DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Rehwild

Zoologische Zuordnung: Ordnung :          Paarhufer
Unterordnung : Wiederkäuer
Familie :           Geweihträger (Cerviden)
Unterfamilie :   Trughirsche
 

Allgem. Beschreibung:
Die Decke ist in den Sommermonaten rot-braun, im Winter grau-braun. Kitze tragen ein geflecktes Tarnkleid (Ablegetyp). Farbvariationen können gelegentlich auftreten (Schwarze oder weiße Rehe). Der Spiegel ist bei den Ricken mit einer deutlichen Schürze versehen (im Winter besonders gut sichtbar).
Gewichte: Böcke 15 – 20 kg
Ricken 12 – 18 kg

Fährte:
Das Trittsiegel ist relativ klein und schmal. Der Abdruck der Ballen im Trittsiegel beträgt ca. ein Viertel der Schalenlänge. Die Schalen sind in der vertraut ziehenden Fährte geschlossen, auf der Flucht werden die Schalen gespreizt und der Abdruck des Geäfts wird gut sichtbar.

Losung:
Die Losung des Rehwildes ist identisch der des weibl. Rotwildes strukturiert. Die zylindrisch, abgerundeten "Lorbeeren" sind ca. 13 – 15 mm lang und haben einen Ø von ca. 8 mm. Die Sommerlosung hängt oftmals wurstförmig zusammen.

Biotop:
Das Rehwild ist vom anatomischen Bau her ein Schlüpfertyp. Der bevorzugte Lebensraum ist daher die deckungsreiche und äsungsreiche Wald - Feldgrenze. Aber auch die offene Feldflur kann bei guter Deckung (hochwachsende landwirtschaftliche Kulturen) und einem sehr abwechslungsreichen Äsungsangebot ein guter Einstand sein.

Äsung:
Rehwild ist ein Konzentratselektierer. Grünpflanzen aller Art, junge Blätter und junge Triebe, Wald- und Feldfrüchte gehören zum Äsungsspektrum. In der nahrungsarmen Jahreszeit bilden wintergrüne Pflanzen, Triebe und Knospen die Hauptäsung.

Lebensweise:
Rehwild ist ein Einzelgänger. Die soziale Bindung zwischen Ricke und Kitz ist eng und währt längere Zeit. Es gilt als standorttreuer, anpassungsfähiger Kulturfolger. Besonders bei den Böcken ist ein ausgesprochenes Territorialverhalten zu beobachten. Es werden keine anderen geschlechtsreifen Böcke im Revier geduldet. Die Böcke markieren durch Fegen (Duftstoffe aus der Stirnlockendrüse) und gleichzeitigem Plätzen die Reviergrenzen. Durch die Feldrehe werden im Winter die Sprünge (Notgemeinschaften) gebildet. In diesen Sprüngen sind beide Geschlechter und alle Altersklassen vertreten.

Blattzeit:
Die Paarungszeit fällt in die heißesten Monate des Jahres: Mitte Juli bis Mitte August. Der Verlauf der Rehwildbrunft ist eine Einzelbrunft. Die Böcke suchen nacheinander die brunftigen Ricken in ihren Revieren auf und beginnen sie zu treiben. Das Treiben der Ricken kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Beim Treiben können durch das Heruntertreten von Bodenbewuchs sogenannte Hexenringe entstehen. Die Böcke sind in dieser Zeit manchmal durch besondere Lautäußerungen zu vernehmen. Sie keuchen vor Erregung bzw. Erschöpfung. Nach dem Beschlagen hält sich der Bock noch einige Stunden bei der Ricke auf. Alle Rivalen werden abgeschlagen.

Tragezeit/Nachwuchs:
Die Tragezeit beläuft sich auf neun Monate. Das befruchtete Ei unterliegt in den ersten Wochen keiner Zellteilung, es herrscht eine sogenannte Eiruhe. Die eigentliche Eientwicklung setzt erst im Dezember ein. Aus diesem Grunde kann man gelegentlich ein Paarungsverhalten beim Rehwild im Dezember beobachten. Im Mai/Juni werden ein bis drei Kitze gesetzt. Bei Mehrlingsgeburten werden die Kitze getrennt abgelegt. Das Säugen der Kitze kann bis in den Oktober hinein erfolgen. Die Kitze sind ab acht bis neun Wochen auch ohne Muttermilch überlebensfähig.

Erkrankungen:
Magen- und Darmwürmer, Lungenwürmer, Rachenbremsen, Dasselfliegen,Tollwut.

Gehörnentwicklung:
Die Gehörnentwicklung beginnt schon recht früh. Mit Vollendung des dritten Lebensmonats beginnen die Rosenstöcke zu wachsen. Nach sechs Monaten ist dieser Prozess abgeschlossen und es werden kleine Knöpfe auf den sehr dünnen Rosenstöcken geschoben. Diese Knöpfe haben keine Rosen. Nach dem Abwerfen des Erstlingsgehörns im Januar bis März wird anschließend das Folgegehörn entwickelt. Diese Spieße besitzen Rosen und können weit über 10 cm Länge erreichen. Es kann aber auch ein Gablergehörn geschoben werden. Das Folgegehörn wird Ende Mai/Anfang Juni gefegt. Eine optimale Gehörnausprägung bedingt gute genetische Voraussetzungen, gute Gesundheit und sehr gutes Äsungspotenzial. Oftmals sieht man mit Aufgang der Bockjagd auch Böcke, die ihr Erstlingsgehörn (Knöpfe) noch tragen. Die Gehörnstufen sind: Spießer, Gabler, Sechser. Überalterte, zurückgesetzte Böcke können auch ein sogenanntes Knopfgehörn zeigen, haben dann aber starke, massige Rosenstöcke. Die alten Böcke verlieren bereits im Oktober/November ihr Gehörn. Das neue Gehörn ist im März/April fertig gefegt. Die jungen Böcke werfen nach den Alten ab, sind also später mit dem neuen Gehörn fertig. Mit zunehmendem Alter wird das Gehörn massenreicher. Die Kulmination in der Gehörnentwicklung liegt zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr. Die Ausprägung des Gehörns unterliegt vielen Variationen, bedingt durch Genetik, Wilddichte, Krankheiten, Verletzungen, harte Winter und Hormonstörungen.
 

Zahnformel:
Die Kitze werden mit einem fertigen Milchgebiss gesetzt (20 Zähne). Mit 13 bis 15 Monaten ist dieses Gebiss ausgezahnt und vollständig.
 

Ansprechen:
Jung:
kindlicher Gesichtsausdruck, geringer Muffelfleck, dünner Träger, früh verfärbt, spät verfegt, verspielt, sucht Kontakte, geringe Gehörnmasse, Masse liegt unten,
Alt:
argwöhnischer Gesichtsausdruck, großer Muffelfleck oder graues Gesicht, kurzes Haupt, kräftiger Träger, spät verfärbt, früh verfegt, eventuell Dachrosen.

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