DER JAGDPROFI
Jagdschule

Saline7 18334 Bad Sülze 038229 80997
                                                                                           oder 017670075546

Wildkrankheiten

(Rechtsgrundlagen: Bundesjagdgesetz, Lebensmittelgesetz, Fleischhygienegesetz mit verschiedenen Verordnungen (FlHV; GFlHV).

Krankheitssymptome beim Ansprechen des Wildes:

  • Abnormale Verhaltensweisen wie verminderte Fluchtdistanz, Teilnahmslosigkeit

  • Haarausfall bzw. auffallend struppiges Haar

  • Spiegel mit Losung verschmiert

  • verdickte Körperstellen

  • starker Speichelfluss

  • Hautabschürfungen, Knochenbrüche

  • Atembeschwerden

  • Abgekommenes Wild

    Krankheitssymptome beim toten bzw. erlegten Stück:

  • Wildbretuntersuchung

    Die erste Untersuchung nimmt derjenige vor, der das erlegte Tier aufbricht. Er ist dazu verpflichtet jedes Organ genau zu begutachten und auf mögliche Veränderungen zu untersuchen. Bei negativem Befund entfällt eine weitere Fleischuntersuchung, soweit das Wildbret nicht in den Verkehr gebracht oder weiter veräußert wird (Eigenverbrauch, Weitergabe an einzelne natürliche Personen). Bei Haarwild das auf eine andere Weise, als durch das Erlegen getötet wurde, ist eine amtliche Fleischuntersuchung zwingend notwendig.

    Die Sicherung der genauen Diagnose erlegten Wildes sowie die Sektion tot aufgefundener Tiere ist Aufgabe der Fachinstitute.

    Beim Auftreten von Seuchen ist der Staat für die Bekämpfung verantwortlich => hierfür gibt es auch entsprechende Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Organe (Untere Jagdbehörde, Veterinäramt)

    Tierkörperbeseitigung

    Körper und Körperteile von freilebenden Tieren, die nicht als Nahrungsmittel für den Menschen bestimmt sind, unterliegen keiner gesetzlichen Beseitigungspflicht, d.h. Gescheide kann man offen liegen lassen und eventuell als Raubwildköder am Luderplatz verbringen (Ausnahme: Fuchskern).

    Bei Tierkörpern und Teilen von denen gesundheitliche Gefahren für den Menschen oder andere Tiere ausgehen gilt dies nicht:

    Nach Absprache mit der Behörde sind diese entweder in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt unschädlich zu beseitigen, zu verbrennen oder im Revier zu vergraben (nicht im Wasserschutzgebiet verlochen, 50 cm, Kalken)

    Wildbrethygiene

    Erlegtes Wild ist, sofern das Wildbret zum Genuss für den Menschen gedacht ist, unverzüglich zu versorgen. Unverzüglich bedeutet hier je nach Situation so schnell als möglich (Nachsuche).

     

    Lagerung von Wild in der Wildkammer:

    Unabhängig von vorangegangenen Krankheitsverläufen kann Wildbret verderben. Es wird unterschieden zwischen der Fäulnis und der "Stickigen Reifung" (Verhitzen), wobei die beiden Formen auch zusammen auftreten können.

    Verhitzen /Stickige Reife

    Fleischreife

    Magen-Darm-Barriere

    Aufbrechen

    möglichst gut aufpassen, daß Gescheide und Harnblase nicht angeschärft werden - dadurch Verminderung des Wildbretgeschmacks

    Eingehen / Verenden

    Wild geht ein durch :
    • Krankheit
    • Altersschwäche
    • Erschöpfung
    • Hunger
    Wild verendet durch:
    • Schusseinwirkung
    • Unfall
    • Raubwild
    • Forkeln

    Lagerung über Nacht am Erlegungsort

    so lagern, das es gut auskühlen kann, verwittern gegen Fuchs und Schwarzwild (Taschentuch, Patronenhülse, Nässen) verblenden gegen Greif- und Rabenvögel

    Genießbarkeit des Wildbrets erhalten

    Ausrüstungsgegenstände zum Aufbrechen

    Was sollte nach der Schußabgabe beachtet werden ?

    Fäulnis

    Kennzeichen der Fäulnis:

    Stickige Reifung/Verhitzen

    Ursache: Mangelhafte Kühlung und Lüftung in den ersten Stunden nach dem Erlegen Besonders bei schwüler, feuchtwarmer Witterung, langer Hetze, verspätetem Aufbrechen in Folge einer Nachsuche und sonstigen Stresssituationen, aber auch unsachgemäßem Transport

    Kennzeichen stickiger Reifung:

    Bräunlich/gelbliche bis kupferrote Verfärbung des Wildbrets Dumpf-muffig bis säuerlicher, manchmal stechender Geruch Brüchig weiche Konsistenz

    Wildursprungmarken in Mecklenburg/Vorpommern     

    Beginnend mit dem 01.04.2000 wurden in M/V für die Wildnachweisung Ursprungsmarken und dazugehörende Ursprungsscheine eingeführt. Dies geschah nicht zuletzt aus Gründen des Verbraucherschutzes, der Bekämpfung von Wilddieberei und in Umsetzung von EU- und Bundesrecht.

    Die dazu erlassene Verordnung gilt für das Aufnehmen und den Verbleib von toten Schalenwild, sowie für den Handel mit Wild aus M/V. Jedes Stück Schalenwild, welches der Verwertung zugeführt werden soll, ist mit einer nummerierten Wildmarke in der Brust- oder Bauchwand zu versehen. Zu jedem Stück Schalenwild mit Wildmarke ist ein Ursprungsschein auszufüllen (siehe Anlage Hausaufgabenmappe). Fallwild (Schalenwild) oder unverwertbares Schalenwild, das im oder aus dem Revier transportiert werden soll (Tierkörperbeseitigungsanstalt) ist mit einer Wildmarke im Ohr zu versehen. Das Anbringen einer Wildmarke hat sofort nach der Erlegung oder dem Auffinden im Jagdrevier zu erfolgen. Der Wildursprungsschein ist unverzüglich auszufüllen. Die Wildmarke hat bis zur vollständigen Zerlegung des Wildkörpers am Stück zu verbleiben. Der Handel mit Schalenwild ohne Kennzeichnung ist nicht zulässig. Der Ursprungsschein ist in dreifacher Ausfertigung (Durchschriften) zu erstellen. Das Original (weiß) und die erste Durchschrift (grün) verbleiben beim Jagdausübungsberechtigten. Die zweite Durchschrift (gelb) erhält der Abnehmer zusammen mit dem Stück. Das Original und die erste Durchschrift sind ein Jahr aufzubewahren. Sofern Wild im Eigenbedarf durch den Jagdausübungsberechtigten verwertet oder in geringen Mengen an Dritte in Decke oder zerwirkt abgegeben wird, verbleibt die zweite Durchschrift beim Jagdausübungsberechtigten. Die UJB kann zu Prüfzwecken die erste Durchschrift des Ursprungsscheines anfordern. Durch die UJB werden die Wildmarken an den Jagdausübungsberechtigten gemäß des bestätigten Abschußplanes (zahlenmäßig) ausgegeben. Nicht verbrauchte Wildmarken sind der Behörde bei Ablauf des Jagdjahres anzuzeigen. Bei gewerbsmäßigen An- und Verkauf von Wild ist ein Wildhandelsbuch zu führen. Die Herkunftsdaten des Ursprungsscheins sind in das Wildhandelsbuch zu übernehmen und mindestens drei Jahre nachzuweisen. Die Kontrolle der Einhaltung der Verordnung obliegt den Landräten in ihrer Funktion als UJB und untere Veterinärbehörde. Des weiteren kann die Kontrolle durch den Polizeivollzugsdienst erfolgen. Dieser Verordnung sind 18 Ordnungswidrigkeitspunkte angefügt.

    Krankheitserreger

    Viren sind so klein, dass man sie nicht einmal mit einem Lichtmikroskop erkennen kann. Sie haben keinen Stoffwechsel. Ihre Vermehrung muss durch fremde, lebende Tier- oder Pflanzenzellen erfolgen. Viren verursachen keine Eiterbildung. Die Behandlung mit Antibiotika ist unwirksam. Häufig impft man gegen bestimmte Viruskrankheiten (Tollwut, FSME).

    Bakterien sind deutlich größer als Viren und unter einem starken Lichtmikroskop sichtbar. Es sind Zellen mit Stoffwechsel, die sich durch Zellteilung vermehren. Bakterien verursachen beim akuten Krankheitsverlauf oft Blutvergiftungen, beim chronischen Verlauf Eiterbildung (Abszesse = Eiterherde), verdickte Lymphknoten, Milzschwellung, u.ä. Bakterielle Infektionen können mit Antibiotika meist sehr wirksam behandelt werden.

    Parasiten sind ein- oder mehrzellige Lebewesen, die zeitlich begrenzt oder dauerhaft auf einem anderen Organismus mit mehr oder weniger ausgeprägtem Entwicklungszyklus parasitieren (Endo- und Ektoparasiten). Zum Teil durchlaufen sie Gestalts- und Funktionsumwandlungen. Es gibt verschiedene Arten von Wirtsorganismen. Wir unterscheiden (Zwischenwirt, Endwirt, Fehlzwischenwirt). Parasiten sind meist wirtsspezifisch auf bestimmte Tierarten oder zumindest Gruppen beschränkt.

     

     

     

    Viruserkrankungen

    Bakterienerkrankungen

    Parasiten

    + Tollwut

    - Myxomatose

    - Schweinepest

    - RHD

    - EBHS

    + Ornithose

    + FSME

    - Maul- und Klauenseuche

    - Aujeszkysche Krankheit

    + Brucellose

    - Pasteurellose

    + Pseudotuberkolose

    + Salmonellose

    + Tularämie

    + Botulismus

    + Aktinomykose

    (Strahlenpilzerkr.)

    - Mykoplasmose

    (Gamsblindheit)

    + Borrelliose

    + Staphylokokkose

    (Eitererkrankung)

    + Leptospirose

    Endoparasiten:

    - Kokzidose

    - Leberegel

    + Trichinose

    - Magen - Darmwürmer

    - Lungenwürmer

    + Bandwürmer

    Ektoparasiten:

    - Rachenbremsen -

    Larven

    ("Rachendasseln")

    - Dassellarven

    + Spinnentiere

    + Insekten

     

     

    + = Zoonose Anzeigepflichtig

    Virusbedingte Infektionskrankheiten

    Tollwut

    Allgemein: Akute, tödlich verlaufende Gehirnentzündung. Viren wandern über die Nervenbahnen. Krankheit ist wenn sie einmal ausgebrochen ist immer tödlich! Wildbret genußuntauglich. Anzeigepflichtig. Impfung ist möglich. (Zwei Erscheinungsformen: Stille Wut (ohne Beißstadium, Lähmungsstadium vorherrschend) und rasende Wut (Beißstadium vorherrschend). Stille Wut ist am häufigsten)

    Wirtsspektrum: Säugetiere, Vögel, Mensch. Hauptträger der Tollwut ist der Fuchs.

    Virenausscheidung: Speichel infizierter Tiere

    Infektion: Biss und offene, frische Wunden.

    Inkubationszeit: 3 Wochen - 9 Monate.

    Krankheitsdauer: 7 - 8 Tage. 

    Stadien:

    1. Anfangs- oder Prodomalstadium: Verhaltensänderungen (Verlust der Scheu). Hohe Aktivität und Nervosität.

    2. Beiß- oder Exzitationsstadium: Aggression gegen unbelebte Gegenstände (Beißsucht). Tiere klagen laut. Rehwild mit Schürfwunden am Haupt.

    3. Lähmungs- oder paralytisches Stadium: Lähmungserscheinungen wie Schlundkopflähmung (Speichelfluss). Tod durch Atemlähmung.

    Diagnose erfolgt durch Entnahme eines Gehirnteils und spezielle mikroskopische Untersuchung durch Fachinstitut.

    Schutzmaßnahmen: Starke Bejagung (Ziel 1 Fuchs pro 300 ha). Impfaktionen mit "Tübinger Fertigköder". Bei Ausbruch tritt die Tollwutverordnung in kraft.

    Myxomatose

    Allgemein: Sehr verlustreiche, leicht übertragbare Seuche. Tiere verenden meist sehr schnell (8 – 14 Tage). Durch Ausbildung von Resistenz ist die Mortalitätsrate in einigen Gebieten zurückgegangen. Tritt vor allem bei deutlich überhöhten Besätzen auf. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Haus- und Wildkaninchen.

    Virusausscheidung: Ödematisiertes Gewebe der Haut und Schleimhäute (Augen, Genitaltrakt), Losung.

    Infektion: Hautparasiten (Stechmücken, Flöhe), Kontaktinfektion (Wunden, Atemluft, Schleimhäute), Aufnahme kontaminierten Futters.

    Inkubationszeit: 2 - 10 Tage.

    Lebenddiagnose:, Schwellungen an Kopf (Löwenkopf) und Afterbereich, Lidbindehautentzündung (verklebte Seher). Schwellung der Nasenschleimhaut und der Lippen. Entzündungen der Löffel => Verlust von Gesichts- und Gehörsinn. Ödeme in der Unterhaut und um die Geschlechtsorgane

    Prophylaxe: Hauskanin: (Schutzimpfung), Mückensichere Drahtgitter.

    Wildkanin: Erhöhter Abschuss in verseuchtem Gebiet.

    Schweinepest

    Allgemein:

    Virus sehr widerstandsfähig. Stirbt erst durch Kochen. In Kadavern noch ca. 15 Tage, in gefrorenem Fleisch jahrelang ansteckungsfähig. Pökeln, salzen, räuchern zwecklos. Regional Ausbildung von Resistenz. Wildbret genußuntauglich. Anzeigepflichtig!

    Wirtsspektrum: Haus- und Wildschweine.

    Virusausscheidung: Bereits nach 1 Tag Speichel-, Augen-, Nasen-, Rachensekret. Später durch Kot und Urin.

    Infektion: Erstinfektion meist durch infizierten Fraß (Küchenabfälle), Abwässer, dann Kontaktinfektion. Passive Übertragung zum Beispiel durch Raubwild.

    Inkubationszeit: 3 - 5 Tage (akut), bis 20 Wochen (chronisch).

    Krankheitsdauer: Tod nach etwa 8 – 20 Tagen

    Lebenddiagnose: Atypischer Aktivitätsrhythmus. Vertrautheit (Verminderte Fluchtdistanz). Erbrechen. Blutiger, schleimiger Durchfall (verschmiertes Weidloch). Großer Durst (häufiges Annehmen von Wasserstellen und Suhlen). Wankender Gang. Motorische Störungen und Krämpfe. Hinterhandschwäche. Hautrötung. Entzündung der Augenlieder. Nasenausfluss. Nasenbluten. Fieber.

    Toddiagnose: Entzündungen und punktförmige Blutungen, insbesondere auf den Oberflächen heller Organe gut zu sehen: Kehldeckel, Nieren, Blaseninnenwand. Krustige Gebilde am Milzrand.

    Maßnahmen: Erregereinschleppung und -verbreitung verhindern. Durch starke Fütterung im Revier halten. Jagdruhe. In umliegenden Revieren starke Bejagung. Tötung kranker, ansteckungsverdächtiger und seuchenverdächtiger Tiere. Sperrbezirk und Untersuchungen durch Fachinstitute. Aufhebung der Sperre wenn innerhalb von 40 Tagen keine erneuten Anzeichen auftraten).

    Präventivmaßnahme: Ständige Bejagung nach dem Lüneburger Modell.

     

    RHD (Kaninchen-China-Seuche)

    Allgemein: Infektiöse Krankheit der Kaninchen. Übertritt von Blut aus den Gefäßen in das Gewebe. Ganze Kaninchenpopulationen brechen innerhalb weniger Tage zusammen.

    Wirtsspektrum: Hase und Wild- bzw. Hauskaninchen.

    Virusausscheidung: Virushaltige Körperflüssigkeiten.

    Infektion: Kontakt und Futter (oral, nasal, Augenbindehaut).

    Inkubationszeit: 1 - 2 Tage.

    Krankheitsdauer: Sehr schneller Verlauf (24 Stunden).

    Lebenddiagnose: Bis kurz vor Eintreten des Todes keine Verhaltensänderung, dann Atemnot und Benommenheit. Blutiges schaumiges Sekret am Windfang. Allgemeininfektion mit extremer Lungenentzündung, Atemnot, Benommenheit. Strecklähme mit Todesfolge.

    Toddiagnose: Innere Organe sind geschwollen und durch Blutungen dunkel verfärbt (vor allem Lunge und Luftröhre). Leberschädigung.

     

    EBHS (Europäische Feldhasenseuche)

    Allgemein: Seit 1986 bekannt. Breitete sich in relativ kurzer Zeit in den meisten europäischen Ländern aus. Schwerpunkt Oktober – April. In Herbst und Winter die Todesursache beim Hasen. Krankheit kann ausheilen. Hohe Verlustrate durch starke Leberschädigung. Wildbret genußuntauglich. Verwandtschaft zu RHD.

    Wirtsspektrum: Feldhasen.

    Virenausscheidung: Körperflüssigkeiten.

    Infektion: Kontakt (Rammelzeit), kontaminiertes Futter, Wasser. Aufnahme oral und nasal.

    Inkubationszeit: 2 Tage.

    Lebenddiagnose: Verminderte Fluchtdistanz und Orientierungslosigkeit.

    Toddiagnose: Verendete Hasen scheinen bei gutem Ernährungszustand. Rascher Tod. Leberentzündung. Gelbliche Verfärbungen an Leber, Unterhaut, Sehern und Lidbindehäuten.

     

    Ornithose (Papageienkrankheit)

    Wirtsspektrum: Federwild (besonders Tauben), Kälber, Mäuse, Katzen, Mensch.

    Infektion: Kontakt. Infektionsgefahr durch Einatmen des Gefiederstaubes (Tauben haben keine Bürzeldrüse). Gefieder beim Rupfen anfeuchten.

    Lebenddiagnose: Geöffneter Schnabel. Atembeschwerden. Verklebte Nasenlöcher (Entzündungen an Lungen und Atemwegen). Gesträubtes Gefieder. Durchfall. Beim Menschen mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung.

    Toddiagnose: Abgestorbenes Lebergewebe. Vergrößerte Milz. Bauchfellentzündung.

     

    FSME ("Zeckenenzephalitis")

    Allgemein: Hauptverbreitung südlich der Mainlinie. Kann zum Tod führen. Impfung ist möglich.

    Wirtsspektrum: Weidetiere, Hund, Mensch (Erregerreservoir in Wildtieren, die jedoch selbst nicht erkranken).

    Infektion: Zeckenbiss (z.B. Holzbock)

    Diagnose: Fieber. Gelenkschmerzen. Kopfschmerzen. Grippeartige Erscheinungen. Kinn lässt sich nicht mehr auf Brustbein drücken. Verdauungsstörungen. Schwer zu heilende Hirnhautentzündung. Lähmungserscheinungen.

     

    Maul- und Klauenseuche (MKS)

    Allgemein: Verordnung zum Schutz gegen die Maul- und Klauenseuche in der Fassung vom 27.03.1995. Wildbret genußuntauglich. Anzeigepflichtig.

    Wirtsspektrum: Rinder, Schweine, Schalenwild (Gattertiere)

    Infektion: Kontakt, Futter

    Inkubationszeit: 2 – 7 Tage

    Diagnose: Störung des Allgemeinbefindens. Blasenbildung an Mundschleimhäuten, Äser, Gesäuge. Lähme infolge Blasenbildung an Klauenspalt. Blasenbildung an Pansenschleimhaut. Herzmuskelentzündung.

     

    Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut)

    Allgemein:, Für Hunde tödlicher Verlauf. Wildbret genußuntauglich. Anzeigepflichtig.

    Wirtsspektrum: Alle Säugetierarten.

    Infektion: Körperkontakte, Insektenstiche.

    Inkubationszeit: 1 – 8 Tage.

    Diagnose: Lähmungserscheinungen. Krampfzuckungen. Unkoordinierte Bewegungen. Schneller Körpermassenverlust. Blutige Scheuerstellen und Schürfwunden. Bei Schwarzwild Entzündungsprozesse in Nasen- und Rachenschleimhaut. Bildung von kleinen Nekrosen in verschieden Organen und Lymphknoten.

    Prophylaxe: Niemals rohes Schweinefleisch an Hunde verfüttern.

     

    Bakteriell bedingte Infektionskrankheiten

    Bruccellose ("Hasensyphilis")

    Allgemein: Bakterien hauptsächlich in Geschlechtsteilen erkrankter Tiere. Wildbret genußuntauglich. Anzeigepflichtig.

    Wirtsspektrum: Säugetiere (Hase, Reh, Schwarzwild). Hauptsächlich beim Hasen durch Rammeln verbreitet. Auf den Menschen übertragbar. Selten auftretende chronisch verlaufende Tierseuche.

    Erregerausscheidung: Fruchtwasser, Milch, Kot, Harn.

    Infektion: Oral über infizierte Nahrung. Säuge- und Deckakt. Verletzungen. Flohstiche. Schleimhäute.

    Inkubationszeit: 2 Wochen - 4 Monate.

    Lebenddiagnose: Gelenkschwellung, Lähme, Abmagerung.

    Toddiagnose: Schwellungen und Abszesse in inneren Organen. Entzündung der Geschlechtsorgane (Gelbkäsige Beläge in Hoden und Tragsack). Gelbkäsige bis kirschkerngroße Knoten in Leber, Milz und Unterhaut. Vergrößerte Milz. Gebärmutterentzündung bei Bachen.

    Krankheitsdauer: Bis 1 Jahr.

     

    Pasteurellose (Hasenseuche, Geflügelcholera)

    Allgemein: Auftreten wird bei widrigen Lebensbedingungen begünstigt: Nässe, Kälte, Parasitenbefall, Äsungsmangel (Seuchenhaftes Auftreten). Sonnenlicht und Trockenheit zerstören Bakterien schnell. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Hase, Kanin, Federwild.

    Erregerausscheidung: Kot, Nasensekret.

    Infektion: Schleimhäute der Luftwege, Verdauungstrakt.

    Infektion: Kontakt, Äsung.

    Inkubationszeit: 1 - 3 Tage

    Lebenddiagnose: Apathie. Bewegungsstörungen. Wässrig/eitriger Nasenausfluss. Atemstörungen.

    Totdiagnose: Lunge, Brustfell, Herzbeutel und Magen-Darm-Kanal sind entzündet. Wässrig-schleimige Füllung der Bauchhöhle. Abszessbildung in den inneren Organen. Schleimhäute an Kehlkopf und Luftröhre mit blutigen Entzündungen. Gelbe Einschlüsse in der Leber. Geschwollene Milz.

    Krankheitsdauer: Häufig verenden Tiere innerhalb von 1 - 2 Tagen an durch Bakterien verursachte Blutvergiftung. Bei chronischem Verlauf Tod erst nach Wochen.

    Pseudotuberkulose (Nagerseuche)

    Allgemein: Pathologisch und anatomisch tuberkuloseartige Veränderungen.

    Pseudotuberkulose oft Grund für auffälligen Rückgang im Revier vom Frühjahr und Frühsommer bis zum Aufgang der Jagdzeit. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Hase, Nagetiere, Reh, verschiedene Wildvogelarten und Haustiere, Mensch.

    Ausscheidung: Kot, Urin, Lungenschleim.

    Aufnahme: Kontaminiertes Futter, Wasser.

    Infektion: Kontaktinfektion und Nahrungsaufnahme vor allem bei Schwächung durch Parasitenbefall.

    Inkubationszeit: 8 – 10 Tage.

    Krankheitsdauer: Tod innerhalb weniger Tage.

    Krankheitsbild: Abmagerung. Entkräftung. Durchfall. Wild ist apathisch und lässt sich leicht fangen. Entzündungen im Magen- Darmtrakt und der Lunge. Hirsekorngroße bis kirschkerngroße, gelbliche Abzessknoten in der Leber. Stark vergrößerte Abszesse auch in Lunge, Milz, Nieren und Lymphknoten. Tiere verenden innerhalb weniger Tage an einer Art Blutvergiftung. Bei chronischer Form mehrere Wochen andauernd. Völlige Abmagerung und Entkräftung.

    Salmonellose (Paratyphus)

    Allgemein: Gefährlicher Lebensmittelvergifter. In freier Wildbahn sind es meist Einzeltiere die erkranken. Bei starkem langem Erhitzen können Bakterien zerstört werden. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Säugetiere, Vögel, Mensch.

    Ausscheidung: Kot, Harn, Milch, Eier.

    Infektion: Oral.

    Überträger: Krähen, Tauben, Möwen.

    Diagnose: Durchfall. Blutvergiftung. Magen-Darm-Entzündung. Fehlgeburten. Organerkrankung: Grauweiße, gelbliche Herde in den Organen. Meist chronisch => Dauerausscheider von Bakterien.

    Tularämie (Nagerpest, Hasenpest)

    Allgemein: Beginn der Infektionskette meist bei Nagetiere und Hasenartigen, später auf sämtliche Säugetiere und Vögel übertragbar. Übertragung auf den Menschen möglich (Schutzimpfung in gefährdeten Gebieten). Erhebliche Ansteckungsgefahr. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Feldhase, Wildkanin, Kleinnager.

    Erregerausscheidung: Kot, Blut.

    Infektion: Äsung und Kontakt (rammeln). Indirekte Übertragung durch Kot, Urin, infiziertes Heu oder Wasser. Zecken und Flöhe (Blutsaugende Ektoparasiten). Fressen von Kadavern. Beim Menschen erfolgt die Infektion meist über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren z.B. beim Abbalgen oder Zerwirken.

    Inkubationszeit: 2 Tage.

    Krankheitsdauer: In der Regel akut. Tod innerhalb weniger Tage (Blutvergiftung) aber auch 2-3 Wochen.

    Lebenddiagnose: Entkräftung. Hohe Atemfrequenz. Teilnahmslosigkeit. Motorische Störungen. Verlust der natürlichen Scheu.

    Toddiagnose: Symptome ähnlich wie bei Pseudotuberkolose und Pasteurellose. Starke Milzvergrößerung. Abszesse (gelbweißliche Knoten in Leber, Milz und Lunge).

    Diagnose beim Menschen:

    Grippeähnlich. Mattheit. Fieber. Schüttelfrost. Lymphknotenschwellungen. Lungenentzündung. Todesfälle sind beim Menschen selten.

    Botulismus

    Allgemein: Regionales Massensterben. Wildbret genußuntauglich. Erreger mit sehr widerstandsfähigen Dauerstadien warten auf entsprechendes Milieu. Diese werden erst dann gefährlich, wenn sie selbst oder ihre Sporen unter Luftabschluss im Boden, Wasser, in verdorbenen Speisen oder Kadavern bei Temperaturen von 20°C bis 35°C gelangen. Unter diesen Verhältnissen vermehren sie sich massenhaft und bilden Toxine (Gifte), die letztendlich für die Krankheit verantwortlich sind. Oft in flachen, eutrophen Stillgewässern während Hitzeperioden.

    Wirtsspektrum: Vor allem Wasservögel (meist Enten).

    Diagnose: Schlaffe Lähmung (Flügel, Ruder, Halsmuskulatur). Gestörte Motorik. Sehstörungen. Durchfall. Atemnot und Tod durch Ertrinken. Tote Tiere treiben auf dem Wasser oder liegen am Ufer.

    Maßnahmen: Tote Tiere einsammeln, da sie Toxine ausscheiden. Kranke Tiere können genesen, wenn sie in toxinfreies Milieu verbracht werden.

    Aktinomykose (Strahlenpilzerkrankung)

    Allgemein: Nicht sehr häufige, chronische Einzeltiererkrankung. Keine Übertragung von Tier zu Tier. Wildbret genußtauglich, wenn nicht zu stark abgekommen.

    Wirtsspektrum: Meist bei Rehwild aber auch bei sonstigem Schalenwild. Dachs, Hase, Mensch z.B. durch Kauen von Grashalmen.

    Erregervorkommen: Erdboden, Gras, Getreidehalme, Haut, Schleimhaut

    Infektion: Verletzungen im Zahnbereich. Zahnwechsel.

    Diagnose: Auflösung und gleichzeitige Neubildung von Knochensubstanz. Gekammerte Knochenwucherung (schwammartig) meist einseitig im Unterkieferbereich. Verformung des Zahnfaches. Zahnausfall, Zahnverschiebungen. Äußerlich als Schwellung zu erkennen. Fistelbildung. Eitrige Einschmelzungen. Beeinträchtigt langfristig Äsen und Wiederkäuen.

    Sonderform: Weichteilaktinomykose z.B. im Gesäuge beim Schwarzwild. Eindringen der Erreger durch Verletzungen beim Säugen (Bisswunden durch Frischlinge).

    Mykoplasmose (Gamsblindheit)

    Allgemein: Mit Sarcoptesräude für Gams- und Steinwild die gefährlichste Seuche. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Meist bei Gams- und Steinwild, aber auch Rehwild. Auch auf Steinadler übertragbar.

    Infektion: Blutsaugende Insekten, Kontakt, Lagerplätzen. Häufige Übertragung von Schafherden auf Wildtieren.

    Inkubationszeit: 24 h

    Diagnose: Meist beidseitige Lidbindehautentzündung. Kann zur Blindheit führen aber auch ausheilen. Hornhauttrübung. Augenausfluss. Da die Tiere in Hochgebirgsregionen leben oft Tod durch Absturz oder Verhungern.

    Maßnahmen: Reduktionsabschuss.

    Borrelliose (Lyme-Krankheit)

    Allgemein: Erst in den letzten Jahren von FSME abgegrenzt worden. In ganz Deutschland verbreitet. Besonders in Flussniederungen und feuchten Landstrichen. Stellt Hauptgefährdung bei Zeckenbissen dar. Impfung ist bisher nicht möglich. Durch Blutuntersuchung nachzuweisen.

    Wirtsspektrum: Mensch, Hund.

    Infektion: Zecken und bestimmte Stechmücken.

    Inkubationszeit: 3 Tage - 20 Jahre. (Infektion bedeutet nicht unbedingt ein Erkrankung).

    Diagnose: Rötung an Bissstelle. Sich ausbreitender, roter Ring (mehrere cm Durchmesser) um die Einstichstelle. Fieber. Muskelschmerzen. Erbrechen. Kieferschmerzen. Abmagerung. Gelenkentzündungen. Rheumasymptome. Hirnhautentzündung. Nervenentzündung mit nächtlichen Schmerzattacken.

    Maßnahmen: Bei rechtzeitiger Erkennung Behandlung mit Antibiotika.

    Staphylokokkose (Eitererkrankung)

    Allgemein: Sporadisch auftretend. Nur einzelne Individuen werden befallen, Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Hase, Kanin, Schalenwild, Haustiere, Menschen

    Infektion: Verletzungen (Rammelkämpfe,Randschrote), Bohrschäden von Würmern, Hasenfloh, Aufnahme der Erreger durch die Äsung.

    Lebenddiagnose: Abmagerung. Tier verendet durch Entkräftung.

    Toddiagnose: Große Abszesse in der Unterhaut (bis Hühnereigröße) bei Tieren und Menschen. Eitrige Entzündungen (Eiter gelbkäsig, zähschmierig) unter dem Balg an Kopf, Brust und in der Waidlochgegend. Geschwollene Milz. Stark bluterfüllte Lunge. Blutvergiftung und Tod oft innerhalb weniger Tage.

    Maßnahmen: Keine Seuchenhafte Erkrankung. Bekämpfung nicht notwendig.

    Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)

    Allgemein: Gefährliche Zoonose. Erhebliche Infektionsgefahr. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Schwarzwild, Hase, Fuchs, Dachs, Jagdhunde, Mensch

    Infektion: Harnausscheidungen, Kontakt.

    Inkubationszeit: 7 – 14 Tage.

    Diagnose: Tiere auffällig geschwächt. Hohes Fieber. Erbrechen. Durchfall. Blutige Magen-Darm-Entzündungen. Lungenentzündungen. Nieren- und Leberentzündungen. Gelbsuchterscheinungen.

    Prophylaxe: Impfung der Jagdhunde in Kombiimpfung

    Parasitäre Erkrankungen

    Endoparasiten (innenliegende Parasiten)

    Coccidiose

    Allgemein: Sporentierchen, die in der Darmschleimhaut und in den Gallengängen schmarotzen. Hohe Besatzdichte und nasse Sommer fördern das Geschehen. Fordert zum Teil hohe Verluste. Infektiöse Vermehrungsstadien benötigen zur Reifung feucht/warme Witterung. Erlöschen der Infektion kurz nach dem ersten Kälteeinbruch. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Hasen, Kanin, Geflügel (Fasanerien) und sonstiges Wild (vor allem Jungwild).

    Erregerausscheidung: Kot (auch bei gesundem Wild)

    Infektion: Kot, Fellpflege, Gesäuge, Äsung.

    Kreislauf:

    Dauerstadien werden mit der Nahrung aufgenommen

    Entwickeln sich im Darm zu Sporozoiten

    Auf der Darmschleimhaut kommt es zur mehrfachen

    Sporozoiten-Teilung (ungeschlechtlich)

    = Vermehrungsstadium

    bei der letzten Teilung Trennung in

    weibliche und männliche Geschlechtszellen

    Kopulation

    das weibliche, befruchtete Tier umgibt sich mit einer Zystenhülle

    und wird über den Darm als Dauerstadium ausgeschieden

     

    Lebenddiagnose: Lähmungserscheinungen. Krämpfe. Abmagerung.

    Totdiagnose:

    Darmkokzidiose: Weiße, durchschimmernde Herde in der Darmschleimhaut.

    Darmentzündung (Verdickung und Zerstörung). Schleimig/wässriger Durchfall. Aufgeblähter Bauch (Trommelsucht). Magen/Darminhalt geht in Gewebe (Blutvergiftung).

    Leberkokzidiose: Verdickte, weiße Gallengänge (zahlreiche weiße Herde in der Leber).

    Maßnahmen: Frühe Treibjagd. Althasenbesatz im Winter schonen.

    Leberegel

    Allgemein: Bei starkem Befall Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Wiederkäuer, Hasen, Kanin, Haustiere.

    Erregerausscheidung: Losung.

    Infektion: Äsung.

    Lebenddiagnose: Selten äußerliche Krankheitserscheinungen wie Abmagerung oder struppige Decke.

    Toddiagnose: Befall der Gallengänge der Leber (Leberschäden, Verdickung der Gallengänge), Blutungen und Bohrgänge in der Leber befallener Stücke, Bei starkem Befall kümmern und Organversagen mit Vergiftung.

    a) Großer Leberegel

    Allgemein: 2 – 5 cm lang. Zwischenwirt lebt in Feuchtgebieten. Zyste mit jungem Egel parasitiert in den Gallengängen der Leber. Besonders begünstigende Einflüsse: Wärme und Feuchtigkeit.

    Kreislauf:

    Zyste

    wird am Wasser geschöpft oder geäst

    gelangt über Verdauungsorgane

    bis zum Dünndarm

    Im Endwirt durchbohrt der

    Egel (inzwischen frei von Zyste)

    die Darmwand, gelangt in die Bauhöhle

    wandert zur Leber und

    bohrt sich in deren Gewebe

    In Gallengängen erreicht er die Geschlechtsreife,

    geschlechtliche Vermehrung

    Eiablage,

    das Ei umhüllt die Flimmerlarven

    und wird über den Darm ausgeschieden

    die Flimmerlarven dringen aktiv

    in Zwergschlammschnecke

    (Zwischenwirt in Feuchtgebieten) ein

    etliche ungeschlechtliche Generationen

    Schwanzlarve

    wird im Wasser ausgeschieden

    kann auch an Gräsern hochklettern

    Schwanzlarve schließt

    sich in Zyste ein

    b) Kleiner Leberegel

    Allgemein: 8 – 12 mm lang. Zyklus vergleichbar mit großem Leberegel, allerdings mit zwei Zwischenwirten (Schnecke und Ameise). Schadwirkung eher geringer als beim Großen Leberegel, da die Larven die Gallengänge aufwärts wandern und sich nicht durch Lebergewebe bohren. Egel lassen sich aus Gallengängen herausdrücken.

    Kreislauf:

    Ameise mit Ansteckungsstadium (ansteckungsreife Larve)

    sitzt an Grasspitzen

    beim Äsen wird Ameise von

    Rehwild aufgenommen

    Im Labmagen Freiwerden der Larve

    durch Auflösen des Chitinpanzers

    Larve wandert in die

    Gallengänge der Leber

    nach Erreichen der Geschlechtsreife: Eiablage

    (Ei beinhaltet Flimmerlarve)

    Eier werden ausgeschieden

    Kot fressende Gehäuseschnecken

    nehmen Eier auf

    durch ungeschlechtliche Vermehrung

    entsteht Schwanzlarve

    die Schwanzlarven setzen sich in der

    Lunge der Schnecke fest

    die Schnecke hustet die Larven

    mit Schleim aus

    dieser Schleim ist süß und

    wird von der Ameise aufgenommen

    in der Ameise entwickelt sich die

    Schwanzlarve zur Ansteckungsreife

    (Larve setzt sich im Gehirn der Ameise fest)

    Trichinose

    Allgemein: Haarwürmer. Geschlechtsreife Tiere schmarotzen im Dünndarm ihrer Wirtstiere (Darmtrichinellen). Larven sitzen in quer gestreiften Muskelfasern fest (Muskeltrichinellen). Kein Zwischenwirt (Larve und geschlechtsreifer Wurm sind in einem Wirt). Eingekapselte Trichinellen sind mikroskopisch nachweisbar (Fleischbeschau) Liegen spiralig in Muskelzellen. Wildbret genußuntauglich. Zoonose.

    Wirtsspektrum: Alle Fleischfresser und Allesfresser (Fuchs als wichtigster Träger). Mensch.

    Infektion: Aufnahme rohen Muskelfleisches.

    Kreislauf:

    Aufnahme rohen, trichinösen Muskelfleisches durch Schwarzwild

    Auflösung der Kapselhülle durch den Magensaft

     im Dünndarm bohrt sich Trichinelle

    in die Dünndarmzotten

    nach Geschlechtsreife

    Ablage der Larven auf Darmschleimhaut

    (Wurm selbst sitzt im Darm)

    Larven gelangen über Blut- und Lymphbahnen

    in die quer gestreifte Muskulatur

    hier verkapseln sich die Trichinen

    und werden wieder zur Trichinelle (ca. 1 mm lang)

    hier bleiben sie jahrelang sitzen

    das Muskelgewebe legt eine Kalkkapsel um die Trichinelle

    Diagnose: Durchfall und Darmkoliken beim Eindringen in die Darmwand. Weiterhin Muskelschmerzen (auch Herz). Gelenkschmerzen. Lähmungserscheinungen. Abmagerung. Erbrechen.

    Maßnahmen: Trichinenschaupflicht beim Schwarzwild sowie bei anderen Allesfressern, die zum Verzehr gedacht sind (Dachs, Fuchs, Bär, Nutria) durch amtl. geprüften Fleischbeschauer. Proben von Zwerchfellpfeiler und Muskelgewebe des Vorderlaufes.

    Magen-Darm-Würmer

    Allgemein: Sammelbegriff. Parasiten im Verdauungstrakt des Wildes. Schädigen durch Anlage von Bohrgängen und durch Blutsaugen den Wirt. Rufen Infektionen hervor. Größte Verluste im Spätwinter und Frühjahr. Wildbret genußtauglich.

    Wirtsspektrum: Schalenwild, Hase, Kanin.

    Erregerausscheidung: Kot.

    Infektion: Äsung (an Pflanzenbestandteilen, selten mit Zwischenwirt).

    Kreislauf:

    ansteckungsfähige Larve sitzt auf der

    Futter -/Äsungspflanze und wird geäst

    Magenwurmlarve

    Darmwurmlarve

    dringt in die oberste Schicht des Labmagens

    dringt in die oberste Schicht der Darmschleimhaut

    einige Tage später

    kommen die Larven wieder an die

    Oberfläche der Schleimhäute zurück

    nach Erreichen der

    Geschlechtsreife

    Kopulation

    Eiablage

    Magen Darm

    ausscheiden der Eier bei

    warmer/feuchter Witterung über den Kot

    Larven entwickeln sich und machen

    mehrere Häutungen durch, bis sie wieder das

    ansteckungsfähige Stadium erreicht haben

    Lebenddiagnose: Wenn kein starker Befall, äußerlich nicht zu erkennen. Durchfall. Entzündung der Magen - bzw. Darmschleimhaut.

    Bekämpfung: Erlegen geschwächter bzw. kranker Stücke.

    Lungenwürmer

    Allgemein: Häufige Parasiten, die im Zusammenwirken mit anderen Erregern schwere und tödliche Auswirkungen haben können. Wildbret genußtauglich.

    Wirtsspektrum: Schalenwild (besonders Rehwild), Schwarzwild, Raubwild, Hase.

    Infektion: Direkt über die Äsung, Verzehr des Zwischenwirtes.

    Lebenddiagnose: Husten. Atembeschwerden. Abmagerung. Struppige Decke. Herabgesetzte Kondition. Kümmern.

    Toddiagnose: Wurmbefall in Bronchien und Luftröhre. Zerstörung nicht regenerierbaren Lungengewebes (Flächenverringerung). Reizung der Bronchien. Schleimbefall. Verengung der Atemwege. Lungenschäden (hirsekorngroße Wurmknoten bis walnussgroße Brutknoten).

    a) Großer Lungenwurm

    Kreislauf:                                          ansteckungsfähige Larve wird mit

    Futterpflanze aufgenommen

    von Darm wandert die Larve über Lymphbahnen

    und die Blutbahn in die Lunge

    setzt sich in den oberen Lungenteilen

    und der Luftröhre ab

    nach Erreichen der Geschlechtsreife:

    Befruchtung - Eiablage - Schlüpfen der Larve

    Larve wird hochgehustet, wieder abgeschluckt

    und über den Darm ausgeschieden

     nach 8 - 12 Tagen (je nach Temperatur)

    erreicht die Larve wieder die

    Ansteckungsreife

    b) Kleiner Lungenwurm

    Allgemein: Ansteckungsfähige Larven in verschiedenen Schneckenarten.

    Wirtsspektrum: Schalenwild, Hase, Kanin.

    Kreislauf:                                              Schalenwild nimmt mit Äsung

    Schnecke auf, in der sich die

    ansteckungsreife Larve befindet

    Larven werden im Darm frei

    und wandern aktiv über die

    Lymphbahnen in die Blutbahnen

    zur Lunge

    in der Lunge setzen sie sich in

    den Bronchien fest

    Bildung von Brutknoten

    Larven werden zum geschlechtsreifen Wurm

    in den Brutknoten findet Kopulation, Eiablage

    und das Schlüpfen der Larve statt

    die Larven werden hochgehustet

    und abgeschluckt

    Ausscheidung der Larven über den Darm

    Larven dringen nach Erreichen der Ansteckungsreife

    aktiv in den Fuß einer Schnecke ein

    Bandwürmer

    Allgemein: Ein Bandwurm ist ein Zwitter und besteht aus Kopf und Gliedern. Kopf mit Saug- oder Hakenkränzen. Festhaken in der Schleimhaut des Wirtstieres. Gliederkette. Reife Eier im Endglied. Ablösung der Segmente bei entsprechender Reife nacheinander. In der Regel 1 Zwischenwirt (immer Futtertiere der später daran erkrankten Wildart).

    Wirtsspektrum: Bandwurmvorkommen bei allen Wildarten möglich.

    Fuchsbandwurm

    Allgemein: 5-gliedrig und bis 4 mm lang. Am gefährlichsten für den Menschen. Infektion z.B. durch Einatmen von Wurmeiern beim Streifen des Fuchses möglich! Auch an Hauskatze oder Bauhund. Mortalitätsrate nach jahrelanger Inkubationszeit 10% (Zoonose).

    Wirtspektrum: Hauptsächlich bei Fuchs aber auch bei Hund und Katze. Mensch als Fehlzwischenwirt.

    Kreislauf:                                 Maus enthält Finne (ansteckungsreife Larve)

    z.B. in Leber oder Lunge

    wird von Fuchs gefressen

    Finne setzt sich im Darm fest

    und entwickelt sich zum Wurm

    löst Körpersegmente mit Eiern ab

    (dreigliedriges Abschnüren)

    Eier werden mit der Losung ausgeschieden

    und beim Fressen durch Kleinsäuger wie

    Feldmaus, Schermaus, Bisam (Zwischenwirt)

    aufgenommen, (Mensch ist Fehlzwischenwirt)

    Finne entwickelt sich in Leber oder Lunge

    ungeschlechtliche Vermehrung

    und Erreichen der Ansteckungsreife

    Prophylaxe:

    Waldfrüchte (Gefahr bis Kniehöhe) und Pilze gründlich waschen.

    Fuchsstreifen mit Einweghandschuhen. Balg beim Streifen anfeuchten. Abstand mit Nase und Mund vom Balg. Hände gründlich mit Seife waschen. Bauhund reinigen. Finnenbehaftete Organe sollten nicht im Revier gelassen werden. Nicht an den Hund verfüttern.

    Ektoparasiten (außenliegende Parasiten)

    Rachenbremsen-Larven ("Rachendasseln")

    Allgemein: Wildbret genußtauglich

    Wirtsspektrum: Rot- und Rehwild

    Kreislauf:                                                      Rachendasselfliege

    (Bienenähnliches, zweiflügeliges Insekt, bis 16 mm lang)

    fliegt von Juni - August

    und sprüht dem Rehwild

    Eier (manchmal schon fertige Larven ca. 1 mm lang)

    in den Windfang

    die Larven schlüpfen sofort und

    wandern in alle Nebenhöhlenbereiche

    bis zum Rachen

    hier haken sie sich fest

    (Rehwild ist in dieser Zeit sehr stark am Husten und Niesen!)

    sie ernähren sich auf der Schleimhaut

    und wachsen heran (Hauptwachstum: Januar bis März)

    im März (Rotwild) / April (Rehwild)

    haken sie sich aus und lassen sich aushusten

    (weiß bis grünlich braun bis 4 cm lang)

    am Boden graben sie sich in die

    Erde ein und verpuppen sich

    je nach Witterung (Mai - Juli)

    schlüpft die fertige Fliege wieder

    unmittelbares Erreichen der Geschlechtsreife

    Schwarmzeit / Paarung

    Lebenddiagnose: Atembeschwerden. Hustenanfälle. Niesen. Schnarchen. Tiere kommen ab. Es kann zu Lungenentzündung durch eingeatmete Larve kommen.

    Maßnahmen: Hörbar kranke und abgemagerte Stücke erlegen.

    Dasselfliegenlarven (Hautdasseln)

    Allgemein: Wildbret meist genußtauglich, jedoch darauf achten wie weit Befall fortgeschritten ist. Wertminderung an der Decke.

    Wirtsspektrum: Hauptsächlich bei Reh- und Rotwild.

    Kreislauf:                                                        Hautdasselfliege

    fliegt von Mai - Juli

    und legt ihre Eier in der

    Flankenbehaarung des Tiere ab

    die lanzettförmigen Larven entwickeln sich

    innerhalb von Tagen, schlüpfen

    und bohren sich unter die Haut

    wandern bis Dezember parasitierend

    zu Rücken und Lende

    hier bohren sie sich Atemlöcher

    (große Infektionsgefahr!)

    bis zum März des nächsten Jahres bleiben sie hier,

    machen zwei Häutungen durch (zuletzt ca. 2,5 cm lang)

    dann krabbeln sie durch die angelegten

    Luftschächte nach außen und lassen sich fallen

    sie graben sich in den Boden ein und

    verpuppen sich, (adultes Insekt ca. 11 mm)

    je nach Witterung (Mai) schlüpft die fertige Fliege

    nach dem Erreichen der

    Geschlechtsreife erfolgt die Paarung

    Weibchen legt wieder Eier ab

    Lebenddiagnose: Juckreiz. Hautabschürfungen. Entzündungen und eiternde Dasselbeulen (Gewebereaktionen in Form von Knoten) beeinträchtigen das Allgemeinbefinden (kirschkerngroße Knoten in der Decke).

    Maßnahmen: Sichtbar kranke Stücke erlegen. Dassellarven vernichten. Schutz und Hege Larven- und Insektenfressender Vögel, aber auch Dachs und Igel.

    Spinnentiere

    a) Zecken

    Zecken sind mit die wichtigsten Ektoparasiten (Überträger von FSME und Lyme-Borrelliose).

    b) Milben

    Sarcoptesräude

    Allgemein: Grabmilben (verschiedene Spezies, vor allem Sarcoptesmilbe). Parasiten sind nur mikroskopisch nachweisbar. Wildbret genußuntauglich.

    Wirtsspektrum: Reh, Schwarzwild, Gamswild, Fuchs, Marderartige, Hunde.

    Infektion: Kontakt, Lagerstellen.

    Krankheitsverlauf: Zerstörung der Haut durch das Anlegen von Grabgängen. In Grabgängen permanente Eiablage und Ausschlüpfen der Larven, die sich durch die Decke bohren Hier erfolgt wieder Befruchtung Ohne Wirt ca. 14 Tage ansteckungsfähig. Beginnt meist am Kopf und breitet sich dann über den restlichen Körper aus.

    Diagnose: Hautveränderung mit starkem Juckreiz und Haarausfall. Scheuerstellen. Abschuppung (Lauscher, Haupt, Unterbrust, Vorderläufe). Verborkung der Lichter. Krusten. Abmagerung und Tod. (Fuchsräude führt innerhalb weniger Monate zum Tod).

    Maßnahmen: Keine allgemeingültigen Bekämpfungsmethoden. Bei Gamswild starke Reduzierung des Bestandes.

    Insekten

    Allgemein: Tiere saugen Blut und fressen organische Abfälle der Haut, Wildbret meist genußtauglich

     

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