DER JAGDPROFI
Jagdschule

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Verdauung

Der Ordnung der Paarhufer gehören unsere Wildwiederkäuer und das Schwarzwild an. Gegenüber den Wiederkäuern stellt Schwarzwild innerhalb dieser Gruppe eine Ausnahme dar. Es ist ein Allesfresser mit einem relativ einfachen Drüsenmagen.

Wildwiederkäuermagen      

Zum Aufschließen pflanzlicher Nahrung insbesondere Zellulose benötigen Säugetiere bestimmte Bakterien. Meist geschieht dieser Aufschluss im Dickdarm. Bei den Wiederkäuern erfolgt der bakterielle Aufschluss der Nahrung überwiegend im Vormagen.

Bau und Funktion des Wiederkäuermagens

Pansen
Netzmagen                                            Vormagen (Umstülpungen des Schlundes)
Blättermagen

Labmagen                                              Drüsenmagen

Bei verschiedenen Wiederkäuern sind artspezifisch unterschiedliche Pansenzotten ausgebildet. Auch in den verschiedenen Jahreszeiten verändern sich die Pansenzotten im Pansen eines Individuums. Die Verdauungsbakterien vermehren sich selbstständig und sitzen zwischen und auf den Pansenzotten. Spaltprodukte der Bakteriengärung werden dem Tier über die Pansenzotten direkt zugeführt.

Weg der Nahrung im Verdauungstrakt eines Wiederkäuers

Die Nahrung gelangt vom Äser über den Schlund in Netzmagen und Pansensack. Grobe Äsungsbestandteile werden aus dem Pansensack wieder über den Schlund in den Äser gewürgt und dort wiedergekäut. Nach dem Abschlucken gerät der jetzt feinere Speisebrei wieder in den Netzmagen und den Pansen. Der Netzmagen sortiert die noch zu grobe Äsung aus und gibt sie in den Pansen zurück. Fein gekaute Äsung wird bakteriell vergoren. Genügend aufgeschlossene Nahrungsbestandteile leitet der Netzmagen weiter in den Blättermagen. Von dort gelangt sie dann in den Labmagen und das Gescheide.

Einteilung der Wildwiederkäuer in die 3 Hauptäsungstypen

Als Äsungsrhythmus wird die Abfolge täglicher Perioden von Äsungssuche und Ruhephasen bezeichnet. Entsprechend ist der Bedarf an Grundnahrung und dessen Zusammensetzung.

Bei bakterieller Aufbereitung der Nahrung entstehen Säuren. Die Neutralisation der Säuren erfolgt durch Beimischung von Speichel beim Kauen und Wiederkäuen. Ausschließliche Gaben von Kraftfutter führen im Pansen zu nicht mehr neutralisierbarer Übersäuerung  Aufquellen und Platzen der Pansenzotten mit folgender Entzündung und Selbstvergiftung (Acithose)

Konzentrat – Selektierer

Rehwild

8-11 Äsungsperioden pro Tag

Reich an leicht verdaulichen Nährstoffen

Arm an Zellulose und Fasern

Bevorzugte Äsung: Blätter,Kräuter, Blüten, Früchte, Triebe

Kleiner Pansen; schnelle Vergärung der Nahrung; häufiges Wiederkäuen

 

Intermediär- oder

Zwischentyp

Rotwild, Damwild, Gamswild

5-6 Äsungsperioden pro Tag

Mischäsung mit entsprechendem Faseranteil

Bevorzugte Äsung: Gräser und Kräuter

(Damwild eher Tendenz zum Rauhfutterfresser;
 
Gamswild in der Vegetationszeit eher Tendenz zum Konzentrat-Selektierer)

 

Rauhfutterfresser

Muffelwild, Steinwild

3-4 Äsungsperioden pro Tag

 

Reich an Zellulose und Fasern

Arm an Stärke und Eiweiß

Bevorzugte Äsung: Gras- und Raufutter

Großer Pansen; Langsame Vergärung

Wenige aber lange Äsungsperioden

Systematisches Abweiden

Gründliches Wiederkäuen in langen Ruhephasen

 

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