DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Damwild

Zoologische Zuordnung
Ordnung : Paarhufer
Unterordnung : Wiederkäuer
Familie : Geweihträger
Unterfamilie : echte Hirsche

 

Allgem. Beschreibung:
Ursprüngliche Heimat ist der vordere Orient. Heute sind die größten deutschen Vorkommen in Brandenburg und Mecklenburg/Vorpommern zu finden. Die Decke ist rot-braun und weiß gefleckt, wobei aber eine Reihe von Farbvariationen auftreten kann, von weiß bis dunkelbraun. Die Unterseite ist bis in die Innenseite der Läufe weiß. Großer Spiegel schwarz umsäumt mit ewig wackelndem langen Wedel. Der Wedel ist oben dunkel, unterseits hell. Hirsche besitzen keine Brunftmähne. Als äußeres Merkmal ist mit zunehmendem Alter der deutlicher werdende und sich nach unten verlagernde Drosselknopf zu erkennen. Ebenfalls altersbedingt ist die Länge des Pinsels. Gewichte: Hirsche 50 – 90 kg, Alttiere 30 – 45 kg

Fährte:

Die Form des Trittsiegels ist bei beiden Geschlechtern sehr ähnlich. Die Schalenform ähnelt dem des Rotalttieres. Unterscheidungsmerkmal zwischen Rot- und Damwild ist die Verteilung der Ballen im Trittsiegel. Der Anteil der Ballen im Siegel macht hier etwa die Hälfte aus. Die Hirschfährte ist kräftiger und mit entsprechendem Schrank versehen.

Losung:

Die Form der Losung ist der des Rotalttieres ähnlich. Hirschlosung etwas kräftiger, keine Formunterschiede bei Geschlechtern, unterschiedliche Konsistenz bedingt durch Nahrungsangebot, Jahreszeit und Gesundheitszustand.

Biotop:

Bevorzugte Einstände sind parkähnliche, aufgelockerte Altholzbestände (Laub-/Misch-/Nadelholzbestände) mit wenig Unterwuchs. Nicht im Gebirge vorkommend.

Äsung:

Damwild gilt ernährungstechnisch als Zwischen- oder Mischtyp, tendiert aber in Richtung Gras- oder Rauhfutterfresser. Bei geordneter Sozialstruktur und richtiger Bestandesdichte kommen Schälschäden nur gelegentlich vor. Wildäcker und Salzlecken werden gerne angenommen.

Lebensweise:

Damwild gilt als standorttreue, tagaktive Wildart, es ist unstetig und unruhiger als Rotwild. Als sehr anpassungsfähiges und robustes Wild, stellt es geringere Ansprüche an den Lebensraum als das Rotwild (gute Eignung zur Gatterhaltung). Die Rudelformationen sind dem des Rotwildes identisch. Bei guten Äsungsbedingungen treten oftmals Großrudel beim Kahlwild auf. Bei wiederholenden Störungen reagiert es empfindlich. Der Gesichtssinn ist besonders gut ausgeprägt (Augentier). Der Geruchs- und Gehörsinn stehen dem Gesichtssinn nur unwesentlich nach. Der Haarwechsel vollzieht sich im Mai/Juni und September/Oktober. Die jungen Stücke verfärben zuerst. Bei Gefahr wird ein heller Pfeifton ausgestoßen und in eigentümlicher Art die Flucht angetreten, alle vier Läufe sind dabei gleichzeitig in der Luft (Prellsprünge). Damwild suhlt nicht.

Brunft:

Die Brunft findet in den Monaten Oktober/November statt. Das Brunftgeschehen ist nicht so imposant wie beim Rotwild. Die Auseinandersetzungen der Rivalen gestalten sich anders als beim Rotwild. Zwischen gleich starken Hirschen kann es zu erbitterten Auseinandersetzungen kommen wobei Stangenabbrüche oftmals das Ergebnis sind. Die Brunft findet auf immer wiederkehrenden Plätzen statt. Durch die Hirsche werden Brunftkuhlen geschlagen, oftmals unter dem Trauf von Fichten, in die sie hinein nässen und sich darin wälzen. Das Kahlwild zieht zu den wartenden Hirschen auf die Brunftplätze. Der Brunftschrei ist keine melodische Lautäußerung und erinnert eher an Schnarchen oder Röcheln.

Tragezeit/Nachwuchs:

Die Tragezeit beträgt 8 Monate. Nachdem sich die Rudelstrukturen im Mai/Juni aufgelöst haben werden ein oder zwei Kälber gesetzt. Die Damwildkälber gehören zum Ablegetyp. Nach 14 – 20 Tagen sucht das Alttier mit dem Kalb Anschluss an einen Rudelverband.


Erkrankungen:

Magen-, Lungenwürmer, gelegentlich Rachenbremsen, Dasselfliegen, Rinderpest, Milzbrand, MKS, Rinderseuche, Tollwut.

 

Geweihentwicklung:
Das Erstlingsgeweih sind immer ausgebildete Spieße, diese können unterschiedlich stark und lang sein, es sind keine Rosen vorhanden. Das Nachfolgegeweih, (2. Kopf) kann als "Knieper" oder "Löffler" ausgebildet sein. Unterschied zwischen diesen beiden Formen ist das Vorhandensein eines sichtbaren Schaufelansatzes beim Löffler. Der Knieper ist ,ähnlich wie beim Rotwild, in der Ausprägung des Geweihs ein Stangengeweih. Beim Geweih vom 2. Kopf sind Rosen, Aug-, Mittel- und eventuell die Eissprosse vorhanden. Weitere Entwicklung: Halbschaufler, angehender Schaufler, Vollschaufler. Der Höhepunkt der Geweihentwicklung wird im Alter von sieben bis zehn Jahren erreicht. Danach erfolgt das Zurücksetzen des Geweihes. Das Geweih wird im April/Mai abgeworfen. Die älteren Hirsche werfen zuerst ab. Die Entwicklung des neuen Geweihes, das Schieben, setzt unmittelbar nach dem Abwerfen ein. Im August/September wird das fertig geschobene Geweih gefegt. Geweihformen beim Damwild sind Herzform, Korbform, U-Form und V-Form. In der Ausprägung der Schaufeln gibt es erwünschte und unerwünschte Formen. Angestrebt sind großflächige Schaufeln. Erwünscht sind Voll-, Brett- und Keilform, wobei die letzte bereits ein zurücksetzten aus den vorgenannten Schaufelformen signalisiert. Unerwünscht sind Karo-, Fischbauchschaufeln, O-Schlitze und V-Schlitze, zerrissene und zu schmale Schaufeln. Es kann auch die so genannte Sektglasform ausgebildet sein. Fehlende Aug- und/oder Mittelsprossen werden dem Damwild auch als Makel angelastet.

 

Zahnformel:

Das Milchgebiss ist mit 4 Monaten vollständig entwickelt. Ab dem 5. Monat beginnt die Entwicklung des Dauergebisses, mit dem Schieben des M1. Im Dauergebiss sind 32 Zähne vorhanden. Grandeln kommen in Ausnahmefällen vor. Mit 24 – 26 Monaten ist der Zahnwechsel abgeschlossen. Die Altersbestimmung erfolgt am Grad des Abschliffs des M1.
Besonderheiten:
Stangenabbrüche treten im Verhältnis zu anderen Cerviden häufiger auf. Bei Damhirschen kommt es auch relativ häufig vor, dass sich Draht und Kabelmaterial im Geweih verfängt und dieses sich nicht wieder von selbst löst, solche Hirsche sollten erlegt werden.

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