeichnen wir Jagdgewehre mit glatten Läufen. Flinten werden bei der Jagd auf Niederwild und mit Flintenlaufgeschossen auf Rehwild und sonstiges Schalenwild eingesetzt. Die wirksame Schussentfernung liegt bei max. 35-40 m mit Flintenlaufgeschossen bei bis zu 50 m (Spezialläufe/Spezialgeschosse 100 m). Es gibt Flinten mit einem oder zwei Läufen. Nach der Laufanordnung unterscheiden wir:

einläufige Flinte                Doppelflinte                Bockflinte          (fälschlich als Bockdoppelflinte) bezeichnet.
  
                                                          
Einläufige Flinten gibt es als Einzellader. Einzellader sind mit Kipplaufverschluss und dann mit außen liegendem Hahn (Handspanner) oder innen liegendem Hahn ausgestattet.

Bei Mehrladern unterscheiden wir, nach der Art des Verschlusses, Repetierer und Selbstlader. Repetierer gibt es entweder mit Kammerverschluss, mit Einsteck- bzw. Festmagazin oder als Vorderschaftrepetierer mit Röhrenmagazin. Beim Vorderschaftrepetierer erfolgt der Repetiervorgang durch Zurückziehen und Vorschieben des Vorderschaftes. Man spricht von Pump-Flinten. Selbstladeflinten gibt es als Gasdruck- oder Rückstoßlader.
Zweiläufige Flinten gibt es nur als Einzellader und immer mit abkippbaren Läufen. Nach der Anordnung der Läufe unterscheiden wir zwischen:

Doppelflinten:

Häufigste Verschlussarten: Laufhaken- und Doppellaufhakenverschluss, Greenererverschluss, Purdey-Verschluss.

Bockflinten (Bockdoppelflinten): Doppelgreenerverschluss, Doppelpurdey-Verschluss, Flankenverschluss
Zweiläufige Flinten gibt es auch mit außen liegenden Hähnen als Handspanner (Seitenschloss-Doppelflinte).

                                                                                                                             zurück zu den Stichpunkten

Kombinierte Waffen Kombinierte Waffen

Sind bei einer Jagdwaffe Flinten- und Büchsenläufe zu einem Laufbündel zusammengefasst, dann spricht man von einer kombinierten Waffe. Grundgedanke bei der Entwicklung solcher Waffen ist die Schaffung von Laufkombinationen, mit deren Hilfe man möglichst viele jagdliche Situationen meistern kann. Mit anderen Worten: Entwicklung eines Universalgewehres. Aber eine kombinierte Waffe bleibt immer ein Kompromiss.

Bei der Zusammenfassung von Flinten- und Büchsenläufen gibt es viele Kombinationsmöglichkeiten. Wir kennen Jagdwaffen mit zwei, drei und vier Läufen. Kombinierte Waffen sind meistens Kipplaufsysteme.

Zweiläufige kombinierte Waffen

Sie besitzen je einen Flinten- und Büchsenlauf. Es gibt sie als Büchsflinten oder als Bockbüchsflinten. Bei Bockbüchsflinten (BBF) kann der Kugellauf entweder oben oder unten liegen. Bei Bockwaffen gilt i. d. R.: Der Lauf mit dem höheren Gasdruck liegt unten.

Dreiläufige Kombinationen unterscheiden wir nach der Laufanordnung:

Drillinge

Drilling (Normalausführung 1)
Zwei nebeneinander liegende Flintenläufe, darunter ein großkalibriger Kugellauf.

Bockdrilling (links u. rechts 3)
Bockbüchsflinte mit seitlichem, kleinkalibrigem Kugellauf.

Doppelbüchsdrilling (rechts 2)
Zwei nebeneinander liegende Büchsenläufe, Schrotlauf in der Mitte darunter.

Waldläuferdrilling (rechts 4)
Doppelflinte mit kleiner Kugel in der Laufschiene.

Sonderformen
Wünsche der Jäger nach Sonderformen gab es immer und gibt es auch heute noch. Nachstehend die wichtigsten Kombinationen:

• Kugeldrilling
• Schrotdrilling
• Drilling mit übereinander liegenden Läufen

Vierläufige kombinierte Waffen entstanden aus dem Drilling durch einen zusätzlichen kleinkalibrigen Büchsenlauf. Meist befindet er sich in der Laufschiene oder in der Mitte. In diesem Fall sprechen wir vom Vierling in T-Form.

                                                                                                                    zurück zu den Stichpunkten

 | Über uns | Nachrichten | Jagdschein | Falknerschein  Bogenjagdschein   Kontakt                         Home