DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Hasenartige (Stiftzähne hinter den oberen Schneidezähnen, Coecotrophie, Superfötation)

Hase   

Zoologische Zuordnung: Ordnung : Hasentiere
Unterordnung : Hasen
Familie : Hasenartige
 

Allgem. Beschreibung:
Der Hasenbalg ist hellbraun mit weißer Bauchseite. Sommer- und Winterwolle sind gleich gefärbt. Die Blume ist oberseits dunkel, unterseits weiß. Die Löffel sind bis 15 cm lang und haben schwarze Spitzen. Die Hinterläufe sind sehr stark entwickelt, die Vorderläufe sind schlank und kaum bemuskelt. Die großen Seher mit der hellen Iris sind auffallend. Hasen besitzen an den Wangen eine Duftdrüse. Durch das Putzen werden Duftstoffe auf die Vorderläufe übertragen. Die Geschlechter sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Das Gewicht eines ausgewachsenen Hasen kann 3 bis 6 kg betragen.

Spur:
Der Hase ist hinten ein Sohlengänger und vorne ein Zehengänger. Die Vorderläufe werden hintereinander gesetzt. Die Hinterläufe greifen vor die Vorderläufe und setzen parallel auf. Die Hasenspur lässt erkennen, ob der Hase sich rückend, hoppelnd oder flüchtig fortbewegt hat.

Losung:
Die Hasenlosung ist fast kugelrund und wird häufig beim Hoppeln abgesetzt. Gelegentlich sind Ansammlungen von Kotpillen zu finden. Die vitaminreiche Blinddarmlosung ist von breiiger Konsistenz und enthält verdauungsfördernde Bakterien. Die Blinddarmlosung wird vom Hasen wieder aufgenommen (Coecotrophie).

 

Biotop:
Er liebt eher trockene Biotope mit abwechslungsreicher krautiger Vegetation, und genügend Deckung. Trockene Sommer und schneearme Winter bürgen meist für guten "Hasenjahre". Der Hase kommt in ganz Europa vor.

Äsung:
Der Feldhase beanspruchte eine große Liste von Wildkräutern die auch als "Hasenapotheke" bezeichnet wird. Zu dieser abwechslungsreichen Äsung gehören neben Kräutern auch Klee, Feld- und Waldfrüchte, Sträucher, im Winter auch die Rinde von jungen Bäumen. Der Feuchtigkeitsbedarf wird überwiegend durch den Wasseranteil in der Nahrung gedeckt. Hasen schöpfen sehr selten.

Lebensweise:
Der Hase ist ein standorttreuer Einzelgänger (Wald-/Feldhase). Als Lager dienen kleine Erdmulden, die Sassen. In der Sasse liegend ist er aufgrund seines verwaschenen Balges gut getarnt. Mit dem Wiedergang springt er in die Sasse. Seinen Feinden entzieht er sich bei schnellen Fluchten durch Hakenschlagen. Dabei ist die Blume immer nach unten gerichtet. Der Hase ist ein dämmerungs- bzw. nachtaktives Wild das am Tage eher selten zu sehen ist. Der Hase liegt mit Augenwind in der Sasse. Fixierte Gegenstände werden erst relativ spät erkannt, dafür sind der Gehör- und Geruchsinn wiederum besser ausgebildet. Er kann außerdem gut Rinnen und Springen.

Rammelzeit:
Die Rammelzeit beginnt bereits im Januar und zieht sich bis in den August/September hinein. Die Hasen rammeln 2 bis 4 mal im Jahr. Zur Rammelzeit sind oftmals mehrere Rammler bei einer Häsin anzutreffen. Unter den Rammlern kommt es dabei auch zu Auseinandersetzungen, wobei auch die Wolle fliegt. Superfötation ist ab dem 38. Tage der Tragezeit möglich.

Tragezeit/Nachwuchs:
Die Tragezeit beläuft sich auf 42 bis 44 Tage. Der erste Satz kommt im März (Märzhasen) zur Welt (2 bis 3 Stück). Die Junghasen werden vollbehaart und sehend gesetzt (Nestflüchter). Oftmals werden sie getrennt voneinander abgelegt. Zum Säugen und Putzen werden sie 1 bis 3 mal am Tag von die Häsin aufgesucht. Nach relativ kurzer Zeit sind die heranwachsenden Junghasen schon selbstständig. Die Junghasen werden nach ihrem Alter als Viertelhasen, Semihasen und Dreiläufer bezeichnet.

Erkrankungen:
Coccidiose, Magen-, Darm- und Lungenwürmer, Leberegel, Nagerpest, Tollwut.

Zahnformel:

 

 

Die Nagezähne sind mit einer offenen Wurzel versehen. Sie wachsen permanent weiter und werden durch das Äsen abgeschliffen und immer scharf gehalten. Der kleinere Schneidezahn (I2) im Oberkiefer ist ein Stiftzahn und sitzt hinter dem I1. Er stützt den eigentlichen Nagezahn. Der Hasenschädel hat im hinteren Bereich des Gaumens eine rundliche (apfelförmige) Gaumenhöhle.

 

Kaninchen    

Zoologische Zuordnung: Ordnung : Hasentiere
Unterordnung : Hasen
Familie : Hasenartige
 

Allgem. Beschreibung:
Der Balg ist bei beiden Geschlechtern grau, die Bauchseite heller. Farbvariationen von hell bis dunkel vor können auftreten. Das Kaninchen hat eine weiße Blume. Die Einkreuzung von Hauskaninchen ist möglich. Im Gegensatz zu den Hasen hat das Kanin kurze Löffel ohne schwarze Spitzen. Die Seher sind dunkel. Das durchschnittliche Gewicht liegt zwischen 1,5 und 2,0 kg.

Spur:
Das Spurbild ist dem des Hasen sehr ähnlich, aber kleiner.

Losung:
Die Losung wird in der Nähe der Bauanlagen auf kleinen Erhöhungen abgesetzt. Sie besteht aus kleinen kugeligen, dunklen und recht festen Kotpillen. Die vitaminreiche Blinddarmlosung wird wie auch beim Feldhasen sofort wieder aufgenommen.

Biotop:
Die Kaninchen sind Kulturfolger und stammen ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum. Heute kommen die anpassungsfähigen kleinen "Grauen" in fast ganz Europa vor.

Äsung:
Die Äsung besteht aus allerlei Grünpflanzen, wobei landwirtschaftliche Kulturpflanzen bevorzugt werden. Besonders im Winter können Kaninchen in Obstplantagen durch das Abnagen der Rinde zu Schaden gehen.

Lebensweise:
Kaninchen lieben einen leichten, grabfähigen Boden zum Bau ihrer verzweigten Bauanlagen. Sie leben standorttreu in Kolonien. Den Tag verbringen sie im Bau oder bei sehr gutem Wetter oberirdisch in der Sasse. Die Umgebung der Bauanlage ist in unterschiedliche Aufenthaltszonen unterteilt. Die Bauanlagen liegen im zentralen Bereich, es schließt sich der so genannte Aktionsraum an, dieser wird besonders zur Nahrungsaufnahme genutzt. Im erweiterten Aktionsraum sind die Setzbaue zu finden. Von den Sinnen ist besonders das Gehör sehr gut entwickelt. Aber auch die übrigen Sinne sind gut ausgeprägt. Die Kaninchen sind sehr schnelle Kurzstreckenläufer. Auf der Flucht werden Haken geschlagen und weiße Blume nach oben getragen. Sie warnen durch "Trommeln" mit den Hinterläufen. Der Flüssigkeitsbedarf wird über die Äsung gedeckt.

Rammelzeit:
Die Kaninchen rammeln 4 bis 6 mal im Jahr. Die Rammelzeit erstreckt sich von Februar bis September. Nach einer Tragezeit von 28 bis 31 Tagen werden in einer speziellen Setzröhre 5 bis 9 Junge gesetzt. Superfötation. Die Setzröhre ist mit trockenen Pflanzenteilen und Unterwolle der Häsin ausgepolstert. Die Jungen kommen nackt und blind zur Welt, sie verbleiben ca. 3 Wochen im Bau, in dem sie einige Male am Tage gesäugt werden. Verlässt die Häsin die Setzröhre, verschließt sie den Baueingang mit Erdreich. Nach ca. 4 Wochen wird die Setzröhre aufgegeben und es erfolgt der Umzug in den Familienbau. Das Kanin ist mit ca. 5 bis 7 Monaten geschlechtsreif.

Erkrankungen:
Coccidiose, Leberegel, Magen-, Darm- und Lungenwürmer, Myxomatose, Tollwut, Nagerpest, Pseudotuberkulose.

Zahnformel:

Die Schneidezähne wachsen permanent weiter und nutzen sich beim Äsen ab. Zur Unterscheidung zwischen Hase und Kanin kann die Gaumenhöhle herangezogen werden. Sie ist beim Kanin oval (birnenförmig).

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